Eat the World in Berlin-Schöneberg

Schönes Schöneberg
Schönes Schöneberg

Ich bin hin- und hergerissen, wenn es um Stadtführungen geht. Einerseits erfährt man dabei immer viel, was man bisher noch nicht wusste. Andererseits finde ich Stadtführungen oft auch einschläfernd. Als ich allerdings von Eat the World-Stadtführungen hörte, war mir sofort klar, dass ich das probieren möchte. Sie gibt es in vielen Städten in Deutschland, in den besonders großen sogar für die einzelnen Stadtviertel. Beispielsweise nämlich in Berlin-Schöneberg. Dort machten wir unsere erste Eat the world Tour, und ich bin sicher, dass es nicht die letzte bleiben wird.

Wie läuft eine Eat the World Tour ab?

Unser Treffpunkt für die Eat the World Tour durch Schöneberg
Unser Treffpunkt für die Eat the World Tour durch Schöneberg

Um bei dieser Stadtführung teilzunehmen, meldet man sich über das Internet an und kauft sein Ticket. Dann bekommt man die Info zum Treffpunkt per Mail zugeschickt. Bei uns war das vor dem Metropol am Nollendorfplatz, also gut mit dem ÖPNV zu erreichen. Unser Guide trug eine Nasen-Mund-Maske, wir auch, so dass die Führung also auch coronakonform war. Dann ging’s los.

Es dreht sich nicht nur ums Essen

Bei der Eat the World-Tour wird auch viel zur Geschichte des entsprechenden Stadtviertels erklärt. Beispielsweise haben wir gelernt, dass Schöneberg früher ein Dorf war. Einen echten Berg gibt es dort übrigens nicht, höchstens eine leichte Erhebung. Vorbei geht die Tour am Heinrich-von-Kleist-Park, in dem früher der Alliierte Kontrollrat saß, und es geht um den so genannten Sozialpalast an der Pallusstraße, der früher für modernes Wohnen stand und heute einige Probleme hat – und um Vieles mehr.

Warum die Tour Eat the World heißt

Allerdings, und dadurch hebt sich die Eat the World-Tour eben von anderen Führungen ab, geht es nicht nur um Geschichte und Geschichten, sondern auch ums Essen. Der Name ist Programm. Denn während der Führung kehrt man in mehrere Gaststätten und Läden ein, und man isst überall eine Kleinigkeit.

Tipp: Wenn die Führung früh beginnt, würde ich aufs Frühstück verzichten. Wir sind gut satt geworden.

Das heißt: Es gab einen kleinen Dal – allerdings mit sehr viel Naan, es gab griechische Pasten und ein kleines Schälchen mit Joghurt und Honig, eine Praline pro Person und etwas Bruchschokolade, ein Portiönchen vietnamesische Nudeln und wenige peruanische Fritten. Oder: es gab eben nicht einen ganzen Hot Dog, sondern wir haben uns einen geteilt. 

Trotzdem ist man eben satt, wenn man viele Kleinigkeiten in kurzer Zeit gegessen hat. So ist es auch bei der Eat the World Tour. Was mir dabei besonders gefallen hat: Wahrscheinlich wäre ich keinen dieser Läden beim Vorbeibummeln gegangen – weil sie mir im Zweifel gar nicht aufgefallen wären. Dabei war es überall gut, und unser Guide konnte eben zu jedem auch eine kleine Geschichte erzählen: Der Papa der Griechin hat eine eigene Olivenbaumplantage, die Gründerin des vietnamesischen Restaurants ist im Frühjahr gestorben – aber der Sohn betreibt es weiter, und die Schokoladendame ist eigentlich Balletttänzerin. Übrigens: Das Paar, das den Hot Dog Imbiss betreibt, hat sich in Berlin-Schöneberg damals kennengelernt, in einer Ruine, die Veranstaltungsraum war. Und weil dort so stank, wurde dieser auch Urine genannt. So erfährt man ganz nebenbei also eine ganze Menge darüber wie bunt und liebenswert dieser Stadtteil eigentlich ist – und zwar auch jenseits der typischen Touri-Hotspots.

Übrigens haben wir eine ähnliche Tour in Basel gemacht. Dort steuerte man seine Ziele aber ähnlich wie bei der Kulinarischen Schnitzeljagd in Köln eigenständig an. Das macht auch viel Spaß. Aber ich finde die Kombination aus Essen und Geschichten durchaus gelungen.

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