Lecker Essen in Köln: Cava- und Tapas-Bar La Barra

Im Cava-Keller des La Barra
Im Cava-Keller des La Barra

Tapas sind gefährlich. Die kleinen Häppchen sind total schnell weg, aber scheinbar hat man nur wenig gegessen. Deshalb isst man immer mehr als man will. Zumindest geht mir das so. Als uns in der Cava- und Tapas-Bar La Barra am Barbarossaplatz der „Tapas Mix groß“ mit sieben Tapas zur Wahl und einem Überraschungstapa angeboten wurde, war ich deshalb ein kleines bisschen skeptisch, ob das für uns beide reicht. Tat es, denn man isst schließlich vorher noch das Weißbrot mit Aioli und einer Tomatensalsa. Ich habe das bisher immer einzeln aufs Brot geschmiert, doch nach dem Tipp des Geschäftsführers Stefan Kuhl, beides zu kombinieren, werde ich es nie wieder anders machen. Grundsätzlich ist Aioli jedoch nicht zu empfehlen, wenn man am nächsten Tag auf andere Menschen trifft, denn nicht jeder steht auf Knoblauchgeruch.

Traditionelle und ungewöhnliche Tapas im La Barra

Wir hatten uns beim Mix für ein paar kalte und warme Klassiker entschieden: Ich esse extrem gerne Chorizo, die feurige spanische Salami. Hier war sie in Rosat, einem der Cavas eingelegt. Ihn habe ich allerdings nicht herausgeschmeckt. Außerdem hatten wir die kleinen eingelegten Sardellen, die Boquerones, und Hühnchen in Gorgonzola-Sauce. Und das La Barra-Röllchen, Käse mit Schinken, gerollt und frittiert.

Das Konzept von La Barra

Das Konzept des La Barra basiert auf der Idee einer Cava-und Tapas Bar aus Barcelona. Vorbild dort ist die Champagneria, offiziell Bar Can Paixano. Dort trinkt man den Cava aus den Copitas, den kleinen Gläsern, die die Form einer Champagnerschale haben. Darum gibt es diese Gläser natürlich auch in Köln. Häufig kommen ins La Barra Besucher, die in Barcelona die Champagneria lieben gelernt haben. Dort wird spanischer Cava flaschenweise verkauft, dazu gibt es Tapas und Bocadillos, also belegte Brötchen. „Wir sind in Köln ohne Tapas gestartet“, sagt Geschäftsführer Stefan Kuhl. „Dann haben wir aber gemerkt, dass die Kunden auch etwas essen möchten, wenn sie unseren Cava genießen. Die Auswahl an Tapas wurde immer größer und lustigerweise sehen uns heute viele Kunden eher als Tapas-Bar, denn als Cava-Bar“. Die Tapas im La Barra kosten um die vier Euro, etwas günstiger wird es, wenn man direkt einen Mix nach Wahl bestellt. Somit liegt das La Barra in etwa auf dem Preisniveau des Tapeo & Co in der Lindenstraße.
2005 haben Stefan und sein Geschäftspartner Olaf Nieder die Importfirma eröffnet, 2006 das La Barra. Seit 2013 gibt es einen Lagerverkauf in Braunsfeld und seit Sommer 2017 bieten die beiden auch Tapas-Kochkurse an. Sie finden drei- bis viermal im Monat statt, Cavaverkostungen gibt es ungefähr zwei pro Monat. „Tapas und Cava passen genial zueinander“, sagt Stefan. „Denn das leichte Prickeln des Cava verstärkt das Aroma der Tapas“.

Vegetarisch waren die Tortilla und der warme Ziegenkäse mit Honig. Ungewöhnlich auf einer Tapas-Karte sind die Chicorée-Blätter mit kandierten Walnüssen und Ziegenkäse, die wir auf Empfehlung von Stefan ausgesucht haben. Das habe ich vorher noch nie gegessen. Chicorée-Blätter lasse ich normalerweise eher liegen, weil sie mir zu bitter sind, in der Kombination mit dem Ziegenkäse fand ich sie überraschend gut. Laut Stefan sind sie der Favorit vieler Gäste, ebenso wie die Datteln im Speckmantel, die Hühnchen-Tapas, der Serrano und der Ziegenkäse. Das Überraschungstapa in unserem Fall waren übrigens kleine Gambas in Öl. Es war wahrscheinlich ein Fehler, sie nach den würzigen Tapas mit Gorgonzola und Ziegenkäse zu essen, denn sie wirkten dann im Vergleich fade.

Stefans Tapas-Tipp: Ich liebe eigentlich alles aus dem Meer. Bei uns gefallen mir am besten das Iberico Secreto Filet, ein Filet vom Iberico Schwein, das man in Deutschland nur schwer bekommt. Dazu gehen eigentlich immer ein paar Patatas Bravas und besonders mag ich unseren Queso de Cabra con Miel.

