Schottland: Fahrt in die nördlichen Highlands

Rind
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Als wir morgens in Inverness aufbrechen, wissen wir noch nicht, dass der wahrscheinlich schönste Tag unserer Schottland-Rundreise vor uns liegt. Zwar haben wir mehrfach gelesen, dass die North Coast 500, die in die nördlichen Highlands und zurück führt, besonders tolle Ein- und Ausblicke garantiert, aber gesehen haben muss man das selbst. Wie immer, wenn wir bei unserem Roadtrip längere Strecken mit dem Auto zurücklegen, versuchen wir, die Route in mehrere kleine Einheiten zu unterteilen.

Route von Inverness bis Tongue

  • Stopp 1: Dornoch. Ein ganz hübsches, kleines Örtchen. In der Kathedrale spricht uns ein älterer Mann auf Deutsch an. Er habe seinerzeit Englisch in Baden-Württemberg unterrichtet, auch zwei bekannte Politiker aus dem Ländle hätten zu seinen Schülern gehört. Wir unterhalten uns lange. Dann fahren wir weiter an den Strand, nur für einen kurzen Stopp, um auf einer Bank auf dem Damm die Aussicht zu genießen.
  • Stopp 2: Lybster. Der Hafen wird im Reiseführer hoch gelobt. Als wir ihn auf einer engen, steilen Straße nach unten erreichen, sind wir ein bisschen irritiert, weil das Becken so klein ist, und dort nicht viele Schiffe liegen. Dafür gibt es dort ein einfaches kleines Café, in dem die wenigen Hafenarbeiter frühstücken. Und auch Besucher aus dem Dorf sind dort.
  • Stopp 3: Eigentlich bin ich die ganze Reise über auf der Suche nach einem Steinkreis, doch ich finde die in der Karte eingezeichneten nie. Kurz nach Lybster sind Steine angeschrieben, die zwar keinen Kreis ergeben, aber trotzdem mehrere tausend Jahre alt sein sollen. Die Steine beeindrucken mich nicht sehr, aber der Blick ist toll.
  • Stopp 4: John O’Groats. Ist nicht der nördlichste Punkt der Hauptinsel Großbritanniens. Dafür aber ziemlich gut von Touristen besucht. Ein kurzer Zwischenstopp gehört trotzdem dazu.
  • Stopp 5: Castle of Mey. Die Königinmutter residierte hier im Sommer. Grundsätzlich kann man das Schloss nur bei einer Führung besichtigen, und auch dann sieht man nur einige wenige Zimmer. Gelohnt hat sich das trotzdem, denn die kleinen Anekdötchen sind ganz herzig. Meine Lieblingsgeschichte: Queen Mom legte jedem Gast drei Bücher neben das Bett und erwartete, dass er sie las, um sich mit ihm darüber zu unterhalten. Die königlichen Gärten waren bei unserem besuch im Mai leider noch nicht wirklich erblüht, sondern eher kahl.
  • Stopp 6: Dunnet Head. Hier sind wir nun wirklich auf dem nördlichsten Zipfel angekommen. Ein Leuchtturm steht hier, und von verschiedenen Aussichtspunkten hat man einen tollen Blick über die Landschaft. Von hier geht unsere Fahrt weiter bis Tongue. Immer wieder bleibt uns fast der Mund offen stehen, wenn wir auf einer Kuppe ankommen, oder um eine Kurve fahren: Der Blick über Hügel mit Sicht auf das Meer und über Meeresarme und Seen ist wunderbar.
  • Stopp 7: Letzter Stopp des Tages. Wir übernachten im Tongue Hotel in einem ungewohnt großen Zimmer. Neben Tee und Kaffee steht Portwein in einer Karaffe bereit. Wir hatten schon bei der Reservierung für den Abend ein Drei-Gang-Menü bestellt. Das Hotel hat außerdem eine große Auswahl an Gin und Whiskey in der Bar.

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