10 Tipps für China – und noch mehr Wissenswertes

Wer nach China reist, wird einige Dinge erleben, die deutlich anders sind als Zuhause – andere Länder, andere Sitten. Ich habe darum diese Tipps für China für Euch zusammengestellt:

  1. Immer Klopapier dabei haben. Das ist in allen Toiletten Mangelware. Außerdem gibt es in vielen Restaurants keine Servietten. Letzteres gilt auch für die einfacheren Restaurants in Hongkong.
  2. Eine Übersetzungs-App aufs Handy laden und eine SIM-Karte besorgen. In Shanghai und Hongkong spricht zwar immer irgendjemand Englisch. An anderen Orten ist die Kommunikation aber oft sehr schwierig.
  3. Eine VPN-App aufs Handy laden, da sonst manche Internetseiten und Apps nicht benutzt werden können.
  4. Google Maps oder Apples Karten als App installieren. Das kann im Zweifel dabei helfen, die Orientierung zu behalten.
  5. Genügend Wäsche mitbringen – oder in China nachkaufen. Das kann billiger sein, als sie waschen zu lassen. Wäschereien wie in anderen Ländern gibt es kaum und Reinigungen sind sehr teuer. Beispiel Shanghai: Ein T-Shirt dem Wäscheservice des Hotels zu übergeben, kostet 37 Yuan, knapp 4,50 Euro. Es selbst in der Reinigung um die Ecke abzugeben, kostet 22 Yuan, ein neues T-Shirt bei einer bekannten Modemarke im Angebot: 33,60 Yuan.
  6. Immer ausreichend Bargeld dabei haben. In vielen Restaurants und Geschäften akzeptiert man nur chinesische Kreditkarten.
  7. Für Peking sind zwei Tage zu kurz. Denn einen Tag braucht man für die Verbotene Stadt, den Tiananmen Platz und ein Hutong, einen Tag für die Chinesische Mauer. Von Peking hat man da noch nicht viel gesehen.
  8. Ein Tagesausflug nach Suzhou lohnt sich nicht. Wer etwas von der Stadt sehen will, sollte besser eine oder zwei Nächte dort sein, um die Massen zu meiden.
  9. Im Sommer nur dann in China Urlaub machen, wenn man ausgesprochen hitzeresistent ist. Jacken braucht man in dieser Zeit so gut wie nie. Lieber mehr T-Shirts einpacken!
  10. Im Sommer ist es nicht nur heiß, es kann auch richtig stark regnen. Bessere Hotels verleihen Schirme, auf der Straße kann man günstig einen großen Schirm kaufen. Auf Nummer Sicher geht, wer einen leichten Knirps im Gepäck hat. Eine Regenjacke alleine hilft bei einem richtigen Guss nicht.
Zeitleiste China
Zeitleiste China

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Überraschende Situationen in China

In zweieinhalb Wochen in Beijing, Qingdao, Shanghai, Suzhou, Hangzhou und Guangzhou sind mir mehrfach Dinge aufgefallen, die mir merkwürdig im wahrsten Sinne des Wortes vorkamen:

  • Auf der Damentoilette lässt man gerne die Tür offen, während man sein Geschäft verrichtet. Das mag damit zusammenhängen, dass es in den Toiletten ziemlich dunkel ist. Wer also auf der Suche nach einer leeren Toilette ist, sollte eher vorsichtig eine halboffene Tür anstupsen. Gut und gleichzeitig gewöhnungsbedürftig ist in diesem Fall, wenn die Damen auf der Toilette telefonieren – dann wissen andere Frauen wenigstens, welche Box besetzt ist. Übrigens gibt es auf öffentlichen Toiletten nur sehr selten Klopapier.
  • Die Sprachbarriere ist viel höher als erwartet. Folge: Man kommt kaum mit den Leuten ins Gespräch, wenn man kein Chinesisch spricht. In Hongkong kommt man zwar gut durch, in Shanghai ist es jedoch schon schwieriger. Und in Beijing und Qingdao sind Chinesisch-Kenntnisse sehr hilfreich. Im Zweifelsfall wird es sonst beispielsweise schwierig, ein Restaurant zu finden, beziehungsweise ein Gericht auszuwählen. Ganz zu schweigen von der Kommunikation mit Taxi-oder Busfahrern.
  • Es wird viel und hartnäckig gebettelt. Manchmal wird man dabei berührt, oder der Bettelnde kniet sich nieder. Weniger aufdringlich war in Shanghai ein alter Mann, klein, nur Haut und Knochen, der ein Brett auf Rädern durch eine schmale Gasse schob. Darauf lag ein jüngerer Mann ohne Füße, bewegungslos, apathischer Gesichtsausdruck. Auf dem Brett stand außerdem eine Metallschüssel, in die Passanten Kleingeld warfen, sowie ein Radio, aus dem leise fernöstliche Musik kam. Einige Straßen weiter lag eine alte Frau auf dem Bauch auf dem Bürgersteig, Arme und Beine merkwürdig abgewinkelt, den Kopf auf einen gefüllten Sack gelegt. Ich bin ziemlich sicher, dass sie dort nicht alleine hinkam, und frage mich, wer sie dort abgelegt hat. Nach der Mittagspause sieht man neben Bettlern übrigens oft Türme aus Styroporboxen: Die Angestellten der großen Banken und Firmen lassen sich die Reste ihres Mittagsessens einpacken und stellen es dann häufig bei den Bedürftigen ab.
  • Viele Servicekräfte wirken gelangweilt oder sind unfreundlich. Sowohl im Restaurant, als auch im Hotel, im Supermarkt, in der Touristeninformation oder an der Sicherheitskontrolle der Bahn. Man hat häufig das Gefühl, sie zu stören. Es wäre zu einfach und auch falsch, das mit Kommunismus zu begründen. Schließlich gibt es auch in Deutschland Servicekräfte, die nicht kundenorientiert sind, in Vietnam oder auf Kuba dagegen sehr freundliche Service-Mitarbeiter. Woran mag diese auffällige Häufung in China liegen?
  • Sehr viele Protagonisten auf Werbeplakaten oder auf Verhaltensanweisungen in der U-Bahn sind weiß, blond und blauäugig. Das stärkt nicht gerade die Identifikation der Chinesen mit ihnen und schafft zusätzlich ein unerreichbares Schönheitsideal.
  • Das Aussteigen aus der U-Bahn ist häufig ein Kampf, weil die Einsteigenden hineindrücken, bevor andere Reisende ausgestiegen sind. Dabei ist der Ein- und Aussteigevorgang auf dem Boden der Bahnsteige genau durch Bilder erklärt.
  • Autofahrer haben die Macht auf der Straße. Sie parken, wo sie wollen, gerne auf dem Bürgersteig. Folge: Die Fußgänger gehen auf der Straße und werden dort angehupt. Übrigens auch, wenn sie auf dem Zebrastreifen und bei grüner Fußgängerampel die Straße überqueren, während ein Auto rechts abbiegen will. Dieses Problem wird sich in den kommenden zehn Jahren sicherlich potenzieren, da immer mehr Menschen ein Auto haben werden. Ich bin gespannt, wie die Regierung die Situation lösen wird.

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