Auf der Karte habe ich noch ein paar persönliche Favoriten entdeckt, die beim nächsten Besuch probiert werden: Datteln im Speckmantel, die frittierten Sardellen, die gebratenen, kleinen Paprikaschoten und natürlich die Hackfleischbällchen.

Zum Dessert gab es für mich einen weiteren Klassiker, die Crema catalana. Sie sieht aus wie eine Crème brûlée und ist im Prinzip das Gleiche: eine Art Pudding mit einer karamellisierten Kruste. Bettina hatte sich für eine Himbeer-Schoko-Crème entschieden, die mir ein bisschen besser als die Crema catalana geschmeckt hat.

La Barra: Cava gehört zu den Tapas

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, eine Cava-Bar in Köln zu eröffnen?
Cava ein tolles und total unterschätztes Produkt. In der Gastro-Szene kommt es kaum vor, und uns war ein Alleinstellungsmerkmal wichtig.

Ihr verkauft nur Cavas des Herstellers Can Paixano. Warum?
Er beachtet alle strengen Kriterien der Cava-Herstellung, hat aber die besten Verkaufspreise in Spanien. Mit seinen Produkten können wir in unserer Bodega, alle Geschmacksrichtungen von halbtrocken bis staubtrocken bedienen.

Cava, Champagner, Sekt – wo sind die Unterschiede?
Alles ist zunächst Schaumwein. Die Region, die Traube und die Herstellungsmethode geben dann dem Schaumwein seinen Gattungsnamen. Cava und Champagner entstehen beide als Flaschengärung. Das ist sehr aufwendig und ein langwieriger Prozess – ein Cava zum Beispiel braucht zwölf Monate. Im Unterschied zum Champagner sind aber der Cava und auch der Cremant deutlich günstiger. Ein guter Cava kostet in Deutschland etwa sechs bis zehn Euro. Champagner wird oft erst ab 40 Euro pro Flasche interessant.

Wann ist ein Cava besonders gut? Worauf sollte man achten?
Im Prinzip kann man sagen, je länger die Dauer der Lagerung und je geringer der Restzuckergehalt, desto besser. Die Geschmäcker sind aber verschieden. Viele Deutsche trinken gerne halb trocken mit recht hohem Zuckergehalt. Die Spanier dagegen bevorzugen eher die ganz trockenen Cavas.

Cava: Von trocken bis süß

Cava Brut natur – Ramon Berenguer. Trocken, aber nicht staubtrocken, und das, obwohl er keinen Restzucker hat. Er ist darum gut für Mischgetränke geeignet wie beispielsweise für einen Hugo.
Cava Brut – Ramon Berenguer. Eher fruchtig als trocken. Gut.
Cava Brut Rosé – Ramon Berenguer. Der rosafarbene Bruder zum Cava Brut. Wird sehr gerne zum Essen getrunken. Ist nicht so süß wie der Rosat Can Paixano.
Rosat Can Paixano Barcelona. Der Rosat ist kein Cava, sondern ein Schaumwein, bei dem die Kohlensäure künstlich zugesetzt wird. Er hat nicht nur eine hübsche, pinke Farbe, er schmeckt auch gut. Ganz besonders zur Creme catalana und der Himbeer-Schoko-Crème. Er wird aber auch zu sehr würzigen Speisen gerne getrunken. In der Bar Can Paixano in Barcelona werden davon täglich bis zu 800 Flaschen verkauft.

Wie verkostet man Cava richtig?
Man beginnt immer mit dem trockensten. Denn wenn man einmal Zucker im Mund hat, wird alles andere bitter. Cava sollte ein Temperatur von sechs Grad Celsius haben, wenn man ihn trinkt.

Ihr habt ja auch einen Cava-Keller. Was macht Ihr dort?
Das war ursprünglich unser Lager. Heute ist das ein Veranstaltungsort für etwa 30 Leute. An der Wand stehen rund 500 Flaschen als Dekoration. Wir vermieten ihn im Paket: Für zehn Flaschen Cava, ein Fässchen Kölsch und zwei große Tapasplatten zahlt man ab 350 Euro.

(Timo hat über Tapas, Bettina über Cava geschrieben)

Als Journalisten halten wir uns an den Pressekodex des Presserats. Das Restaurant La Barra hat uns eingeladen. Wir haben einen Mix aus sieben Tapas gegessen, sowie zwei Nachtische. Wir haben vier verschiedene Cavas probiert, hatten eine Flasche Wasser und einen Espresso. Alles in allem waren wir etwa drei Stunden vor Ort. Timo hat eine gute Stunde geschrieben, Bettina eineinhalb. Hinzu kommt das Bearbeiten der Fotos sowie das Layout des Textes im Internet. Der Zeitaufwand für diesen Beitrag liegt also bei rund 6,6 Stunden.

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