Genussreise nach Amsterdam: Restaurants, Cafés und Bars

Dessert
Dessert

Lecker sind die Pommes mit Erdnusssoße und Frikandel. Aber sie sind erfreulicherweise nicht alles, was man in den Niederlanden zu essen bekommt. Bei unserem Städtetrip haben wir es uns gut gehen lassen. Dies sind unsere Tipps für Kaffee, Abendessen, Snacks und Cocktails.

Viel Inspiration für diesen Städtetrip nach Amsterdam hatten wir aus dem Buch Ein perfektes Wochenende in Amsterdam aus der Süddeutsche Zeitung Edition (Werbe-Link zu Amazon), das ich kostenlos zur Rezension bekommen habe. Das Buch listet jeweils mit Fotos und Kurzbeschreibungen Cafés, Hotels, Restaurants und Bars auf. Beim Lesen bekam ich Lust auf viele der genannten Locations, aber letztendlich musste ich natürlich eine Auswahl treffen. Dabei habe ich mich auch daran orientiert, was in der Nähe unseres Hotels lag. Mein Fazit zum Buch: Es ist ja immer so – sobald über ein Lokal geschrieben wird, ist es eben kein Geheimtipp mehr. Aber von neun empfohlenen Restaurants, Bars, Geschäften, Sehenswürdigkeiten und Cafés, die wir ansteuerten, waren sieben gut. Das ist eine tolle Quote. Ich finde es schade, dass wir nicht noch mehr Zeit hatten, weitere Empfehlungen umzusetzen. Allerdings muss man auch sagen: Wir haben auch ohne das Buch tolle Locations gefunden. Das mag an der Stadt selbst liegen. Ich würde trotzdem auch für andere Städte oder Regionen wieder auf einen Führer aus dieser Reihe zurückgreifen, denn offensichtlich teilen wir den selben Geschmack. Übrigens wird im Buch auch der Besuch der Oude Kerk empfohlen. Darüber habe ich anderswo geschrieben.

Leckereien kaufen in Amsterdam

In dem Buch werden übrigens auch Einkaufsmöglichkeiten genannt: Sehr schön ist tatsächlich der Noordermarkt mit Ökoprodukten, auf dem man gut Käse und Wurst kaufen, aber auch probieren kann. In der Staat gibt es davon abgesehen viele Käseläden, von denen die meisten auch am Sonntag einige Stunden geöffnet haben. Wir haben in der ebenfalls empfohlenen Kaaskamer eingekauft. Der Bauerngouda ist vorzüglich.

Tipp: Wenn ich nur zum Umsteigen in Amsterdam bin, gehe ich immer schnell in die IJpassage unter dem Hauptbahnhof. Dort bekommt man auch sehr guten Käse.

Im Rotlichtviertel, kurz vor der Oude Kerk, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist, ist der Trompettersteeg. Das ist die schmalste Gasse in Amsterdam. Im hinteren Teil sind schon die Räume der Prostituierten, weiter vorne ist der Zugang zur Chocolaterie Cacao & Spice. Dort gibt es Kaffee mit dem schönen Namen „Fucking strong Coffee“ und köstliche selbstgemachte Pralinen. Die Gasse ist so schmal, dass man schnell vorbei ist, ohne sie bemerkt zu haben.

Snacks in Amsterdam

Direkt am Noordermarkt ist das ebenfalls im Buch erwähnte Café Winkel, das wie beschrieben sehr voll ist. Wir standen mit unserem riesigen und guten Stück Appeltaart und Café auf der Ecke an den Tresen. Weil wir im empfohlenen Buffet van Odette keinen Platz bekamen, und die Kuchenreste zu kümmerlich aussahen, um zu warten, haben wir TripAdvisor um Rat gefragt, und sind so etwa 500 Meter entfernt im Back to Black zu unserem ersehnten Heißgetränk und lecker Bananenbrot gekommen.

Ziemlich zentral liegt das Hotel Hoxton. Im Keller ist das empfohlene Bistro Lilly’s mit cooler Loungemusik, bequemen Sesseln und Homemade Lemonade. Nicht weit von dort waren wir im Café George zu Abend essen – tatsächlich im Wesentlichen, weil wir Hunger hatten, als wir aus dem Anne Frank Haus kamen, und dieses Restaurant das nächstgelegene und im Buch empfohlene war. Dort gibt es ein zwei oder drei Gang-Menü vor 20 Uhr für faire 25 beziehungsweise 32 Euro. Dabei hat man zwei Optionen für die Vor- und die Hauptspeise. Das Café hat Bistrocharakter und ist ganz nett.

