Schottland: Von Ullapool nach Skye

Bäume am See
Bäume am See

Ich gebe es zu: Die Strecke von Ullapool zur Isle of Skye konnte ich nicht richtig würdigen. Das liegt erstens daran, dass die Eindrücke der beiden Tage zuvor, nämlich entlang der North Coast 500 in den Norden und wieder zurück, so stark waren: Berge, Seen, Buchten, Klippen – ein Naturschauspiel, das die vielen Stunden im Auto lohnt. Hinzu kam, dass auf unserer Fahrt Richtung Gairloch entlang der Küste unentwegt der Regen gegen unsere Windschutzscheibe prasselte. Grau in grau, und mit ständigem Scheibenwischer vor dem Gesicht wäre wahrscheinlich die schönste Gegend fragwürdig.

Wir versuchten trotzdem, uns die Fahrt so schön wie möglich zu gestalten. Darum hielten wir schon früh am Morgen, nachdem wir Ullapool noch nicht lange hinter uns hatten, an den Falls of Measach. Das Wasser stürzt dort 45 Meter in die Tiefe, und wer zu der Aussichtsplattform gehen möchte, muss eine Hängebrücke überqueren. Da wir genügend Zeit hatten, gingen wir außerdem auf einem schmalen Pfad die zugehörige Runde durch den Wald.

Später hielten wir noch in einem kleinen Ort, um zur Halbzeit einen Kaffee zu trinken. Doch weil der Regen immer schlimmer wurde, entschieden wir uns dann, den kürzesten Weg nach Skye zu nehmen. Während im Norden Schottlands viel karge Natur war, wurde die Landschaft um uns herum immer waldiger: Nadelbäume säumten die Straße, und immer wieder auch überhausgroße Rhododendren. Schließlich kamen wir zur Skye Bridge, die einen hohen Bogen von der Hauptinsel nach Skye schlägt. Unsere Unterkunft war dort in einem Schäferwagen in Heasta. Um dieses Ziel zu erreichen, fährt man gut neun Kilometer auf einer Single Track Road vorbei an Schafen und Lämmern und durch eine hügelige Landschaft. Die Abgelegenheit dieser Unterkunft bringt eine himmlische Ruhe mit sich. Der Nachteil: Egal, ob man etwas zu Essen braucht oder wandern gehen möchte, man muss immer erst einmal eine weite Strecke zurücklegen.

Kommentar verfassen