Wein aus Sachsen: Führung auf Schloss Wackerbarth

Weinführung auf Schloss Wackerbarth
Weinführung auf Schloss Wackerbarth

Baden-Württemberg, das Rheingau oder die Mosel sind bekannt für ihre deutschen Weine. Dass auch in der Region rund um Dresden Wein angebaut wird, war mir bisher unbekannt. Doch als wir über Vente Privée ein verlängertes Wochenende in Radebeul bei Dresden buchten, war im Paket eine Weinführung auf Schloss Wackerbarth enthalten. Wir überlegten zunächst, ob wir sie ausfallen lassen sollten. Denn sie war mitten am Tag und brachte unser Programm durcheinander. Schließlich haben wir sie doch gemacht – und das war ganz gut so.

Schloss Wackerbarth, das sächsische Staatsweingut, hat 104 Hektar Anbaugebiet an Steilhängen. Die Wurzeln der Reben reichen bis zu 15 Meter in den Boden. In der vulkanischen Erde gedeihen vor allem Riesling und Dornfelder. Dresden ist zwar nicht bekannt für seine sonnigen, heißen Tage, der Wein dort ist also weniger „von der Sonne verwöhnt“ wie der aus dem Ländle. Aber die Weinhänge von Schloss Wackerbarth bekommen auf indirektem Weg genügend Wärme und Licht: Die vorüber fließende Elbe spiegelt die Sonnenstrahlen und erreicht so die Trauben.

Die Weinherstellung

Bis die jedoch wachsen, werden zunächst im Januar und Februar 90 Prozent der Triebe entfernt, nur ein einziger Trieb bleibt und wird mithilfe von Draht gezogen. Im März und April ziehen die Winzer den Trieb im Bogen, so dass er optimal mit Licht versorgt wird. Anfang September beginnt die Lese – an den Steilhängen ist sie nur von Hand möglich. Das hat den Vorteil, dass man die schlechten Trauben gleich aussortieren kann. Die guten werden in großen Bottichen mit bis zu 50 Kilogramm Last zu einem Traktor getragen. Der Zuckergehalt in den Früchten nimmt übrigens zu, je länger die Trauben hängen.

Dann löst eine Maschine die Trauben ab und sie fallen in den Maischebottich. Dort wird behutsam der Most herausgepresst, denn Bitterstoffe in den Kernen und Schalen will man nicht im Wein haben. Im nächsten Schritt wird gefiltert, schließlich gegärt. Die Flüssigkeit kommt in Weinfässer à 225 Liter. Je nachdem, welchen Geschmack der Wein haben soll, wählt man das Fass: Die Barriquefässer sind aus 40 Jahre altem Eichenholz, junge und spritzige Weine kommen jedoch eher in einen Edelstahltank.

Auf Schloss Wackerbarth hat man sich übrigens auf Spezialitäten ausgerichtet, die große Maße möchte man dort nicht erreichen.

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