4 Museen in Münster, die auch in einen Kurztrip passen

Ausblick im Museum
Ausblick im Museum

Wenn ich in Münster bin, habe ich immer nur wenige Stunden Zeit. Doch ich versuche jedes Mal, etwas Neues zu entdecken. Meistens verbringe ich etwas Zeit im Museum und gehe Essen. Ab und zu schaffe ich es auch noch, eine Runde zu laufen. Weil ich ziemlich oft in Münster arbeite, habe ich so nach und nach schon einige Museen gesehen:

Museum für Lackkunst

Münster: Museum für Lackkunst
Münster: Museum für Lackkunst

Das Museum für Lackkunst  fällt auf, weil auf der Freitreppe eine große Menge roter Farbe ausgelaufen zu sein scheint – und damit ist man schon nah am Thema dran: Es geht nämlich um Lack. Denn darum dreht sich in dem Museum, das zu BASF gehört, alles. Allerdings darf man sich nun keine industriellen Erklärungen rund um die Zusammensetzung und Verarbeitung von Lack vorstellen. Vielmehr geht es darum, Kunst aus Japan, China, Russland und Europa zu zeigen, die eben mit Lack zu tun hat. Und so sieht man dort Schreibutensilien und Etuis, Picknickkörbe und Tabletts, Schränke und Bucheinbindungen – jeweils verziert mit feinsten Schriften, Ornamenten und Grafiken. Im Untergeschoss gibt es eine Wechselausstellung. Leider ist im Museum Fotografieren verboten. Das Museum ist gut vom Hauptbahnhof zu Fuß zu erreichen. Ich habe eine gute Stunde für meinen Rundgang gebracht. Der Eintritt ist dienstags übrigens kostenlos.

Picasso-Museum in Münster

Im Picasso-Museum gehe ich an einem Montagnachmittag vorbei, und ich freue mich, dass es geöffnet hat. Aber ich bin etwas irritiert, dass ich statt Werken des gebürtigen Spaniers, statt Kubismus und moderner Kunst, die oft zarten Töne der Impressionisten sehe. Es dauert, bis mir klar wird, dass das Picasso-Museum ein Kunstmuseum mit Wechsel-Ausstellungen ist, in dem aber natürlich auch immer irgendwie der große spanische Maler vorkommt. Heißt: Bevor Ihr ins Museum geht, solltet Ihr Euch informieren, welche Ausstellung es gerade gibt. Übrigens: Aus den zur Straße gerichteten Fenstern im Treppenhaus könnt Ihr gut das Picasso-Mosaik auf dem Platz vor dem Gebäude sehen.

Tipp: Das Picasso-Museum ist integriert in die Münster-Arkaden. Wer an einem Schlecht-Wetter-Tag in der Stadt ist, kann dort nach dem Museumsbesuch der Einkaufslust nachgeben. Oder sich in eines der netten Cafés setzen und Kaffee und Kuchen essen. Bei gutem Wetter empfehle ich den kurzen Spaziergang zum Aasee. Dort kann man bei jedem Wetter schön spazieren gehen.

LWL-Museum in Münster: Vom Mittelalter in die Moderne in rund zwei Stunden

Mir schwant Übles, als ich bei dem großen Kreuz die Sammlung des LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster betrete: Kirchenkunst, Heiligenstatuen, liturgische Gewänder. Das ist alles nicht mein Fall. Selbst schuld, denke ich, hätte ich mich eben vorher im Internet informiert, was es hier so zu sehen gibt. Tatsächlich war ich aber einfach neugierig. Denn an diesem Gebäude mit seiner auffallenden Fassade und der Skulptur davor bin ich schon oft vorbeigekommen, und ich habe mich immer gefragt, was sich wohl dahinter verbirgt.

Gut, dass ich dieser Neugierde gefolgt bin, denn je weiter ich durch die Ausstellung komme, desto mehr lerne ich sie schätzen. Das liegt einerseits daran, dass ich an einem Dienstagmittag und bei tollem Wetter nahezu die einzige Besucherin bin. Aber auch daran, dass ich immer mehr staune über das, was ich da sehe: Bilder von August Macke beispielsweise, helle, sonnige Werke, die die Laune heben. Aber auch die Truhen und Schränke aus der Renaissance und dem Barock bewundere ich, diese feinen Arbeiten, und diese immerwährende Schönheit. Ich hätte kein Problem damit, mir diese alten Möbel heute in die Wohnung zu stellen. Auch Möbel aus westfälischem Adelsbesitz gibt es hier, und viel wunderbares Porzellan, teils aus Meißen, manchmal mit Goldverzierung. Schön!

Zum Ende hin wird es sehr modern: Skulpturen und Lichter beispielsweise stehen jetzt im Mittelpunkt. Spannend, was heute als Kunst gilt – das dachte ich auch schon bei den Skulptur Projekte Münster. Auch wenn ich nicht alles verstehe, was ich sehe. Noch spannender finde ich aber die Architektur dieses Museums selbst, die Fenster hinaus zum Dom, in den Innenhof oder hinauf in den blauen Himmel. Ich frage mich, ob das Gebäude selbst nicht vielleicht ein ganz wesentlicher Teil der gesamten Ausstellung ist. Mich faszinieren die Ein- und Ausblicke auf jeden Fall immer wieder aufs Neue. Für das LWL-Museum solltet Ihr etwas mehr Zeit einplanen.

Im LWL-Museum ist übrigens auch ein Restaurant. Ich habe dort einen guten Salat gegessen, man kann aber auch auf Kaffee und Kuchen dort einkehren.

Stadtmuseum Münster: Spannend wird es ab 1534

Interessiert mich die Stadtgeschichte von Münster ab 793 wirklich so sehr, dass ich deswegen ins Museum gehe? Ich bin unschlüssig. Tatsächlich habe ich an diesem Tag in der Stadt aber nicht so viel Zeit, und das Museum ist zu Fuß nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt, ein Besuch ist also ohne großen Aufwand möglich. Hinzu kommt: Es kostet keinen Eintritt. Falsch machen kann ich also nichts. Falls es mir nicht gefällt, gehe ich eben wieder. Tatsächlich bleibe ich aber, bis ich einmal durch die gesamte Ausstellung durch bin. Dabei, so gebe ich zu, fand ich den Einstieg eher mittelprächtig: Wie sich die Stadt um das Jahr 700 entwickelt hat, ist mir ein bisschen zu speziell. Und die Multimediatafeln sind für meine Bedürfnisse etwas zu langatmig und einschläfernd.

Das Stadtmuseum Münster
Das Stadtmuseum Münster

Ab 1534 erweckt jedoch mein Interesse, denn jetzt kommen die Täufer ins Spiel. Von den Wiedertäufern in Münstern hat man schon gehört, hier erfahre ich jetzt endlich, was es mit ihnen auf sich hatte: Sie hingen mit Luthers Reformation zusammen, und sie erkannten nur diejenigen an, die sich im Erwachsenenalter erneut taufen ließen. Wer das nicht wollte, wurde aus der Stadt vertrieben. Ebenfalls 1534 fand der Bildersturm statt, bei dem in Kirchen Gemälde zerstört wurden. 200 Jahre später sind wir im Barock, und ausgestellt werden jetzt Möbel und Porzellan aus Adels- und Bürgerhäusern, gar nicht so unähnlich der Ausstellung im nahegelegenen LWL-Museum für Kunst und Kultur. Im Stadtmuseum stehen auch einige wenige Möbel aus dem Stadtschloss, das im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. So kann man sich ganz gut vorstellen, wie damals gelebt und gewohnt wurde.

Spannend finde ich im zweiten Stock das Biedermeierzimmer und die historischen Schilder und Buden zum heute noch dreimal jährlich stattfindenden Jahrmarkt Send. Der Nachbau des Laden Henke mit seiner Vielzahl an Lebensmitteln und Marken, die heute noch bekannt sind, gehört zu meinen Lieblingsausstellungsstücken, ebenso wie das Café Müller aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Auch dem Krieg selbst wird viel Platz eingeräumt, und das ist auch ganz gut so. Schließlich dürfen die Grauen dieser Zeit nie mehr vergessen werden.

Wenn das Wetter zu schön für den Museumsbesuch ist, solltet Ihr in den Zoo gehen, mit der Solaaris über den Aasee fahren oder den Botanischen Garten besuchen.

Dieser Artikel stammt ursprünglich aus dem November 2017. Er wurde im Juni 2019 mit anderen Artikeln zusammengeführt und um neue Informationen ergänzt.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: