USA: Vom Kancamagus-Pass zum Lake Champlain

Weitsicht bei der Fall Foliage Tour
Weitsicht bei der Fall Foliage Tour

Laubbäume überall, bergeweise. In grüngelborangerot. Ich habe mich immer gefragt, was die Amis wohl mit ihrem Indian Summer haben. Herbst ist Herbst, und auch in Deutschland wechseln die Bäume ihre Farbe. Ja. Aber: Die schiere Menge macht den Unterschied. Wir haben heute so viele Bäume in allen Farbabstufungen bewundert, wie ich sie wahrscheinlich in den vergangenen Jahren noch nie zu Gesicht bekam.

Scenic Drive: Kancamagus-Pass

Dazu sind wir über den Kancamagus Pass gefahren. Die Straße ist ein so genannter Scenic Drive. Das bedeutet zum einen, dass man schöne Dinge sieht. Zum anderen, dass es immer wieder Stopps gibt, an denen man das Auto verlässt und einige Meter geht. So gibt es einen Stopp an einer überdachten Holzbrücke, wie ich sie aus dem Schwarzwald kenne, einen an einem Fluss, an einem historischen Häuschen mit angrenzendem Friedhof, an den Wasserfällen und diversen Aussichtsplattformen. Die Fahrt zieht sich so natürlich, aber es gilt: Der Weg ist das Ziel! Erschwert wird die Fahrt lediglich durch die Angewohnheit der US-Amerikaner, ihre Sehenswürdigkeiten so knapp vorher mit einem Schild zu markieren, dass man oft schon vorbei ist, bis klar war, dass man halten sollte. Umkehren ist dann oft erst Kilometer später möglich. Das verlängert die Fahrt noch etwas mehr. Kehrte man allerdings nicht um, würde man die besten Stellen wohl verpassen.

Am Ende des Kancamagus-Pass: Zwischenstopp bei Ben & Jerry’s

Hier lang zum Eis!
Hier lang zum Eis!

Unser Weg führte uns aber nicht nur über den Kancamagus-Pass, sondern auch direkt zur Zentrale von Ben & Jerry’s in Vermont. Der Ort, in dem das wunderbare Eis gemacht wird, ist ausgesprochen klein und unwichtig. Trotzdem wälzen sich Autoschlangen hindurch, alle mit dem Ziel, die Fabriktour zu machen. Die kann ich leider nicht empfehlen, denn neben einer etwa 6-minütigen Filmeinführung und einer etwa 3-minütigen Videoinformation über die Produktion sieht man nicht wirklich viel. Dafür zahlt man aber 4 Dollar Eintritt – und bekommt am Ende eine Kugel Eis. In unserem Fall Kürbiseis, das stark nach Zimt schmeckte und sonst eher langweilig war.

Mein Tipp: Spart das Geld und geht direkt zum Eisverkauf, um eine Sorte zu probieren, die es in Deutschland nicht gibt. Ich hatte Greek Yoghurt Banana Peanut Butter und Ameri’cone Dream, beides höchst lecker. Von Ben & Jerry’s war es nur noch eine knappe halbe Stunde bis Burlington und bis zum Lake Champlain. Wundervolle Gegend und bezauberndes Städtchen mit Uferpromenade und Fußgängerzone voller Clubs und Restaurants. Leider aber auch mit Hotelzimmerpreisen aus der Hölle, so dass wir etwas außerhalb in einem weniger schönen Motel untergekommen sind. Dafür aber mit unfassbar schnellem W-LAN.

Pumpernickel in den USA
Pumpernickel in den USA

Und einer Art Schwarzbrot am Frühstücksbuffet: Es heißt Pumpernickel, und es ist dunkel. Trotzdem hat es mit dem deutschen Pumpernickel überhaupt nichts zu tun: Es enthält keine ganzen Körner, und es ist überhaupt nicht hart. Im Gegenteil, es ist so weich wie ungetoastetes Toastbrot. Es ist eben US-amerikanisches Pumpernickel-Brot: “Dark Pump”.

Vom Kancamagus-Pass bis Lake Champlain und rundum: Herbstgeschmack überall

Kürbismuffin
Kürbismuffin

An der kanadischen Grenze oder weiter im Süden: Jeden Morgen sind die Laubwälder ein bisschen mehr gelb, orange und rot, ein bisschen weniger grün. Manchmal sieht es aus, als ob der Wald entlang der Landstraße, auf der wir unterwegs sind, in Flammen stünde. Im Sherwoodforest sind wir Robin Hood zwar nicht begegnet. Dafür haben wir einen Weihnachtsladen in Weston gefunden. Man stelle sich alles blinkend und in rot, grün und weiß vor. Kunststofftannenbäume mit Coca-Cola- oder M&M-Behang, Schneekugeln mit Disneyfiguren, Lichterketten in allen Farben. Schnell raus! Umso netter sind die beiden Läden nebenan, in denen es Produkte aus der Region gibt. Überall stehen Gläser und Dosen, um selbst zu testen: Über Ahornholz geräucherte Peperoniwurst, Käse mit Apfel-Cider, Tortilla-Chips mit Sesamkörnern, Zitronen-, Zimt- oder Ingwerplätzchen, Auberginenmus oder Kräuterdip. Die meisten Besucher gehen mit vollen Tüten. Wir haben nur ein klitzekleines Tütchen mit Geschmacksmischungen für Käsekuchen gekauft. Eine davon ist Kürbis, natürlich, denn ohne Kürbis geht hier gar nichts: Kürbisbier, Kürbiseis und jetzt also Kürbiskäsekuchen. Kürbismuffin hatten wir auch, und zwar zum Frühstück in unserem Hotel am Lake Champlain in Vermont.

Weston ist übrigens sehr klein, beide Läden liegen an der Hauptdurchfahrtsstraße und können nicht übersehen werden.

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