Die schönen Ecken in Saarbrücken entdecken

Wer in Saarbrücken am Hauptbahnhof ankommt, mag erst einmal verwundert sein. Denn was oft als das Eintrittsportal einer Stadt gilt, hat in Saarbrücken schon bessere Zeiten gesehen: Leerstand, viele Menschen, die auf der Straße leben, Schmutz, Häuser, die eine Verschönerung bräuchten. Ich habe da schon geschluckt und mich gefragt, warum wir unsere beiden letzten Urlaubstage auf der Quattropolen-Tour ausgerechnet hier verbringen wollen. 

Leider ist das noch nicht alles: Saarbrücken ist schmerzhaft durchschnitten von breiten, vielbefahrenen Straßen, eine Autobahn führt ausgerechnet parallel zur Saar quer durch die Stadt. Doch wer aufgrund dieser ersten Eindrücke Saarbrücken schnell wieder verlässt, verpasst das Beste. 

Wo Saarbrücken schön ist

Der St. Johanner Markt

Eis von Henry's
Eis von Henry’s

Wer der Bahnhofsstraße folgt, kommt automatisch an den St. Johanner Markt. Hier spürt man die Nähe zu Frankreich und das Savoir Vivre. Zu jeder Tageszeit sitzen Besucher in den umliegenden Cafés und Restaurants. Speziell im Sommer verwandelt sich der Platz am Abend in eine große Outdoor-Bar. Touristen sitzen hier neben Einheimischen und genießen das Leben. Es lohnt sich auch ein Abstecher in die oft schmalen Nebenstraßen mit den hübschen Häusern. Dort findet man übrigens auch Henry’s Eismanufaktur. Sie gehört zu den Eisdielen des Saarlandes, die von Lesern des Falstaff-Magazins zu den besten des Landes gewählt wurde. Spekulatius, Schwarzwälder Kirschtorte oder Orange – die Sorten wechseln immer wieder, so dass man häufig Gründe für ein Eis hat. Kulturgeschichtlich Interessierte sollten außerdem die barocke Basilika St. Johann besuchen.

Am Ludwigsplatz in Saarbrücken

Saarbrücken: Kirche
Saarbrücken: Kirche

Auf der anderen Seite der Saar steht die rote Ludwigkirche, umgeben von einem Ensemble niedriger, grau-weißer Gebäude. Hier ist Alt-Saarbrücken mit dem barocken Herz der Stadt. Einmal in die Kirche und rundherum bummeln. Lohnt sich!

Am Schloss

Garten am Schloss
Garten am Schloss

Das Schloss ist kein traditionelles Schloss mehr. Es hat ein modernes Entrée bekommen, und zwar von Gottfried Böhm. Der Kölner Architekt hat viele Kirchen und auch die Ditib Zentralmoschee geplant. Das Saarbrücker Schloss passt also ganz gut in sein Portfolio. Weil im Schloss heute Büros untergebracht sind, kann man einfach hineingehen. Das ist auch praktisch für den Fall, dass man auf die Toilette muss: Sie ist im Untergeschoss. Wer von der Ludwigkirche zum Schloss gegangen ist, sollte auf der anderen Seite hinausgehen: Dort ist ein kleiner Garten recht hübsch angelegt worden.

St. Arnualer Markt

Von hier geht man etwa 30 Minuten an einer wenig schönen Straße entlang bis zum St. Arnualer Markt. Dort küsst das Dorf die Großstadt. Auf einem kleinen Platz kann man den Tischen der umliegenden Gastronomen sitzen und wie fast immer im Saarland gut essen und trinken. Sehenswert ist außerdem die kleine Kirche um die Ecke mit ihren großen Figuren, die fast lebendig wirken. Übrigens fährt auch ein Bus in Zentrum zurück, wenn man den Weg kein zweites Mal zu Fuß gehen möchte.

Im Bürgerpark

Wo früher der Kohlehafen war, ist heute der Bürgerpark – ein großes grünes Areal, besonders beliebt bei jungen Menschen. Spannend: man hat einige der industriellen Relikte erhalten und den Park damit gestaltet. Guter Platz zum Durchschnaufen. Hier ist auch das brandneue Intercity-Hotel – stylish und mit einem ordentlichen Frühstück. Gegenüber ist das Mercure Hotel – von außen keine Schönheit. Das Restaurant Schlemmerie im Erdgeschoss aber durchaus ein Besuch wert: Französisch angehauchte Küche, gute Weine.

Hotel Esplanade mit Zwei-Sterne-Restaurant in Saarbrücken

Das Esplanade ist ein kleines, ruhiges Hotel mitten in der Stadt. Obwohl unter unserem Zimmer ein Spielplatz war, haben wir davon nichts gehört – großartig. Im Zimmer stand eine Flasche Rieslingsekt bereit – ebenso wie eine handgeschriebene Willkommenskarte. Und Pralinen gab’s auch noch. Natürlich auch eine Kaffeemaschine sowie auf Nachfrage ein Teekocher und grüner Tee. Überhaupt: Der Gast steht im Mittelpunkt. Das Hotelteam versucht, alle Wünsche zu erfüllen. Das gilt übrigens auch für das Frühstück: Fenchelsalami, Schinken und Käse sind geschmackvoll, es gibt verschiedene Smoothies und auf Nachfrage auch Pancakes mit Beeren.

Im Restaurant gibt es fünf, sechs oder acht Gänge. Wir hatten uns für das ganz große Menü entschieden. Fisch und Fleisch wechselten sich ab, auffallend war die liebevolle Dekoration mit Blütenblättern. Außerdem spielten bei dem französisch-angehauchten Menü Soßen, Trüffel und natürlich Foie Gras eine ganz große Rolle. Am Ende haben wir die Delikatessen zum Kaffee nicht mehr geschafft, weil wir so satt waren. Aber auch das war kein Problem: Schwups bekamen wir sie in eine kleine Schachtel einsortiert und konnten uns so noch am nächsten Abend daran erfreuen. Definitiv ein Grund, wieder einmal nach Saarbrücken zu fahren.

Wer lieber günstiger übernachten möchte: In der Stadt gibt es auch ein Motel One und neben dem Kongresszentrums ein nagelneues InterCityHotel – ausgesprochen stylish eingerichtet. Allerdings im Gegensatz zum Esplanade äußerst hellhörig. Gegenüber dem Intercity Hotel ist im etwas betagten Mercure Hotel das Restaurant Schlemmerei, das bodenständige  Gerichte anbietet wie Flammkuchen und Quiche Lorraine. Übrigens sind sowohl die Lobby als auch das Restaurant von innen deutlich moderner als von außen.

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Wer schreibt hier? Bettina Blass

Bettina Blaß ist Bloggerin, Buchautorin und Verbraucherjournalistin. Sie gibt Seminare und Workshops rund das Internet wie beispielsweise "Personal Branding" oder "Online publizieren". 2021 hat sie das Buch "Zu Fuß durch Köln" herausgebracht.

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