Essen in Lissabon: Mittagstisch und Sterneküche

Gruß aus der Küche
Gruß aus der Küche

Vor allem Pastel de Nata bringt man mit Portugal in Verbindung, die kleinen Blätterteigtörtchen, die mit Vanillecreme gefüllt sind. Die sollte man bei einem Besuch der portugiesischen Hauptstadt auf keinen Fall außen vor lassen. Im Gegenteil: Es bietet sich speziell in der Altstadt in Lissabon an, in eines der vielen kleinen Cafés zu gehen um dort einen Kaffee zu trinken und eine solche Leckerei zu essen. Überhaupt: Süßes können die Portugiesen ganz hervorragend! Wer also genügend Pasteis de Nata gegessen hat, sollte ruhig auch einmal anderes Gebäck probieren. Allerdings gibt es in Lissabon kulinarisch noch einiges mehr zu entdecken, als nur süße Stückchen.

Da Portugal am Meer liegt, gibt es natürlich sehr oft Fisch. Besonders beliebt ist der Kabeljau, der Bacalhau. Ihn hatte ich in einer Woche Lissabon viermal auf dem Teller, allerdings immer anders zubereitet. Insofern wurde er überhaupt nicht langweilig: Mal gab es ihn als Kroketten, mal gebraten mit Gemüse, mal gedünstet.

Wer wie die Portugiesen essen möchte, entscheidet sich gegen Mittag übrigens für einen Plato del Dia. Das ist das Gericht des Tages, der Mittagstisch, und in der Regel wird es auf einer Tafel groß angekündigt. Dieser Mittagstisch ist normalerweise günstiger als die anderen Speisen auf der Karte, und es wird in vielen Restaurants angeboten – selbst beispielsweise in der Cafeteria des Oceanarios, des Aquariums in Lissabon.

Auch in vielen Cafés gibt es mittags die Möglichkeit, schnell und günstig etwas zu essen. Fasziniert waren wir vom Café Beira Gare am Bahnhof im Zentrum. Als wir mittags einen Blick hineinwarfen, war es voll. Es gab keinen freien Platz an den Tischen, vor der Theke hatte sich eine lange Schlange gebildet. Wir standen etwas unentschlossen davor, als uns ein Deutscher, der herauskam, sagte, dass wir hinein sollten, da es hier die besten Fleischbällchen gebe. Wir schauten uns an, schauten wieder hinein, ein Kellner winkte. Wir zwängten uns zu ihm durch, ein Tisch für zwei war frei geworden. Einer setzte sich auf den Stuhl an der Wand, der Tisch wurde davor gesetzt, der Zweite setzte sich. Ohne fremde Hilfe war kein Entkommen mehr. Wir bestellten eine Variation sogenannter Salgados und einen Salat, und hatten schließlich den Tisch voll mit frittierten Täschchen in unterschiedlicher Größe, Form und mit verschiedenen Füllungen. Außer uns waren fast nur Portugiesen da, traditioneller und authentischer geht es kaum.

Gehobene Küche und Sterneküche

Deutlich teurer, dafür aber auch exquisiter, war das Essen in drei anderen Restaurants:

  • O Faia. Wir wollten gerne einen Fado-Abend machen, waren aber unsicher: Würden wir in eine Touristenfalle tappen? Im O Faia war das nicht so. Zum Glück hatten wir bereits per Mail aus Deutschland reserviert, denn das Restaurant war voll, und bis auf zwei Asiaten und uns waren nur Portugiesen da. Wir entschieden uns für drei Gänge und einen Wein. Zwischen den Gängen sangen die Fado-Musiker ihre Stücke. Würde ich jederzeit wieder machen.

  • Restaurant im Inspira Santa Marta. Im Hotel Santa Marta gibt es ein Restaurant, das für alle offen ist. Wir haben da schon bei unserem ersten Aufenthalt sehr gut gegessen. 2015 entschieden wir uns dafür, dort das Weihnachtsmenü zu essen. Nach wie vor eine Empfehlung wert. Da auch dieses Restaurant gerne voll ist, kann es sinnvoll sein, zu reservieren.
  • Eleven. Der Geheimtipp fürs sternegekrönte Eleven lautet: mittags hingehen. Dann gibt es nämlich ein spezielles Mittagsmenü, das deutlich günstiger ist, als wenn man zum Abendessen kommt. Und es ist trotzdem ein Genuss für die Sinne. Letztlich haben wir trotzdem eine ordentliche Stange Geld bezahlt, denn wir konnten die beiden Gläser Champagner als Aperitif nicht abschlagen, hatten eine Flasche Wasser, Wein und Kaffee zum Essen. Aber der Besuch war seinen Preis wert.

Für Cocktails cool ist übrigens die Topo Bar. Und bei Honorato Hamburgers Artesanais gibt es Mini-Hamburger.

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