Von Fort William nach Glasgow

Cow Hill
Cow Hill

Fort William wird immer als das Outdoor-Paradies Schottlands beschrieben: Hier sind lange Wanderungen möglich und man kann in einem anstrengenden Marsch den höchsten Berg des Landes und sogar Großbritanniens erklimmen. Mich selbst hat Fort William nicht wirklich begeistert: der Ort ist klein, aber langgezogen. Ich habe im Februar ein B&B für Mai gebucht, das etwa drei Kilometer außerhalb des eigentlichen Zentrums lag. Natürlich wäre ich lieber näher an Restaurants und Pubs gewesen, aber der Ort war vier Monate vor unserer Reise schon ziemlich ausgebucht.

Dabei ist der Ortskern selbst nicht besonders erwähnenswert: eine Fußgängerzone mit Touri-Läden, einigen Cafés und Restaurants. Kommen Kreuzfahrtschiffe in dem kleinen Hafen an, steht der Ort auf dem Kopf: Dann hängen Begrüßungsplakate für die Kreuzfahrttouristen in den Banken und Geschäften, und eine Parade mit Dudelsackspielern im Kilt belebt die Innenstadt.

Wenn der Zug nicht fährt

Wer nicht den Ben Nevis besteigen möchte, kommt nach Fort William, um Zug zu fahren. Das war auch unser Plan: Mit dem The Jacobite Dampfzug durchs Umland fahren und noch andere Orte bei einem Tagestrip kennenlernen. Der Plan hatte allerdings zwei Haken: Erstens fährt der Zug ausgerechnet am Wochenende nicht. Wir waren aber übers Wochenende da. Zweitens ist er in der Regel mehrere Monate im Voraus ausgebucht. So sind wir also nicht Zug gefahren. Und da der Ben Nevis für Bergsteig-Anfänger nicht empfohlen wird, mussten wir uns dementsprechend Alternativen suchen:

  1. Wanderung rund um Cow Hill. Cow Hill ist 287 Meter hoch. Wer auf dem richtigen Weg ist, kann entweder auf die Spitze gehen, oder in einem Bogen den Hügel umrunden. Dabei geht man durch den Wald und hat zumindest von Zeit zu Zeit tolle Aussichten. Achtung: Die Wanderung klingt harmloser als sie ist: Die Wege gehen sehr steil den Berg hinauf und hinunter, es ist selten, dass man bei dem gut sechs Kilometer langen Rundweg keine Steigung beziehungsweise kein Gefälle hat.
  2. In der Nähe von Fort William ist die längste Schleusentreppe Großbritanniens: Boote, die auf dem Kaledonischen Kanal unterwegs sind, müssen durch acht Schleusen. Die Anlage wird Neptune’s Staircase genannt.
  3. Das Commando Memorial nördlich von Fort William ist immer gut besucht, denn von hier hat man einen guten Blick auf den Ben Nevis und die umliegende Landschaft.

Durch bezaubernde Landschaften

Wer weiter Richtung Süden fährt Richtung Glasgow, kommt durch das Glen Coe Tal, eine großartige Landschaft mit Bergen und Tälern. Wer hier durchfährt, sollte öfter stoppen, um den Blick in die Landschaft zu genießen. Ich habe mir für eine nächste Schottland-Reise allerdings vorgenommen, dort zwei Nächte zu bleiben, um die Umgebung wandernd zu erfahren.

Noch weiter im Süden ist dann Loch Lommod und der Trossachs National Park. Wir sind auf dem Weg nach Glasgow dort nur hindurchgefahren. Ich gebe offen zu, dass mir das nicht besonders gut gefallen hat: Die Straße durch den Nationalpark ist stark befahren, auch von Lastwagen. Die Parkplätze, von denen man kurze Wanderungen machen kann, waren meistens sehr überlaufen. Das mag tiefer im Nationalpark anders sein. Doch dort sind wir nicht gewesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.