Kreuzfahrt: Landausflug auf Kreta

Blauer Himmel und grüne Wiese auf Kreta
Blauer Himmel und grüne Wiese

Heraklion, die Hauptstadt der griechischen Insel Kreta, könnte sicherlich ganz hübsch sein. Wenn allerdings zwischen 1000 und 2000 Kreuzfahrttouristen durch den Ort stürmen, der gerade einmal rund 175.000 Einwohner hat, dann wird es dort ungemütlich und voll – ein typischer Fall von over tourism, wie es in der Fachsprache heißt.

Trotzdem hat Iraklio, wie die Stadt offiziell heißt, natürlich seine nette Ecken. Für einen Besuch in der Altstadt bietet sich der Morosini-Brunnen als Dreh- und Angelpunkt an. Wer so vor dem Brunnen steht, dass er Richtung Meer schaut, und dann der Straße nach links folgt, kommt schnell in eine Straße mit überdachten Ständen. Dort gibt es zum Beispiel Trockenfrüchte und Olivenöl oder Schwämme. Nach rechts weg führt eine Straße zum alten Hafen. Auf dem Weg dorthin kommt man an der griechisch-orthodoxen Kirche Agios Titos vorbei. Scheint die Sonne durch die Fenster, bietet sich dort an den Wänden ein schönes Farbenspiel. Unten im Hafen ist das Kastell, das schon 1303 erbaut wurde, und Feinde abwehren sollte. Die Straße zwischen dem Brunnen und dem alten Hafen ist gesäumt von kleinen Läden, in denen Gewürze verkauft werden, Seife aus Olivenöl oder hübsche Dekogegenstände.

Geht man vom Brunnen aus rückwärts Richtung der großen Durchgangsstraßen, kommt man an den typischen Modeläden vorbei, die es in nahezu jeder größeren europäischen Stadt gibt. In diese Richtung liegt auch das archäologische Museum. Einige Stunden kann man in der Innenstadt durchaus verbringen, ohne sich einer Landausflugsgruppe eines Kreuzfahrtschiffes anschließen zu müssen. Wir hatten allerdings weniger Zeit, weil in unserem Reiseangebot bereits eine Bustour über die Insel enthalten war.

Mit dem Bus die Insel erkunden

Um ganz ehrlich zu sein: Die Inseltour war überflüssig. Wir stoppten in einem Weingut, das etwa 20 Kilometer südlich von Heraklion liegt. Dort bekamen wir äußerst lieblos je einen Schluck weißen und roten Weins als Verkostung, begleitet von einem Happen sehr harten Brotes mit einer Tomatensoße. Im Anschluss schauten wir in einem sehr kalten Raum einen alten Film über das Weingut, leider war der Ton so schlecht, dass es unmöglich war, ihn zu verstehen.

Von dort fuhren wir weiter und hatten immerhin einige schöne Ausblicke über die Insel. Zu Mittag wurden alle Busse in ein Restaurant an einer Straße gefahren, so dass mehrere hundert Kreuzfahrttouristen gleichzeitig einen Teller mit lokalen Spezialitäten bekamen, dazu eine Tasse Kräutertee und einen Raki. Die Pastetchen, Oliven und der Käse waren trotz der Massenabfertigung erstaunlich gut. Von dort ging es dann hinunter in die Stadt, wo wir etwa eine Stunde zur freien Verfügung hatten. Den Palast von Knossos haben wir irgendwo in der Ferne hinter dichten Blättern erahnt.

Mein Fazit: Wäre die Tour nicht im Preis für die Kreuzfahrt enthalten gewesen, hätte ich sie nicht gemacht. Im Nachhinein habe ich mich aber geärgert, dass ich sie nicht einfach habe ausfallen lassen, denn sie war ziemlich überflüssig. Über die Insel weiß ich nicht viel mehr als zuvor. Und das, was ich in Iraklio gesehen habe, habe ich auf eigene Faust gemacht. Mein Tipp lautet darum: Schaut Euch genau an, was in einem Landausflugspaket enthalten ist, und überlegt Euch, ob Ihr nicht vielleicht mehr davon habt, wenn Ihr eigenständig auf Tour geht.

Griechisches Abendessen

Auf der MSC Splendida gab es häufig ein an die Region angepasstes Abendessen. So auch als wir von Kreta Richtung Sueskanal aufbrachen: Salat mit Schafskäse, Krabben und Souvlaki haben mir Griechenland an diesem Abend näher gebracht als die Bustour und die Weinprobe.

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