Ein halber Tag in Nürnberg

Nürnberg
Nürnberg

Um das direkt am Anfang zu sagen: Ein halber Tag für Nürnberg ist zu kurz. Viel zu kurz. Für mich war Nürnberg aber nur der Zwischenstopp bei einer Bloggerreise, bevor ich weiter fuhr in die Hallertau, in das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Und darum hatte ich eben nur einen guten halben Tag, um mir die Stadt anzusehen. Ich entschied mich für einen Besuch im Albrecht-Dürer-Haus, warf einen Blick in die Felsgänge unter der Stadt und ins Tucherschloss. Und natürlich stieg ich nochmals zur Kaiserburg hinauf, die ich von einer früheren Stippvisite kannte.

Meine Stadterkundung startete am Sonntagmorgen gegen 9 Uhr: Es war sonnig, es war warm – und vor allem war es ruhig in der Innenstadt. Kein Wunder, denn bis zum frühen Morgen war ein so lebhaftes Treiben in den Straßen, dass ich es in meinem Dachgeschosszimmerchen im Hotel Victoria gehört habe. Ich genoss es, durch die Fußgängerzone zu schlendern. Zwar war die Altstadt Nürnbergs im zweiten Weltkrieg zu etwa 90 Prozent zerstört, doch beim Wiederaufbau ging man nicht so sorg- und gedankenlos vor wie in vielen anderen deutschen Städten: Wo Fachwerkhäuser nur repariert werden mussten, machte man das. Wo ein Haus total zerstört war, wurde es zwar mit neuen Materialien wieder aufgebaut, aber wo möglich nach den Grundrissen der Vorkriegszeit. Das Ergebnis ist eine Innenstadt, die längst nicht so gesichtslos und austauschbar ist, wie viele andere. Vor allem von der Kaiserburg hat man einen guten Blick das Zentrum.

Zu Besuch bei Albrecht Dürer

Ich gebe zu, dass ich ein äußerst begrenztes Wissen über Albrecht Dürer hatte, bevor ich sein Wohnhaus besuchte. Natürlich kennt man den Namen, vielleicht bringt man ihn mit Kunst in Verbindung, eventuell sogar mit dem Stich Die betenden Hände. Aber das war’s dann auch bei mir. Wie wichtig Dürer für Nürnberg noch heute zu sein scheint, sieht man auf dem Weg zu seinem Haus: Da gibt es eine Apotheke, die nach ihm benannt ist, ein Café, ein Wirtshaus, ein Platz. Oben auf dem Berg liegt ein metallener Hase, der seinem Aquarell nachempfunden ist.

Was mir beim Gang durch das Haus besonders gefallen hat, ist, dass es in 30 bis 40 Minuten besucht werden kann, und dank Audioguide in dieser Zeit über seine Geschichte, die gesellschaftlichen Entwicklungen und die Kunst informiert wird. Es gibt zwar 17 Hörstationen, aber sie sind so prägnant, dass man sich nicht langweilt und alle in dieser Zeit hören und verarbeiten kann. Der Eintritt ist übrigens in der NürnbergCard enthalten, die man auch nutzen kann, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Stadt zu fahren. Die Congress- und Tourismuszentrale Nürnberg hatte mir meine Karte im Rahmen meiner Bloggerreise kostenlos überlassen.

Fakten über Nürnberg

  • Die meisten Besucher im ersten Halbjahr 2016 kamen aus den USA, Italien, Großbritannien und Irland sowie Österreich.
  • 1431 hatte die Stadt 22.797 Einwohner, heute sind es rund 527.000.
  • Nürnberg hat 14 Partnerstädte, beispielsweise Hadera in Israel, San Carlos in Nicaragua oder Shenzhen in China.
  • Das Albrecht-Dürer-Haus besuchten 2015 76.867 Menschen, die Burg mehr als 194.000.
  • Die Arbeitslosenquote lag in Nürnberg 2015 etwas über dem bundesdeutschen Schnitt, sinkt aber seit 2011 kontinuierlich.
  • Die Nettokaltmieten sind seit 2000 um 2,60 Euro pro Quadratmeter gestiegen.
  • 2015 lag die durchschnittliche Temperatur bei 10,7 Grad Celsius.
Spirituosenlager in den Felsengängen
Spirituosenlager in den Felsengängen

Um die Ecke des Dürer Hauses ist die Hausbrauerei Altstadthof. Dort braut Reinhard Engel das Nürnberger Rotbier – und einige andere Sorten. Er macht auch Bierbrände und Whiskey selbst, (demnächst mehr) einen Lagerkeller hat er in den Felsengängen, die den Grund und Boden unter einem weiten Teil der Stadt durchziehen. Durch diese Gänge gibt es Führungen, die gut eineinhalb Stunden dauern – und ausgesprochen beliebt sind, wie ich festgestellt habe. Zu jeder Führung standen Menschentrauben vor der Kasse. Wer sich dafür entscheidet, sollte sich wärmer anziehen und feste Schuhe tragen.

Ebenfalls in Laufnähe ist das Tucherschloss. Die Tucher waren eine Patrizierfamilie, ihre Nachkommen sind heute über die ganze Welt verstreut. Nach dem zweiten Weltkrieg ließ man es wieder aufbauen, hatte jedoch keine Verwendung mehr dafür. Darum ist es heute ein Museum, in der eine Schauspielerin die Rolle der Katharina Tucher spielt und in mittelalterlichem Gewand und mit Haube die Besucher durchs Haus führt. Der Eintritt ist ebenfalls in der NürnbergCard enthalten.

Was Nürnberg noch zu bieten hat

In Nürnberg gibt es noch viel mehr zu sehen und zu erleben. Die Stadt hat sehr viele Museen, Parks und Feste, die einen Besuch interessant machen. Wenn ich das nächste Mal in der Stadt bin, möchte ich mir diese Dinge ansehen beziehungsweise machen:

  • Reichsparteitagsgelände und Dokumentationszentrum
  • Memorium Nürnberger Prozesse
  • Spielzeugmuseum
  • Bratwurstführung
  • Lebkuchenführung

Bloggerreise nach Nürnberg

Bloggerreise nach Nürnberg

Die Congress- und Tourismuszentrale Nürnberg hat meine Unterkunft, die NürnbergCard und das Essen während meines Aufenthalts bezahlt.

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