5 Tipps für Venedig und mehr Wissenswertes

“Die Stadt der Liebe”, “die Stadt der Träume” oder sogar “La Serenissima – die Durchlauchtigste”, das sind Beinamen, mit denen Venedig belegt wird. Venezia, wie die Stadt auf Italienisch heißt, ist die Hauptstadt der Provinz Venetien im Norden Italiens. Nach Mailand sind es etwa 270 Kilometer gen Westen. Deutlich näher ist die Grenze zur Slowakei.

Wenn Tourist*innen über einem Besuch Venedigs nachdenken, dann haben sie in der Regel nur die Altstadt im Blick. Dieses Centro Storico, zu dem natürlich auch der Markusplatz und die Rialtobrücke gehören, liegt auf 127 Inseln in der Lagune von Venedig im Adriatischen Meer. Die Adria, so die Kurzform, ist Teil des Mittelmeeres.

Was den Reiz der Altstadt von Venedig ausmacht, ist das viele Wasser: Rund 175 Kanäle kreuzen die Stadt, sie wiederum überquert man auf gut 400 Brücken. Treppe auf und Treppe ab sind ein gutes Beintraining, für Menschen, die schlecht gehen können, aber eine echte Herausforderung.

Venedig, Stadt des Overtourism

Zwar kann man sehr bequem mit dem Zug bis zum Bahnhof St. Lucia fahren und dann in einen Vaporetto, einen Wasserbus umsteigen. Dieser fährt dann in etwa 40 Minuten bis zum Markusplatz. Wer auf diese Weise die Altstadt wieder verlässt, verpasst jedoch eine ganze Menge. Denn ehrlich gesagt fand ich den Markusplatz mit dem Turm, dem Campanile, und dem Dogenpalast sowie die Rialtobrücke ziemlich gräßlich. Viel zu viele zu viele Tourist*innen. Speziell auf der Rialtobrücke stehen sie eng an eng an der Brüstung um ein Bild von sich vor den Gondeln und Booten auf dem Canale Grande, dem größten Kanal in Venedig zu machen.

Wer dagegen die Strecke vom Bahnhof St. Lucia bis zum Markusplatz in etwas 20 Minuten zu Fuß geht, der sieht auch Gassen und Plätze, die leer sind. Also eine deutlich authentischere Altstadt, als rund um den Rialto Markt und den Markusplatz. Verfehlen kann man den Weg eigentlich nicht, denn an nahezu jeder Kreuzung wird Richtung San Marco und Rialto gewiesen, sowie für die Rückkehrer Richtung Bahnhof.

Ein halber Tag in der Altstadt von Venedig
Ein halber Tag in der Altstadt von Venedig

Vom Wasser aus gesehen

Trotzdem sollte man die Wasserstadt natürlich nicht nur vom Land gesehen haben. Denn der Blick vom Wasser auf die Brücken und in die schmalen Kanäle ist auch wunderbar. Wer das volle Venedig-Gefühl will, lässt sich in einer Gondel fahren. 30 Minuten kosteten im Oktober 2022 80 Euro für bis zu fünf Personen. Nimmst du den Wasserbus, zahlst du für 70 Minuten fast zehn Euro. Einen Sitzplatz hast du nicht auf jeden Fall, es kann sein, dass du mit anderen Fahrgästen eng gedrängt stehst. Kannst du durch den Raum mit den Bänken bis ans Ende des Wasserbusses gehen, hast du auch im Stehen einen guten Blick über die Lagune von Venedig. Wir sind bei unserem Interrail-Stop in der Stadt zum Markusplatz gelaufen, dort in den Wasserbus gestiegen und etwa 30 Minuten bis zur Rialtobrücke zurückgefahren. Den Rest des Weges sind wir wieder zu Fuß gegangen.

