Auf dem Baumwipfelpfad in Bad Wildbad

Auf dem Baumwipfelpfad
Auf dem Baumwipfelpfad

Durch die Baumwipfel zu laufen, das hat schon seinen Reiz. In Costa Rica habe ich das vor vielen Jahren schon einmal gemacht, in Deutschland ist das relativ neu. Dafür sprießen die Baumwipfelpfade in der Bundesrepublik gerade wie Pilze aus dem Boden, scheint mir. Ich war in Baden-Württemberg auf dem Baumwipfelpfad in Bad Wildbad. Die besondere Herausforderung: Wir hatten einen nicht mehr ganz mobilen Begleiter dabei. Doch der Baumwipfelpfad legt besonderen Wert darauf barrierefrei zu sein.

Darum kann man dort auch einen Rollstuhl ausleihen. Allerdings muss man ihn mindestens 14 Tage vorher bestellen – möglichst mit Uhrzeit. Das war für uns etwas schwierig, weil wir eher spontan nach Baden-Württemberg fuhren, und dann auch noch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wann genau wir also da sein würden, konnten wir nicht sagen. Die Organisatoren waren aber super-hilfsbereit und nett. Sie sagten, sie reservierten den Rollstuhl für uns den ganzen Tag, wir sollten nur kurz anrufen, wenn wir ihn nicht bräuchten.

Schwieriger Einstieg

Das größte Problem war für uns die Anfahrt. Denn der Parkplatz für Besucher des Pfades ist relativ weit vom Eingang entfernt. Und direkt am Zugang zum Eingang gibt es nur wenige Parkplätze. Wir hatten allerdings keine Berechtigung dabei, dort zu stehen. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, näher an den Eingang heranzukommen, sind wir mehrmals um den Pudding gefahren. Die Telefonnummer, bei der ich anrufen sollte, falls ich die Reservierung nicht bräuchte, half uns leider nicht weiter: Es nahm nie jemand ab.

Also hat Jörg mich und unseren Begleiter an einem Zugang rausgelassen und dann das Auto weggebracht. In diesem Zugang recht weit vorne steht ein kleines Gasthaus mit einer Sitzbank. Dort setzte sich mein Begleiter hin, während ich zum Eingang sauste, mein Pfand hinterlegte, den Rollstuhl ausgehändigt bekam, wieder zurück raste, meinen Begleiter hineinsetzte und ihn dann zum Eingang schob. Diesen Teil finde ich etwas verbesserungswürdig, insbesondere, weil man am Ende das Ganze nochmals machen muss: Einer geht das Auto holen, der andere bringt den Dritten nach Vorne, bringt den Rollstuhl wieder zurück, geht wieder nach Vorne. Aber ich war froh, dass die Rollstuhlreservierung überhaupt so unbürokratisch geklappt hatte.

Ist man durchs Eingangstor, geht man auf einem leicht steigenden Holzbohlenpfad mit Geländer immer aufwärts, und das auf über 1.200 Meter Länge. Wer’s spannender will, kann an einigen Stationen über Balken balancieren oder über wippende Holzstücke. Am Ende des Weges steht ein 40 Meter hoher Turm. Dort geht man in einer Spirale nach oben. Und von oben hat man einen weiten Blick über die dunkelgrünen Nadelbäume des nördlichen Schwarzwaldes. Wahnsinn. So viele Bäume. So ein großes Gebiet.

Wer ohne Rollstuhl unterwegs ist, verlässt den Turm unten und geht durch den Wald zurück. Rollifahrer nutzen den Holzbohlenweg zurück zum Eingang. Die Eintrittskarten kann man übrigens online kaufen. Geld oder Zeit spart man dadurch allerdings nicht. Dafür bekommt man sie schön verpackt nach Hause geschickt.

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