Leipzig: Sachsens stressfreie Metropole

Plakat We love Leipzig
We love Leipzig

Leibzsch in der einheimischen Mundart, Leipzig auf Hochdeutsch. Ich war schon ein paar Mal dort und kann sagen: Die Stadt hat einiges zu bieten. Insbesondere seit rundum immer mehr Seen entstehen, rückt Leipzig näher ans Wasser und bietet so noch mehr Facetten.

Die ersten Eindrücke von Leipzig

Leipzig Hauptbahnhof
Der Leipziger Hauptbahnhof ist einer größten Bahnhöfe Europas.

Angekommen in einem der größten Bahnhöfe Europas, der mittlerweile wie fast alle großen Bahnhöfe einem Einkaufszentrum gleicht und bei dem die Züge nur noch Nebensache sind, wollte ich meinen Koffer in einem Schließfach lassen. Tja, das war nicht ganz so einfach. Obwohl mein Koffer nicht übermäßig groß war, passte er in kein Schließfach. Erst nach einer Viertelstunde hatten wir eins gefunden, in das ich ihn mit Mühe und Not reinquetschen konnte. Jetzt konnte die Stadtführung beginnen.

Stress? Nicht in Leipzig

Leipzig erscheint mir nach mehreren Besuchen erstaunlich stressfrei. Das ist natürlich meine subjektive Wahrnehmung, aber es geht in der Innenstadt recht gemütlich zu, sowohl als Fußgänger als auch als Autofahrer. Alles wirkt entschleunigt.

Seit der Wende ist in Leipzig im Prinzip alles saniert und/oder neugebaut worden. Man muss schon etwas länger suchen, bis man noch DDR-Reste entdeckt. Die findet man zum Beispiel in Berlin-Mitte noch viel häufiger.

Zwei Bauwerke mit bedeutender Historie: Nikolaikirche und Thomaskirche

Nikolaikirche
Die Nikolaikirche spielt eine zentrale Rolle für den Untergang der DDR.

Wir waren dann in der Nikolaikirche. Das ist die mit den Montagsdemonstrationen und gleichzeitig die größte Kirche in Leipzig. Verglichen mit dem Kölner Dom ist sie aber echt winzig. Der Innenraum ist sehr schön im Stil des Klassizismus gestaltet. Bei den Führungen in der Kirche steht jedoch ihre Rolle 1989 klar im Vordergrund. Ebenfalls in Leipzig zu sehen ist die Thomaskirche, das ist die mit dem Thomanerchor.

Die Thomaskiche in Leipzig
Die Thomaskiche in Leipzig

Was man in Leipzig sonst noch sehen sollte

Ansonsten ist Leipzig ein Shopping-Paradies. Es gibt lange Fußgängerzonen, viele kleine Passagen mit Läden und in jede Baulücke wurde ein Einkaufszentrum gesetzt. Ein besonderes Ensemble ist die Moritzbastei. Die Reste der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Stadtbefestigung sind heute ein Kulturzentrum. Unterirdisch ziehen sich durch Gewölbe diverse Räume. Dort finden Konzerte statt und es gibt Cafés und Bars. Die Moritzbastei wurde Ende der 1970er Jahre zum Studentenclub der Uni Leipzig ausgebaut. Über die Sehenswürdigkeiten der Stadt hat auch Bettina schon geschrieben.

Ossiladen
Im Ossiladen gibt es typische DDR-Produkte und Andenken.

Am nächsten Morgen waren wir dann noch auf dem City-Hochhaus, das in der 30. Etage einen Panorama-Blick über die Stadt liefert. Trotz des Wetters war die Aussicht lohnenswert.

Die Thomaskirche in Leipzig
Leipzig vom City-Hochhaus aus gesehen, im Mittelpunkt die Thomaskirche

Essen gibt’s im Keller

Ein sehr berühmter Keller ist in Leipzig zu finden: Auerbachs Keller, in dem Goethe wohl viele weinselige Stunden verbrachte. Hier einen Tisch zu kriegen war quasi unmöglich. Stattdessen war ich im Ratskeller, der nicht weit von Auerbachs Keller entfernt ist. Im Ratskeller gibt es sehr süffiges, selbstgebrautes Bier in dunkel und in hell sowie die im Brauhaus üblichen üppigen, deftigen Portionen.

Leipzig hat einen tollen lokalen Gin, den ich sehr empfehlen kann: Longhorn. Vor Ort gibt es ihn in beinahe jedem Supermarkt.

Viele neue Seen rund um Leipzig

Vielleicht trägt dazu auch das Umland bei. Denn dort sind in den letzten Jahren viele neue Seen entstanden, indem die Löcher, die der Braunkohletage hinterlassen hat, geflutet wurden. Die ganze Landschaft wird übrigens unter dem Begriff Leipziger Neuseenland vermarktet.

Markkleeberger See
Fast wie am Meer und mit der Straßenbahn zu erreichen: der Markkleeberger See

Bei meinem letzten Besuch war ich dann in Markkleeberg, das von der Leipziger Innenstadt bequem per Straßenbahn zu erreichen ist. Hier ist einer der neuen Seen, der Markkleeberger See. Rund um den See kann man sehr entspannt spazieren gehen, radfahren und an einem der vielen kleinen Strände schwimmen oder mit einem der Schiffe eine kleine Rundfahrt machen. Die Seepromenade in Markkleeberg hat ein paar nette Restaurants und Cafés, logischerweise mit Seeblick. Ein schöner Spaziergang mit etwa 45 Minuten Dauer führt zum Kanupark, wo auf zwei künstlichen Kanu-Strecken sogar ein Weltcup ausgetragen wird. Auch hier gibt es eine Terrasse mit Gastronomie und Aussicht auf den See.

Markkleeberg See mit Kohlebagger
Baden mit Industriekultur im Hintergrund

Am Horizont steht übrigens noch ein großer Kohlebagger. Der ist nicht mehr in Betrieb, sondern gehört zum Bergbau-Technik-Park.

Dieser Artikel aus August 2014 stammt ursprünglich aus Timos altem Blog einReisender und wurde (nach zwei weiteren Leipzig-Besuchen) im August 2019 ergänzt.

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