25 Jahre Mauerfall: Berlin 1989

Berlin Alexanderplatz 1989
Berlin Alexanderplatz 1989

Evangelischer Kirchentag in West-Berlin! Für etwa einhundert Mark in die schon damals faszinierendste Stadt der Republik fahren! Gerade 18 geworden war das keine Frage: Wir wollten dabei sein. Von der Schule wurden wir für die entsprechenden Tage freigestellt. Und los ging die Fahrt mit dem Zug von Baden-Württemberg nach West-Berlin. 1989 hat das ewig gedauert.

Ich erinnere mich daran, erstmals mit einem U-Bahn-Plan konfrontiert worden zu sein – und ich glaube, wir sind einige Male in die falsche Richtung gefahren, bis wir das System schließlich verstanden hatten. Unsere Unterkunft war in einer Schule, in einem Klassenzimmer, auf Luftmatratzen und mit Schlafsäcken auf dem Boden. Das würde ich zwar heute noch immer machen – freue mich aber doch, dass ich zwischenzeitlich bequeme Hotelbetten buchen kann. Abgesehen davon waren die Nächte sowieso kurz, weil wir sie meistens im Kudorf tanzend verbrachten.

Natürlich fuhren wir zur Mauer. Dort gab es eine Plattform von der aus man über die Mauer auf die andere Seite schauen konnte, ins andere Deutschland. Das war ein komisches Gefühl – so nah das Brandenburger Tor, und doch so unerreichbar. Auch Deutschland – und irgendwie doch nicht. An einem Tag fuhren wir mit der Bahn nach Ost-Berlin. Es gab einen Mindestumtausch in Höhe von 25 D-Mark in DDR-Mark. 25 D-Mark, das war für eine Schülerin 1989 viel Geld. Insbesondere, da es kaum etwas gab, was wir für unser Geld kaufen konnten. Wir waren in einem Laden, in dem es Schallplatten gab und Geschenkpapier und Bücher. Wir ließen uns so ziemlich alle Platten zeigen. Ich entschied mich letztlich für eine mit klassischer Musik und für einige Bücher, die ich nicht wollte. Auch Geschenkpapier, das mir nicht gefiel, habe ich gekauft. Einfach, um das Geld, das ich nicht rücktauschen konnte, auszugeben.

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Ich empfand den Besuch in Ost-Berlin damals als bedrückend. Denke ich daran zurück, habe ich gedeckte Farben vor Augen und eine merkwürdige Stille im Kopf. Allerdings ist 1989 auch schon recht lange her, vielleicht liegt es also einfach daran. 25 Jahre. Ein Viertel Jahrhundet. Wer hätte im Mai des Jahres gedacht, dass dieses Jahr eines der wichtigsten im Leben von uns Deutschen werden würde.

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