Unterwegs im Rotlichtviertel in Frankfurt

Frankfurt, Bahnhofsviertel
Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist zu jeder Tageszeit interessant

Aus dem Hauptbahnhof raus, einmal über die Straße, und schon steht man im Rotlichtviertel in Frankfurt. Sicher, es hat sich viel getan in der Ecke zwischen Mainzer Land- und Taunusstraße. Doch wer mit offenen Augen durch die Straßen geht sieht immer noch das verruchte Frankfurt am Main: Ausgerechnet vor dem Geldautomaten, den ich ansteuerte, stand ein Gruppe junger Menschen, einige mit irrem Blick, eine Frau mit zerzausten Haaren hatte ein kleines, aber sehr scharfes Messer in der Hand. Auf der anderen Straßenseite steckte ein dunkelhäutiger, junger Mann einem hellhäutigen ein Tütchen zu, bevor sich ihre Wege wieder trennten. Kurz hatte der Empfänger meinen Blick gestreift, mich aber vermutlich als sehr harmlos eingestuft, und mich so bis zur Kreuzung, die wir gleichzeitig erreichten, ignoriert.

Ganz anderes ist übrigens Frankfurt Osthafen. Lies hier weiter

Dort saßen vor einem Etablissement zwei Frauen in der Sonne, tiefe Falten im Gesicht, dicke Tränensäcke, zu blond und zu schwarz für ihr Alter. Ich schätzte sie auf jenseits der 60, aber vielleicht waren sie auch einfach nur verlebt. Zwei Häuser weiter ist ein Gitarrenladen, von dem es in Buch 111 Orte in Frankfurt, die man gesehen haben muss, heißt, dass selbst Elvis Presley hier eingekauft habe. Über die in der Zwischenzeit ziemlich schmucke Kaiserstraße ging ich weiter bis zur Münchner Straße. Ich betrat einen Schuhmacherladen, und gleichzeitig ertönte eine Glocke. Ich fragte, ob ich das kleine Hammermuseum auf der Galerie anschauen dürfe, natürlich, gerne, sagte man mir. Als ich die Wendeltreppe hinaufstieg, folgte mir eine Kundin. Seit Jahren bringe sie hier ihre Schuhe zur Reparatur, aber oben sei sie nie gewesen, sagte sie.

Hotels und Restaurants im Rotlichtviertel in Frankfurt

Trotz oder vielleicht auch gerade wegen des verruchten Charmes haben in dieser Ecke der Stadt einige stylish Hotels und Restaurants aufgemacht. Da ist beispielsweise das 25hours Hotel. Dort habe ich vor einigen Jahren einmal übernachtet, jetzt habe ich nur eine hausgemachte Limonade mit auf die Dachterrasse genommen und dort die Sonne genossen.

Natürlich gibt es im Bahnhofsviertel auch jede Menge Imbisse mit Döner oder Gyros. Ich war beispielsweise im Falafel 1818. Obwohl er draußen damit wirbt, vegetarische und vegan Speisen zu haben, gibt es auch Merguez im Pitabrot – die Wurst versteckt unter viel Salat. Sehr lecker.

Ein ander Mal war ich im Kakadu’s, einem australischen Restaurant. Dort waren nur Touristen, so schien es mir. Und unter anderen Umständen wäre ich dort auch nie hineingegangen. Aber es musste schnell gehen, es war spät, ich hatte Hunger – und es gab einen freien Tisch. Ansonsten war es sehr laut und voll in diesem Restaurant. Absurderweise haben viele internationale Touristen dort Bratwürste und Sauerkraut gegessen. Ich denke, die hätten sie an anderen Orten in besserer Qualität bekommen.

Angetan war ich dafür vom Ibis Styles: Die Zimmer sahen zwar so pragmatisch kühl aus wie immer, aber die Lobby war ziemlich stylish. Und für eine eher kurze Nacht war es auch völlig ausreichend – und erstaunlich ruhig.

Dieser Artikel vom April 2017 wurde im November 2019 aktualisiert.

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