Stippvisite: Kaiserslautern

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Theodor Zink Museum in Kaiserslautern
Theodor Zink Museum in Kaiserslautern

„Was bitte machst du in Kaiserslautern?“, fragte mich eine Freundin entsetzt, als ich ihr von dort eine SMS schickte. Sie war in Kaiserslautern aufgewachsen, lebt aber länger schon in anderen Städten, als sie dort gelebt hat. Mit der Stadt verbindet sie nur noch eines: Die Liebe zu den roten Teufeln, dem 1. FC Kaiserslautern, der in der Stadt im Fritz-Walter-Stadion spielt. Dort ausgerechnet war ich nicht. Dafür habe ich anderes über Kaiserslautern erfahren.

Das erste, was ich von Kaiserslautern wahrnehme, ist, dass Pfaff Nähmaschinen dort produziert werden. Das wusste ich nicht, und ich bin erstaunt, wie groß das Fabrikgelände ist, an dem wir vorbeifahren. Wir sind mit dem Auto in der Stadt unterwegs, und die Straßenführung ist nicht sehr übersichtlich: Baustellen, Umleitungen, abknickende Vorfahrtsstraßen – und unser Ziel liegt in einer Straße, die wie eine Fußgängerzone aussieht. Wir sehen aber kein Schild, das uns die Ein- oder Durchfahrt verbieten würde.

Unser Ziel in der rheinland-pfälzischen Stadt, das ist das Theodor-Zink-Museum. Dort gibt es keine große Kunst zu bewundern, es geht vielmehr um die Geschichte der Stadt. Wir sind jedoch wegen einer Fotoausstellung zum Thema Tod und Begräbnis hier. Entgegen der Ankündigung im Internet ist diese jedoch bereits abgehängt. Doch die Museumsmitarbeiter sind unheimlich hilfsbereit, als sie hören, dass wir extra aus Köln angereist sind, und ermöglichen uns einen Blick auf die Exponate in der Werkstatt. Danach laden sie uns zu einem Rundgang ins Stadtmuseum ein – und wir nehmen das gerne an. Dort findet man allerlei Historisches: von Münzen über Dokumente bis hin zur schwarzen Pfaff-Nähmaschine, eingearbeitet in ein Tischchen und mit schwarzem Metallgestell. Auch eine Küche aus dem Nationalsozialismus wird angedeutet: verdunkelte Fensterscheiben, der Volksempfänger auf der karierten Tischdecke auf dem Tisch, ein gepacktes Köfferchen mit den wichtigsten Unterlagen abreisefertig auf dem Stuhl. Danach gibt es Einblick in das moderne Kaiserslautern – und da spielt der FCK natürlich auch eine Rolle.

Nach der kurzen Zeitreise haben wir Hunger. Und wir essen etwas, was typisch für Kaiserslautern ist – wenn auch erst auf den zweiten Blick: Burger und Fritten in einem US-amerikanischen Diner. In Kaiserlautern leben nämlich seit Ende des Zweiten Weltkriegs sehr viele US-Amerikaner. Tatsächlich gilt der Großraum Kaiserslautern als die größte US-amerikanische Siedlung außerhalb der USA. Kein Wunder also, dass es hier einen Diner gibt. Angeblich, so erzählt uns die Bedienung, seien die Einzelteile des Gebäudes aus den USA nach Deutschland verschifft worden. Und die vielen Bilder an den Wänden, die den Raum so authentisch wirken lassen, seien Hinterlassenschaften von US-Amerikanern, die hier gerne ab und zu essen.

Schnell mal nach Zweibrücken

Von Kaiserslautern aus kommt man übrigens ziemlich schnell nach Zweibrücken. Dort gibt es ein Factory Outlet, The Style. Bin ich in der Nähe dieses Outlets, gehe ich dort immer vorbei: ich mag die Anlage, die Marken – und ganz besonders die Preise. So lässt sich ein bisschen Kultur ganz wunderbar mit Shopping verbinden.

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