Bodensee: Von Meersburg über Friedrichshafen nach Lindau

Der Bodensee von Friedrichshafen aus
Der Bodensee von Friedrichshafen aus

„Wer den Bodensee vor der Tür hat, muss nicht ans Meer fahren“ – da ist echt was dran! Denn in der Vierländerregion hat man neben sehr viel Wassernähe natürlich auch ganz unterschiedliche Kulturen: Österreich, die Schweiz, Liechtenstein – und natürlich Deutschland. Ich war ziemlich geflasht von Konstanz und der Insel Mainau, dort, wo unser Roadtrip zu den süddeutschen Seen begann. Da wusste ich noch nicht, dass ich am nächsten Tag echte Highlights vor mir haben würden. Denn selbst bei einem Kurzurlaub kann man am Bodensee eine ganze Menge erleben. Die erste Sehenswürdigkeit ist nur eine kurze Strecke von Konstanz entfernt: Wir sind mit der Fähre nach Meersburg übergesetzt. Es lohnt sich, dort am frühen Morgen anzukommen, denn dann ist die Altstadt noch ziemlich leer. Gegen Mittag ist man längst nicht mehr der einzige Tourist.

Wer von der Fähre kommt, kann direkt dort auf dem Parkplatz den Wagen abstellen, und ist dann nach wenigen Metern zu Fuß am Eingang der Altstadt. Entweder geht man durch das Tor in die Fußgängerzone, oder man steigt die Treppen nach oben Richtung Burg. Sehr praktisch ist, dass in Meersburg alle Attraktionen gut ausgeschildert sind.

Auf Dichterinnenspuren am Bodensee

So kommt man leicht zum Fürstenhäusle, also dorthin, wo Annette von Droste-Hülshoff gelebt hat. Man muss „Die Judenbuche“ oder ihre anderen Bücher nicht gelesen haben, um sich das Museum anzusehen. Es lohnt sich auch so, weil es eigentlich ein vergrößertes Puppenhaus zu sein scheint. Besonders toll ist natürlich der Ausblick über die Weinberge und den See bis in die Berge. Überhaupt: Bei gutem Wetter sollte man sich durchaus einige Minuten auf die Bank unter den Baum hinter dem Haus setzen, um diesen Blick zu genießen.

Von dort geht man zurück in die Altstadt und bis zum Kirchplatz. Die hässliche Durchgangsstraße muss man unter- oder überqueren, um zum Droste-Hülshoff-Weg zu kommen. Dort gibt es einen Aussichtspunkt, der ebenfalls einen Abstecher wert ist. Von hier führt eine Treppe auf die Parallelstraße hinab, und von dort kann man in einem Rundweg zurück in den Ort gehen.

Bodensee: Im Zeppelinmuseum

Von Meersburg sind es nur knapp 20 Kilometer bis Friedrichshafen. Diese Stadt ist natürlich viel trubeliger und hat nichts von der Lieblichkeit von Meersburg. Sinnvoll ist es, das Auto am Hafenbahnhof zu parken, dort ist nämlich das Zeppelinmuseum um die Ecke, das wohl die Hauptattraktion der Stadt sein dürfte. Mir war gar nicht klar, was für eine wirtschaftliche Rolle Zeppeline zu ihrer Zeit spielten.

Ich hatte bis zu meinem Besuch in diesem Museum immer nur den Absturz der Hindenburg 1937 im Kopf. Dass aber ziemlich viele Luftschiffe um die Welt herum unterwegs waren, und dass die Passagiere dort recht komfortabel gereist sind, das wurde mir erst durch den Besuch dort klar. Erfreulicherweise hatte mich das Buch Secret Places Europa in einem Kapitel auf das vorbereitet, was man dort sehen kann: Geschirr, Bilder, Videos – und sogar einen Teilnachbau eines Zeppelins in Originalgröße – von innen! An den Schaukästen gibt es übrigens QR-Codes. Wer sie scannt, bekommt Geschichten rund um die Zeit der Zeppeline auf seinem Smartphone erzählt.

Außerdem ist der Blick vom Moleturm auf die Stadt und über den See ganz schön. Und wer genügend Zeit hat, der geht auf der Uferpromenade durch den Stadtgarten und bis zu dem kleinen Park vor der Hofkammer des Hauses Württemberg.

Lindau: Auf der Insel

Weitere etwa 20 Kilometer durch die Bodenseeregion – und wir sind in Lindau. Die Stadt liegt schon in Bayern, also genau an der Grenze zu Baden-Württemberg. Sehenswert ist hier die der Stadt vorgelagerte Insel mit der schönen Altstadt und der Hafeneinfahrt. Hier sollte man Zeit für einen kurzen Spaziergang einplanen. 2021 wird übrigens die bayrische Landesgartenschau dort stattfinden – und dadurch wird es sicherlich noch grüner und idyllischer werden.

Buchtipp: Im Bodensee-Reiseführer von Callwey (Werbelink zu Amazon) gibt es viele kurze Spaziergänge – auch durch Konstanz, Friedrichshafen und über die Insel in Lindau, sowie Restaurant- und Einkaufstipps für die Region. Der Verlag hat mir das Buch kostenlos zur Rezension überlassen.

In aller Kürze

Was ist ein gutes Ziel für einen Tagesausflug an den Bodensee?

Kommt natürlich immer darauf an, was man will: Die Insel Mainau bei Konstanz ist sicherlich einen Tagesausflug wert, ebenso Meersburg mit einem Besuch im nahen Zeppelinmuseum in Friedrichshafen.

In welchem Bundesland liegt der Bodensee?

Der Bodensee liegt in Deutschland in Baden-Württemberg und Bayern. Österreich und die Schweiz grenzen aber auch an ihn.

Warum heißt die Gegend um den Bodensee Vierländerregion?

Weil neben Deutschland, der Schweiz und Österreich dort auch noch das Fürstentum Liechtenstein ist. 

Was kann man sich rund um Konstanz herum anschauen?

Von Konstanz ist man natürlich sehr schnell in der Schweiz. Aber auch auf der deutschen Seite gibt es einige schöne Ziele in der Näher. Dazu gehören die Insel Mainau, ganz bestimmt Meersburg, das Zeppelinmuseum in Friedrichshafen – und auch noch die Lindau vorgelagerte Insel, wenn man etwas weiter fahren möchte.

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