Wenn du mehr als einen halben Tag Zeit in Venedig hast, solltest du dir auf jeden Fall noch die Inseln Murano und Burano ansehen. Murano ist bekannt für das Glas, das dort hergestellt wird, auf Burano produziert man Spitze. Auch der Lido ist einen Abstecher wert: Diese Insel ist ein Seebad, auf der “Tod in Venedig” von Thomas Mann spielte. Die bekannten Donna Leon Krimis rund um Commissario Brunetti, die auch verfilmt wurden, spielen dagegen oft an Plätzen in der Altstadt, denn dort wohnt der Kommissar mit seiner Familie.

Wie wir unseren Aufenthalt in Venedig organisiert haben.

Bei unserer Zugfahrt durch Europa sind wir am Bahnhof Venedig-Mestre ausgestiegen. Von dort fahren alle paar Minuten Züge zum Bahnhof St. Lucia, dem Bahnhof in der Altstadt. Unser Hotel in Venedig-Mestre konnte man schon vom Bahnhof aus sehen und in nur fünf Minuten zu Fuß erreichen: Das Campanile Hotel ist von außen ein ein funktioneller Turm, innen aber recht modern. Das Zimmer war für eine Nacht völlig ausreichend, nichts Besonderes, aber sauber und ruhig, das Frühstück eine gute Grundlage für den Tag.

Schräg gegenüber vom Hotel, Richtung Bahnhof, ist ein Restaurant, Da Michele. Dort hatten wir gute Pasta, Bruschetta und einen Negroni. Große Portionen, faire Preise, nette Mitarbeiter. Natürlich gibt es auch in der Altstadt Hotels. Für uns war diese Lage aber wegen der frühen Weiterfahrt am nächsten Morgen eher unpraktisch. In der Altstadt gibt es unzählige Restaurants, Cafés und Bistros. Ich fand die Preise durchaus fair. Wir hatten ein Stück Pizza auf die Hand und einen Aperol Spritz am Rialto-Markt, beides hat weniger als in Köln gekostet. 

Meine 5 Tipps für Venedig in Kürze

  1. Wenn du am Bahnhof St. Lucia ankommst und abfährst: Nimm nicht zweimal den Wasserbus, sondern gehe eine Strecke zu Fuß. Du siehst mehr von der Stadt und weniger Tourist*innen.
  2. Du solltest bequeme Schuhe tragen, denn wenn du zu Fuß gehst, musst du viele Treppen steigen, um die Kanäle auf den Brücken zu überqueren.
  3. Schau dir Venedig auch vom Wasser aus an. Du musst ja nicht gleich eine Gondel mieten, der Wasserbus tut es auch. Eine Fahrt kostet allerdings fast zehn Euro, egal, wie viele Haltestellen der Bus ansteuert. Du solltest also eine längere Strecke im Wasserbus zurücklegen.
  4. Gönn dir an einem der kleineren Plätze oder Kanäle einen Aperol Spritz vor den historischen Kulissen.
  5. Falls du in die Markuskirche oder in eines der Museen möchtest, musst du mit langen Warteschlangen rechnen.

Kurz und knapp

Wann wurde Venedig gegründet?

Als Gründungsjahr von Venedig gilt das Jahr 421. Es soll allerdings schon früher dort eine Siedlung gegeben haben. Venedig wurde also nicht von den Römern gegründet.

Wie groß ist Venedig?

Venedig liegt verteilt auf viele Inseln, die mit Brücken verbunden sind. In der Stadt leben rund 260.000 Menschen.

Von Venedig sind wir nach Ljubljana weitergefahren.

Wer schreibt hier? Bettina Blass

Bettina Blaß ist Bloggerin, Buchautorin und Verbraucherjournalistin. Sie gibt Seminare und Workshops rund das Internet wie beispielsweise "Personal Branding" oder "Online publizieren". 2021 hat sie das Buch "Zu Fuß durch Köln" herausgebracht, 2022 "80 Glücksorte im Teutoburger Wald. Beide Bücher sind im Droste Verlag erschienen.

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