Warstein und Detmold: Biere aus dem Teutoburger Wald

Bier ist wohl der Alkohol, der grundsätzlich mit Deutschland assoziiert wird. Kein Wunder, schließlich sind wir das Land mit dem berühmten Reinheitsgebot, das schon seit 1516 festlegt, was in Biere gehört und was nicht. Dementsprechend kann man in Deutschland auch viele Brauereien besichtigen oder Events mit dem Fokus auf Bier besuchen, zum Beispiel in Bayern:

Zu Besuch in der Warsteiner Welt: Biere all überall

Nordrhein-Westfalen hat jedoch auch einiges zu bieten: An den nördlichen Ausläufern des Sauerlands liegt Warstein. Hier hat die Brauerei Warsteiner ihren Sitz und produziert seit 1753 Bier, darunter nicht nur das weltweit bekannte Warsteiner, sondern auch diverse andere Biere und Marken, die zum Unternehmen gehören. Mit der Warsteiner Welt hat man vor einigen Jahren ein großes Besucherzentrum geschaffen. In einem kleinen Theater lernt der Besucher zu Beginn etwas über die Geschichte der Brauerei und das Brauen, anschließend geht es mit einem kleinen Büschen, das wie ein Zug mehrere Anhänger hat, auf eine Rundfahrt durch die Produktionshallen.

Warsteiner ist riesig

Das Faszinierende daran ist die schiere Größe der Anlagen. Ansonsten sieht man nicht viel außer riesigen Edelstahltanks und sehr vieler leerer und voller Bierflaschen nebst den dazugehörigen Kästen. Nun gut, das ist halt keine kleine Familienbrauerei, sondern ein großes Industrieunternehmen. Daher freut man sich umso mehr, wenn man nach der Rundfahrt wieder im Besucherzentrum ist: Endlich wird verkostet und zwar zwei Stunden lang frisches Bier vom Fass so viel man trinken kann. Für einen Eintrittspreis von 12 oder 15 Euro je nach Wochentag kein schlechter Kurs. Es empfiehlt sich daher natürlich, nicht mit dem Auto anzureisen. Außerdem sollte Euer Magen nicht ganz leer sein, denn es gibt in der Warsteiner Welt nichts zu essen. (Timo)

Montgolfiade in Warstein

Würde es rechtzeitig aufhören zu regnen? Gegen 16 Uhr schauten wir immer wieder besorgt unter unserem Regenschirm hervor Richtung Himmel, während sich der Boden unter unseren Füßen immer mehr zu Schlamm verwandelte. Das Wetter in Warstein war merkwürdig an diesem zweiten Tag der Montgolfiade 2018: Die Sonne schien, aber es regnete weiter. Ein Problem für die Zuschauer – noch mehr aber für die Ballonfahrer, deren Körbe und Hüllen besser nicht nass werden sollten. Denn beides wieder trocken zu bekommen, ist schwierig.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Viertel nach fünf dann die Ankündigung durch den Lautsprecher: Der Meteorologe gab grünes Licht für einen Start, gegen 18 Uhr 15 werde man die grüne Flagge am Mast hinaufziehen. Danach dürften die Heißluftballons den Himmel erobern. Und das ging schnell: Kaum wehte die Fahne, wurde Hitze in die dünnen Hüllen geleitet, schon entstanden Ballonhüllengebirge auf der Wiese, dann stellten sich die ersten Ballons auf – und nach wenigen Minuten startete die erste Ballonfahrt: The Racer stieg in die Luft. Der erste von insgesamt 112 Ballons, die Richtung Meschede unterwegs sein würden. Unter ihnen waren nicht nur deutsche Ballons, sondern auch Teilnehmer beispielsweise aus der Schweiz oder Großbritannien.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Danach wusste man gar nicht mehr, wohin man zuerst schauen sollte: Links und rechts, überall wuchsen aus schlaffen Hüllen pralle Ballons. Gelbe, schwarze, graue und blaue Heißluftballons stiegen zunächst noch riesenhaft groß, dann immer kleiner werdend in den Himmel. Faszinierend! Ich habe so etwas Schönes lange nicht gesehen. Die Montgolfiade findet jährlich in statt und wird von Warsteiner veranstaltet. (Bettina)

Privatbrauerei Strate in Detmold: Verkostung von Bieren mit passendem Abendessen

Ganz anders ist übrigens eine Bier-Verkostung in Detmold. Die Privatbrauerei Strate wird in fünfter Generation geführt, derzeit von den zwei Schwestern Friederike und Simone und deren Mutter Renate Strate. 20 Biere und Bierspezialitäten werden hier gebraut, beispielsweise die Detmolder Thusnelda, die man anlässlich des 2000-jährigen Jubiläums der Varusschlacht entwickelt hat. Denn möglicherweise hätte Arminius der Cherusker nicht so einfach gegen die Römer gewonnen, wenn er nicht seine starke Frau als Unterstützung gehabt hätte. „Eigentlich war das Bier nur für die Zeit rund ums Jubiläum gedacht“, sagt Friederike Strate. „Weil es sich aber zur drittstärksten Marke entwickelt hat, brauen wir es weiter.“ Das Frauen-Gespann experimentiert gerne, aber vorsichtig: Von neuen Geschmacksvarianten braut man zunächst 8000 Liter. Kommen diese an, wird das Rezept weiter verfolgt. „Man muss den Mut haben, frühzeitig zu erkennen, dass sich der Markt ändert“, sagt Friederike Strate. Bei Strates gibt es darum auch einige ungewöhnliche Bier-Getränke:

  • Detmolder Royal ist ein Aperitif aus Weizenbier, Prosecco und Pfirsichlikör – und schmeckte sogar mir, obwohl ich es nicht so mit Bier habe.
  • Ingwerbier mit Champagnerhefe und Roggen gebraut ist dagegen nicht mein Fall. Zu herb. 
  • Umso leckerer finde ich die Detmolder Kirsche mit 20 Prozent Kirschsaft.
  • Auch der Detmolder Bourbon Chardonnay, ein Doppelbock mit Chardonnay-Note, gereift im Bourbon-Fass, ist mein Fall. Schmeckt wie ein flüssiges Karamell-Toffee.

Jährlich kommen etwa 10.000 Besucher, um sich die Brauerei in Detmold anzusehen. Seit 2017 gibt es dort zusätzlich die Bierakademie. In der sogenannten Stratosphäre können Gäste Biere verkosten. Das geht in vier Schritten: Erst einmal sollen sich die Besucher das Bier anschauen, dann daran riechen, schließlich hören ob die Schaumkrone knistert, dann schlucken – und sofort danach ausatmen. So lässt sich über den Geruch in der Nase mehr darüber sagen, was  man eigentlich geschmeckt hat. Essen kann man übrigens auch in der Stratosphäre – zum Beispiel Haxe mit Krautsalat. Zur Verkostung gibt es außerdem frisches Treberbrot und geröstetes Malz.

Dieser Artikel aus dem September 2017 wurde im Januar 2020 aktualisiert. Timo und Bettina waren in die Brauerei in Detmold im Rahmen der Teutoblogger WG eingeladen worden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: