*Werbung* Herford: Leckerbissen und versteckte Kunst

Den Herfordern war Genuss schon immer wichtig. Dankenswerterweise war ihre Stadt als Mitglied der Hanse reich. Und so gab es in Herford schon sehr früh Schokolade und andere Leckereien.

Stadtrundgang in Herford mit vollem Mund

All das erfährt man bei einer Häppchentour durch Herford, die die Stadtmarketinggesellschaft anbietet. Dabei gibt es drei Themen zur Auswahl, meins war „Süße Geschichten“. Bei diesem Rundgang durch die Stadt in NRW gibt es bei jedem Stopp etwas zu essen, das Meiste davon natürlich aus Herforder Produktion.

Häppchentour durch die Markthalle in Herford

Da bei unserem Besuch die Markthalle gegenüber des Rathauses in der Nähe der Altstadt gerade frisch eröffnet war, lag es nahe, dass wir dort anfingen: Von Montag bis Samstag können man bei rund einem Dutzend Händlern in der Markthalle frische Lebensmittel kaufen, die meisten aus der Region und in Bioqualität. Die erste Station der Tour war dort eine Holzofenbäckerei, bei der ich das „angeschobene“ Holzofenbrot nach Paderborner Art probieren konnte. „Angeschoben“ bedeutet, dass die Laibe beim Backen so eng aneinanderliegen, dass nur oben und unten eine kernige Kruste entsteht. Ebenfalls im Angebot der Markthalle ist eine große Biotheke mit Wurst und Käse, viel Obst und Gemüse,  Und ganz im Trend: die Möglichkeit lose Lebensmittel wie Reis oder Hülsenfrüchte unverpackt zu kaufen. Mit dem Verzehr müsst Ihr übrigens nicht bis zu Hause warten: Diverse Anbieter bieten Gerichte auch zum Vor-Ort-Verzehr an. Das ist zwar nichts für ein gemütliches Abendessen, vor allem weil die Markthalle außer freitags immer schon um 15 Uhr schließt, aber ideal für ein kleines Mittagessen, einen Snack oder eine Tasse Kaffee oder Tee.

Wild in der Markthalle

In der Markthalle hat auch die Westfälische Wildkammer einen Stand. Achim Valentin, der Inhaber, ist stolz darauf, dass sein Wild genau das ist – also nicht für den Verkauf gezüchtet, sondern freilebend, „denn dadurch schmeckt das Fleisch anders“, sagt er. Allerdings seien die Menschen das heute oft nicht mehr gewöhnt. Wenn sie Fleisch richtig kauen müssten, dächten sie häufig es sei zäh. „Dabei ist das oft nur ein Zeichen dafür, dass das Tier frei gelebt hat, seine Muskeln benutzt hat“, sagt Achim. Gebracht werden ihm Hirsche, Wildschwein oder Reh von den Jägern. „Meine Tiere stammen aber weder aus Hetz- noch aus Treibjagden“, sagt er. Dann nämlich würde man den Stress, den das Tier vor seinem Tod hatte, schmecken. Sein Tipp für das Hirschsteak: Erst nach dem Braten würzen – nur mit etwas Meersalz und Pfeffer. Und dann noch einige Minuten auf einer warmen Platte ruhen lassen. (Bettina)

Herford, das Paradies für Schokoholics

Herford hat, vielleicht ist es der Geschichte geschuldet, mehrere Schokoladenhersteller. Daher führte die Häppchentour als nächstes zum Gänsemarkt. Dort befindet sich Weinrichs Schokoladen Bruchbude. Das Haus ist natürlich nicht einsturzgefährdet, stattdessen wird dort Bruchware verkauft, also Schokolade, die man aus optischen Gründen nicht normal verkaufen kann. Dort war selbst ich überfordert: Es gab Dutzende Sorten zum Bespiel im 1-Kilo-Beutel für 4,80 Euro. Ich esse gerne und nicht wenig Schokolade, aber ich konnte mich auf keine Fall für eine Sorte entscheiden – denn damit hätte ich alle anderen Sorten aussortiert. Glücklicherweise fand ich so etwas wie eine bunte Tüte, in der für etwa 9 Euro zwei Dutzend Tafeln der unterschiedlichsten Sorten drin waren, darunter vegane – kann man natürlich auch verschenken. Mein Favorit in dieser Tüte: Divine Milk Chocolate with Toffee & Sea Salt – die gar nicht für den deutschen Markt bestimmt war, sondern für die USA. „Weiße Mango-Cocos“ futtere ich gerade beim Schreiben dieses Beitrags, und die ist auch richtig lecker.

Kaffee und Leckmuschel aus Herford

Leckmuschel
Die Jakobsmuschel als Erkennungszeichen der Pilger auf dem Jakobsweg – hier in einer etwas abgewandelten Variante.

Ebenfalls Bestandteil der Häppchentour war die Jakobikirche. Weil hier die Pilger des Jakobswegs Herberge fanden, und ihr Erkennungszeichen bis heute die Muschel ist, gab es an dieser Station eine Leckmuschel. Kleine Kindheitserinnerung. Das Ende des Stadtrundgangs war bei Kontor Kaffee. Das gerade vergrößerte Café ist sehr schick und modern eingerichtet, fast schon hipster-like-großstädtisch mit den alten Kaffeesäcken an denen schwarz gestrichenen Wänden und den Schiefertafeln.

Manko: Die Kaffee-Röstmaschine steht mittendrin. Und wenn die läuft, ist es sehr laut und Gespräche werden schwieriger. Ein Röstvorgang dauert dabei 10 bis15 Minuten und braucht jede Menge Strom, um die Rösttemperaturen von über 200 Grad zu erreichen. Dabei ist es wichtig, eine genaue Temperaturkurve einzuhalten wie mir Besitzer Henrik Krömker verriet, der ausgebildeter Kaffeesommelier ist. (Timo Stoppacher)

Kunst in Herford

Keine alltägliche Architektur
Keine alltägliche Architektur

In Herford kommen aber nicht nur Genussmenschen auf ihre Kosten, sondern auch, wer sich für Kunst interessiert. Denn in Herford ist das Museum Marta. Der Name steht für Museum – Art – Ambiente, und dass diese Kombination einen Frauennamen ergibt, ist durchaus passend für die Stadt im Teutoburger Wald, die sich selbst „Stadt der starken Frauen“ nennt. Hier gab es nämlich unter anderem zwei Fürstäbtissinnen, die zu ihrer Zeit den männlichen, weltlichen Stadtführern die Stirn boten.

Das Marta war ursprünglich als Ausstellungsort für Möbel konzipiert worden. Zwar spielen diese noch immer eine feste Rolle im Konzept des Museums, doch die Kunst steht heute im Mittelpunkt. 

Tipp: Den besten Blick aufs Marta hat man vom Parkhaus gegenüber. Denn wer sich das Gebäude von Architekt Frank Gehry von dort anschaut, sieht, dass die Kunst nicht erst im Inneren beginnt: Hier gibt es keine rechten Winkel, dafür ein Dach, das mit Techniken aus der Luftfahrt gebaut wurde. Im rechten Teil, der Dom genannt wird, sind die Ausstellungen untergebracht, über dem Eingang ist ein Stück Dach, das man Rutsche nennt.

Kleine Kunst in Herford

Wer Herford nicht so gut kennt, sollte mit jemandem durch die Stadt spazieren, der das weiß. In meinem Fall ist das Angelika Bielefeld. Ohne sie würde ich vermutlich kein einziges der vielen versteckten Kunstwerke hier entdeckt haben.

Die versteckten Kunstwerke

  • Ein Hubschrauber steht hinter einem Baum am Marta auf einem Sockel. Seine Rotorblätter drehen sich zu Ausstellungseröffnungen.
  • Vor dem Museum Marta steht auf einer Säule die Figur des Rappers 2Pac. Die Säule wird in regelmäßigen Abständen von Künstlern neu besprüht.
  • Hinter dem Museum fließt die Aa. Dort hinein führt auf der anderen Flussseite eine Art Schwimmbeckenleiter. Und auch sie ist ein Kunstwerk.
  • Ähnlich gut versteckt ist eine Hexentreppe über der Aa, die so filigran ist, dass man sie kaum erkennen kann. Sie erinnert daran, dass zu Zeiten der Hexenjagd hier Frauen der Wasserprobe unterzogen wurden und dabei sehr oft starben. 
  • Schließlich gibt es noch die spiegelnde mannshohe Kugel „La Palla“ auf der Straße zwischen Elsbachhaus und Marta sowie der zugehörige und dorthin führende Boulevard der Künste, auf dem ein Rilke-Gedicht steht.
  • Gegenüber des Marta ist das Elsbachhaus. Dort ist im Treppenhaus eine Kunstgalerie untergebracht. (Bettina Blaß)

Das Elsbachhaus

Das Elsbachhaus, genau gegenüber des Marta, war einst das größte Wäschehaus Europas. 1938 wurde das 1844 gegründete Unternehmen arisiert, denn die Besitzer waren Juden. Fast die ganze Familie konnte nach Montevideo fliehen, doch Käthe, eine geborene Elsbach, und ihr Mann, die in Hamburg lebten, wurden in Auschwitz ermordet. Bevor sie deportiert wurden, hatten sie ihren Kindern in England noch einen Teil ihrer Bibliothek geschickt. Sie ist heute zur Erinnerung an die Familie und das Unrecht, das ihr angetan wurde, zumindest teilweise im Elsbachhaus in einem mehrere Stockwerke hohen Schrank ausgestellt.

Übrigens: Wer nach den ganzen Leckereien und der Kunst entspannen möchte, sollte ins H2O gehen, eine von mehreren ungewöhnlichen Wellness-Angeboten in Ostwestfalen mit Schwimmbad und Saunalandschaft. Lest hier einen weiteren Artikel zum Thema.

Als Journalisten halten wir uns an den Pressekodex des Presserats. Bettina war 2018 während der #TeutoBloggerWG von Teutoburger Wald Tourismus in Herford unterwegs, Timo 2019. Die Kosten für die Anreise, die Unterbringung, Verpflegung und die Stadtführungen durch Herford sowie der Abend in der Markthalle wurden vom Veranstalter und seinen Kooperationspartnern getragen. Der Artikel ist als Werbung gekennzeichnet, weil wir für unsere Teilnahme am Bloggerwochenende ein Honorar bekommen haben.

Dieser Artikel stammt aus dem Juli 2018. Er wurde im November 2019 aktualisiert.

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