Ausflüge auf Kreuzfahrt: auf eigene Faust oder organisiert

Kreuzfahrtschiffe in Lissabon, da sind selbst organisierte Ausflüge auf Kreuzfahrt kein Problem
Ganz klar: Ausflüge auf Kreuzfahrten gehören dazu. In Lissabon beispielsweise kann man in ein paar Minuten zu Fuß vom Schiff in die Stadt.

Wenn es eine Frage gibt, die mir schon hundertmal gestellt wurde, und die in jedem Kreuzfahrt-Forum täglich aufpoppt, ist es die: „Wie macht man am besten Ausflüge auf einer Kreuzfahrt?“. Denn die sind meistens teuer, wenn man sie von der Reederei organisiert bucht. Dabei ist das oft nicht notwendig, manchmal aber extrem sinnvoll. Es geht aber auch viel auf eigene Faust – und das ist oft günstiger. Andererseits ist an Hafentagen das Schiff in der Regel leerer.

Das Grundproblem Verspätung

Stau in Kambodscha
In der Fremde im dichten Verkehr und das Schiff fährt bald ab? Ein Albtraum.

Im Urlaub braucht man keinen Stress. Stressig würde es aber, wenn man weiß, dass das Schiff in einer Stunde abfährt, man aber rund zehn Kilometer entfernt im Taxi sitzt, das dummerweise in einem Megastau steht. Denn es gilt grundsätzlich: Wer nicht rechtzeitig zurück am Schiff ist, hat Pech gehabt. Ich habe selbst schon erlebt, dass ein Schiff noch eine halbe Stunde gewartet hat und dann abgelegt hat. Die unmittelbar am Ende des Kais auftauchenden fehlenden Passagiere konnten uns nur noch hinterher winken. Hier könnt Ihr das nachlesen.

Damit werben die Reedereien: „Wenn Du mit uns einen Ausflug machst, kann Dir das nicht passieren.“ Und das ist auch so. Auf einer anderen Reise wurde mehr als zwei Stunden gewartet, bis ein verspäteter Ausflugsbus eintraf. Erst dann wurden die Leinen gelöst.

Hier muss also individuell das Verspätungsrisiko und die Konsequenzen abgewogen werden. Befinden wir uns auf einer Mittelmeerkreuzfahrt, bei der der nächste Halt des Schiffes vielleicht ein paar Autostunden entfernt ist, ist das Risiko vergleichsweise gering. Wenn ich das Schiff verpasse, muss ich zwar irgendwie zum nächsten Hafen gelangen, aber in den meisten Fällen dürfte es kein riesiges Drama sein und binnen kürzester Zeit zu einer lustigen Urlaubsanekdote werden.

In dem oben geschilderten Fall folgten allerdings zwei Seetage durch die Karibik und dann war die Kreuzfahrt in Florida zu Ende. Die zurückgelassenen Passagiere mussten also durch die halbe Karibik fliegen um zu ihren Sachen zu kommen – die waren schließlich auch noch in der Kabine

Wann man es wagen kann, Landausflüge auf eigene Faust zu machen

  • Die nächste Etappe der Kreuzfahrt lässt sich auch anders in angemessener Zeit zurücklegen.
  • Man ist ziemlich gut in der Organisation einer Alternative und scheut das Abenteuer nicht.
  • Das Ausflugsziel ist nicht allzu weit vom Hafen entfernt.
  • Das Ausflugsziel ist nicht im Angebot der Reederei.

Wann man es besser lassen sollte

  • Die nächste Etappe ist riesig und es gibt kaum alternative Verkehrsmittel, um zum nächsten Hafen zu gelangen.
  • Das Ausflugsziel ist sehr weit vom Hafen entfernt.
  • Man spart kein Geld.
  • Man will aus welchem Grund auch immer kein Abenteuer wagen.

Günstigere Landausflüge auf Kreuzfahrt

Rundflug über Acadia National Park
Der Rundflug war auf eigene Faust 20 Euro günstiger

Mit ein paar von der Reederei organisierten Ausflügen kann selbst die günstigste Schnäppchenreise noch richtig teuer werden. Tagesausflüge kosten bei den meisten Kreuzfahrten zwischen 80 und 100 Euro, in Einzelfällen sind sie noch teurer. Ausflüge dagegen bei einem Anbieter vor Ort zu buchen, ist in der Regel viel günstiger. Ich habe beispielsweise für einen Rundflug über den Acadia-Nationalpark in Bar Harbor, Maine, direkt beim Anbieter 130 Euro bezahlt. Der exakt identische Rundflug hat über die Reederei 20 Euro mehr gekostet und es gab keinen Unterschied in den Angeboten.

Wir schauen uns mal ein paar Möglichkeiten an:

Mit dem Taxi Ausflüge machen

Taxi bei Nacht in Barcelona
Taxis sind in Deutschland teuer, in vielen anderen Ländern sind sie aber eine günstige und komfortable Möglichkeit, einen Ausflug auf Kreuzfahrt zu machen

Das klingt gleich versnobt, zumindest wenn man deutsche Taxipreise als Maßstab nimmt. In sehr vielen Ländern ist Taxifahren im Vergleich zu hier aber spottbillig. Gerade wenn man im arabischen Raum unterwegs ist, wo viele Kreuzfahrten stattfinden, erlebt man Taxifahrten, die oft günstiger sind als hier der Bus, gerade wenn man mit mehreren unterwegs ist. Dann muss man einfach nur wissen, wo man hinmöchte. Das Ausflugsprogramm der Reederei kann ja als Inspiration dienen.

Hilfreich sind auch Taxi-Apps wie MyTaxi. Das funktioniert nicht nur in Deutschland, sondern beispielsweise auch in Lissabon und anderen europäischen Städten. Und in immer mehr Metropolen ist auch Uber verfügbar.

In vielen Kreuzfahrthäfen ist es auch Usus, dass Taxifahrer gleich ihre Dienste für den ganzen Tag anbieten und die Reisenden individuell ihre Tour festlegen können.

Wichtig ist grundsätzlich, dass man nur in offizielle registrierte Taxis einsteigt. Vor allem bei der Rückfahrt, denn oft dürfen nur registrierte Taxis ins Hafengelände. Private Fahrer, die sich mit Touristen schnell ein bisschen Geld dazu verdienen wollen, dürfen das in der Regel nicht. Wenn der Hafen mitten in der Stadt ist, und man zu Fuß zum Schiff kommt, spielt das natürlich nur eine untergeordnete Rolle.

Zu Fuß, mit Bus oder Bahn fremde Städte erkunden

Gerade im Mittelmeer liegen viele Häfen quasi mitten in der Stadt. In Lissabon, Palma, Barcelona, Genua, Istanbul und vielen weiteren Städten verlässt man das Schiff und ist in wenigen Minuten mitten in der Stadt. Gerade in Metropolen sind dann die öffentlichen Verkehrsmittel eine gute Alternative zur teuren Stadtrundfahrt. Ansonsten gibt es bei vielen Reedereien auch einen recht günstigen Transfer ins Stadtzentrum, wenn es zu Fuß zu weit ist. Auch hier gilt dann, rechtzeitig wieder am Treffpunkt zu sehen oder auf anderen Wegen zum Schiff zurückzukommen, sofern möglich.

Noch zwei weitere Beispiele, wo sich Bus und Bahn anbieten: Rom liegt nicht am Meer, der römische Hafen Civitavecchia hat aber eine sehr gute Bahnanbindung in die ewige Stadt. Und: Ich bin in New York mit Bus und Bahn vom weit außerhalb liegenden Hafen Bayonne nach Manhattan gefahren. Der Ausflug mit der Reederei, der nur aus dem Bustransfer nach Manhattan bestand, kostete 49 Euro und dauerte rund eine Stunde pro Strecke. Vom Schiff aus gab es aber einen Shuttle-Bus zur Station 34th Street der HBLR, einer Stadtbahn. Von dort bis Exchange Place, dann ging es mit PATH in wenigen Minuten unter dem Hudson hindurch in das World Trade Center. Hin und zurück hatte man dann insgesamt 15 US-Dollar bezahlt und konnte frei wählen, wann man fährt.

Mit dem Bus direkt ins Einkaufszentrum

In Dubai und den benachbarten Häfen werden häufig kostenlose Shuttle-Busse in große Einkaufszentren und zurück zum Schiff angeboten. Ob man dann wirklich in die Mall geht oder einfach nur eine große Distanz gratis zurückgelegt hat, interessiert keinen. Allerdings muss man sich rechtzeitig über die Abfahrtszeiten informieren und der Transfer kann länger dauern, wenn unterwegs noch andere Stationen angefahren werden.

Stadtrundfahrten ganz nach Belieben

In vielen Touristenzielen weltweit gehören die roten Doppeldeckerbusse von Hop-on Hop-off zum Stadtbild. Auf festgelegten Rundkursen kann man an jeder Haltestelle aus- und später wieder einsteigen. Selbstverständlich halten diese Busse in vielen Städten auch in der Nähe des Kreuzfahrthafens und Tickets gibt’s direkt im Terminal.

Mein Lieblingsportal für günstige Ausflüge auf Kreuzfahrt

Es gibt eigentlich kaum etwas geeigneteres, um günstige oder einfach außergewöhnliche Ausflüge zu finden, als GetYourGuide. Da gibt es Transfers, Stadtrundfahrten, Hubschrauberrundflüge, Segway-Touren und je nach Ziel hunderte andere Angebote. Oft ist die Abholung mit im Preis enthalten.

Tipps für Kreuzfahrt-Ausflüge auf eigene Faust

  • Zumindest ein Ausweisdokument solltet Ihr immer dabei haben. Oft wird der Reisepass während der Kreuzfahrt verwahrt, mit dem Personalausweis kann man sich wenigstens ausweisen. Ob man damit im Ernstfall außerhalb Europas Grenzen überqueren kann, steht auf einem anderen Blatt.
  • Dringend benötigte Medikamente solltet Ihr selbstverständlich immer dabei haben und nicht auf dem Schiff lassen.
  • Ein Handy mitnehmen: Auf jeder Kreuzfahrt-Karte steht eine Notfallnummer, die man sofort anrufen sollte, wenn absehbar ist, dass es zu einem Problem kommt – egal, was der Anruf dann nachher kostet. Wenn die Besatzung des Schiffes Bescheid weiß, dass man sich verspätet und alles versucht, um zum Schiff zu kommen, ist die Bereitschaft noch ein bisschen zu warten eventuell größer. Die letzte Entscheidung trifft aber immer der Kapitän.
  • Mit einer Kreditkarte können im Notfall Hotelübernachtungen bezahlt werden.
  • Letzter Tipp: Abends beim Essen natürlich damit prahlen, was man alles gesehen hat und dafür viel weniger ausgegeben hat als die Mitreisenden 😉

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