Feinschmeckerparadies Malmö: Wo Gourmets auf ihre Kosten kommen

Fleischlastig: Bastard
Fleischlastig: Bastard

Selten habe ich während eines Städtetrips so gut gegessen wie in Malmö. Und selten habe ich in so kurzer Zeit so viel Geld für Essen ausgegeben. Das liegt zum einen daran, dass Malmö ein echtes Feinschmeckerparadies ist, zum anderen daran, dass in den skandinavischen Ländern bekanntlich alles etwas teurer ist als in Deutschland.

Bevor ich in eine größere Stadt fahre, werfe ich gerne einen Blick in den Guide Michelin, um zu sehen, welche tollen Restaurants es vor Ort gibt. Im Feinschmeckerparadies Malmö finden Gourmets Sternerestaurants, aber auch Empfehlungen, die zwar nicht auf Sterneniveau, aber trotzdem gut sind. Unser Pech: Rund um Weihnachten hatten viele dieser Restaurants zu oder waren schon ausgebucht. Bis auf das Bastard. Dieses Restaurant liegt in der Altstadt von Malmö – und laut Internet-Reservierungstool war es ständig ausgebucht. Auf der Seite steht allerdings, dass man dort immer einige wenige Tische für Laufkundschaft freihält, also haben wir unser Glück kurz nach 17 Uhr, also sofort, als es öffnete, versucht – und einen sehr kleinen Tisch bekommen. Aber immerhin.

Restaurants im Feinschmeckerparadies Malmö

Fleischlastig: Bastard

Das Bastard wird vom Guide Michelin als Bib Gourmand bezeichnet, das heißt, es hat ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Fokus dieses Restaurants: Eindeutig Fleisch. Weil wir uns oft nicht entscheiden können, lassen wir gerne den Koch bestimmen, was wir essen. Meistens fahren wir damit sehr gut. Auch im Bastard haben wir den Koch entscheiden lassen. Wir bekamen mehrere kleine Portionen in drei Gängen. Dabei war die Bastardplanka, ein Brett mit viel Wurst. Außerdem gab es eine Schweinepastete, einen Salat mit Blutorange, Tatar, einen weiteren Salat und die Hauptspeise. Eigentlich war ich nach dem ersten Gang schon satt. Und obwohl alles lecker war: Mir war es zu fleischlastig. Überhaupt nicht begeistert hat mich die Hauptspeise. Da waren Linsen dabei – lecker. Aber das Fleisch bestand im Wesentlichen aus Fett. Das fand ich eklig. Trotzdem alles in allem gut mit gelungenen Kombinationen. Was mir gefehlt hat: ein Nachtisch.

Minimalistisch: Lyran

Das Lyran liegt nicht ganz so zentral in Malmö, sondern im Viertel Möllevangen. Auf den gängigen Onlineplattformen wird es immer hochgelobt, für uns als Feinschmecker also ein Anlass, dort einen Tisch zu reservieren. Nicht ganz einfach, weil das Reservierungsformular zwischendurch auf Schwedisch kommuniziert – nämlich dann, wenn das Restaurant ausgebucht ist, man sich aber auf die Warteliste setzen lassen könnte. Auch die Reservierungsbestätigung ist auf Schwedisch, aber Google Translate sei Dank habe ich diese Hürde genommen.

Das Lyran ist sehr klein, der eigentliche Gastraum ist nur über eine schmale Treppe nach unten zu erreichen, die Decke ist dort niedrig. Wer mobilitätseingeschränkt ist, sollte versuchen, einen der wenigen Tische oben zu bekommen. Das Lyran-Team legt Wert auf lokale und saisonale Produkte. Gäste haben beim Menü die Wahl zwischen Fisch, vegetarisch oder Fisch und Fleisch. Und dann geht’s los. Es sind viele Gänge, allerdings sind sie sehr klein, um nicht zu sagen: minimalistisch. Ich habe lange gebraucht, um satt zu werden. Bei einigen Gängen fehlte mir ehrlich gesagt der Grund, in Begeisterung auszubrechen. Trotzdem war auch hier alles sehr lecker. 

Fokus Fisch: Johan P.

Ins Johan P., ebenfalls in der Altstadt von Malmö, sind wir durch Zufall gekommen: Es war eines der wenigen Restaurants, das am ersten Weihnachtsfeiertag geöffnet war und nett aussah. Und einen Tisch für uns frei hatte. Wir hatten Glück, dass wir früh genug da waren – später hätten wir keinen Platz mehr bekommen. Im Johan P. dreht sich alles um Fisch. Dementsprechend hatte ich einen Salat mit Krabben und dann ein Thunfischsteak. Beides war exzellent. Der Nachtisch: Schokoladenkuchen mit Maracujacreme und Eis. Ich würde dort jederzeit wieder essen, fand aber den Service mit zunehmendem Abend immer gestresster und dementsprechend unaufmerksam. Trotzdem: Ein sehr gutes Restaurant, für Menschen, die Fine Dining mögen.

Markthalle im Feinschmeckerparadies Malmö

Wem diese Restaurants zu teuer sind: In der Markthalle in der Nähe des Bahnhofs gibt es auch viele Möglichkeiten, sich satt zu essen: Falafel, Burger, Fisch, Pizza oder asiatische Küche sind nur einige Beispiele. Muss man sagen, dass auch dort großen Wert auf Qualität und Öko gelegt wird? Dort kann man übrigens auch jede Menge Delikatessen kaufen.

Kaffee in Malmö

In Malmö gibt es an jeder Straßenecke ein Espresso House. Das hat zwar nichts mit gehobener Küche zu tun, aber einen guten Kaffee und Kanelbulla, also eine Zimtschnecke, gibt es dort trotzdem. An der Ecke zum Rathaus, genau gegenüber eines Espresso House, ist die etwas individuellere Coffee Factory. Dort gibt es einen köstlichen Käsekuchen mit Schokolade.

Drink mit Aussicht

Als Großstädter war ich überrascht, wie früh in Malmö viele Restaurants und Bars schon schließen. Wer am späteren Abend trotzdem noch stilvoll einen Cocktail genießen möchte, der sollte ins Clarion Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs gehen. Dort gibt es eine Skybar mit Blick über die Stadt – und einer netten Karte.

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