Weil Fritten zum Besuch in den Niederlande gehören: Gegenüber des Hauptbahnhofs, in der Nähe des Adam Towers, gibt es köstliche Pommes – natürlich auch mit Erdnusssoße. Die Fähre auf die andere Seite ist kostenlos.

Fine Dining in Amsterdam

Im Bilderberg Garden Hotel gibt es ein hervorragendes Restaurant, das De Kersentuin. Auf der Internetseite steht, es habe einen Stern, an der Tür klebt ein entsprechender Aufkleber, aber auf der Seite des Guide Micheln wird es Stand 12/2018 nicht gelistet. Das Essen ist trotzdem gut, das Chefs Menü mit vier Gängen kostete bei unserem Aufenthalt 55 Euro. Dafür bekamen wir unter anderem Heilbutt, Reh, und viel Trüffel an der Vorspeise.

Einen Stern hat das Rijks, das Restaurant am Rijksmuseum. Für ein Sternerestaurant finde ich es etwas groß. Wenn es ausgebucht ist, kann es dort ziemlich laut sein. das finde ich persönlich nicht so schön. Das Essen war trotzdem toll. Mich hat vor allem das Millefeuille aus Roter Beete fasziniert. Die Bedienung erklärte mir, die Rote Beete habe zwei Stunden gekocht, dann sei sie mit einem Apfelschäler in einen langen Streifen geschnitten worden. Den habe man wieder zusammengerollt und halbiert. Das Ergebnis: sehr zart! Das Vordessert war für mich geschmacklich ein Knaller, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass ich es mögen würde: Avocado-Mousse mit Fencheleis und kandidierten Olivenstücken. Eine tolle Kombination aus Anis und leichter Süße mit der etwas salzigen schwarzen Olive.

Cocktails in Amsterdam

Das College Hotel ist eine der Buchempfehlungen – für uns war es aber kein perfekter Tipp: beispielsweise. Dort, so heißt es im Buch, gehe der Amsterdamer gerne in der Lobby etwas trinken. Als wir dort waren, waren wir vom Eingang und dem Treppenhaus begeistert. Die Bar haben wir aber nicht in der Lobby gefunden, und im Vergleich zum Treppenhaus war sie eher nüchtern und etwas lieblos. Obwohl hinter der Bar zwei Angestellte waren, dauerte es gefühlt ewig, bis uns ein Dritter bediente. Auf die Frage nach einer Cocktailkarte kramte er lange und ergebnislos hinter der Theke. Daraufhin bestellte ich Gin Tonic, worauf er mich anschaute, als ob ich etwas sehr Ungewöhnliches wünschte. Bis der Gin Tonic, der mit dem Rest aus der Tanqueray Flasche gemacht wurde, kam, verging erstaunlich viel Zeit. Nüsschen gab es wohl dazu – kurz bevor unsere Gläser leer waren. Und schließlich wurde der teurere Hendricks abgerechnet. Allerdings änderten die Servicekräfte die Rechnung auf meine Anmerkung hin sofort.

Deutlich besser war die Bar Twenty Third im japanischen Hotel Okura, das eines der besten der Stadt sein soll. Aus dem 23. Stock hat man einen tollen Blick auf die Stadt. Die Signature Cocktails hat das Barteam vor etwa drei Monaten kreiert, angelehnt an die Speisen im danebenliegenden Sternerestaurant. Wir hatten Oma op Bezoek, ein Cocktail, der in der Teetasse serviert und aus lokalen Spirituosen gemacht wird. Der Okura Old Fashioned ist so gar nicht old fahioned, finde ich. Vielmehr ist es eine Mischung aus Whisky und Vanille-Chipotle-Sirup, der scharf ist. Ziemlich scharf, um es ganz genau zu sagen. Und das ist eine wirklich überraschende Kombination.

Interaktive Tour bei Bols

Sehr nett ist außerdem ein Besuch im House of Bols. Genau, das ist die Familie, die zuerst Genever und später auch die bunten Liköre schon seit 1575 herstellt. Heute kann man sich die Geschichte interaktiv und mit Audioguides erschließen. Sehr modern, sehr nett, und zum Abschluss gibt’s noch einen Cocktail deiner Wahl.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: