Mit der Fähre nach Newcastle upon Tyne

Ich bin sicher, dass ich diese Nacht nicht überleben werde. In meinem Bett kann ich kaum ruhig liegen, gehe ich auf die Toilette muss ich mich festhalten. Ich schaue auf den Flur und höre dort, wie die Wellen im Ärmelkanal mit voller Wucht gegen die Bordwand schlagen. Die Fähre der DFDS schlingert für meinen Begriff ganz schrecklich, und ich habe Angst, dass wir untergehen werden.

Kabine mit Aussicht
Kabine mit Aussicht

Dabei hatten mich Freunde gewarnt: Zu dieser Jahreszeit kann es im Ärmelkanal schon ganz schön schaukeln. Jetzt weiß ich, was das bedeutet. Allerdings scheint das normal, denn als ich besorgt an der Rezeption nachfrage, ob der Sturm noch schlimmer werden wird, fragt mich der Mitarbeiter stirnrunzelnd: Welcher Sturm?

Auf der Hinfahrt hatte es weniger geschwankt. Da hatten wir aber auch eine Kabine im Bauch der Fähre, tief gelagert und ohne Tageslicht. Ich fühlte mich wie in einem Sarg. Und alleine für diese Erkenntnis hatte sich unser Fährausflug nach Newcastle upon Tyne in England schon gelohnt: Ich wollte nämlich testen, ob ich Kreuzfahrten mögen würde. Jetzt wusste ich: Wenn Kreuzfahrt, dann nur mit einer Tageslichtkabine. Auch wenn das teurer würde. Da wir auf dem Rückweg britische Pfund übrig hatten, die wir nicht zurücktauschen wollten, haben wir sie in ein Upgrade investiert: Die Kabine mit Fenster gefiel mir deutlich besser, allerdings wackelte die Fähre weiter oben im Schiff eben auch viel mehr.

Gekauft hatten wir unseren Fährausflug von Amsterdam nach England übrigens bei Groupon – für unter 100 Euro ein echtes Schnäppchen. Wir aßen zweimal zu Abend an Bord und hatten dort Frühstück, umgeben von vielen Briten, deren Akzent wir kaum verstanden. In Newcastle brachte uns DFDS ins Stadtzentrum: Die Stadt ist bekannt für seine vielen Brücken, auf einem Markt am Flussufer gab es deutsche Bratwurst, ein Schloss war die einzige Touristenattraktion, die wir uns anschauten, dann hatten wir noch Kaffee und Sandwich in einer Coffeeshopkette, weil im Stadtzentrum nicht wirklich viele Cafés geöffnet waren. Und dann ging es auch schon wieder zurück nach Amsterdam, dort mit dem Bus zum Bahnhof und weiter mit dem Zug nach Köln.

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