Ägypten: Hurghada und Sahl Hasheesh


Sonnenuntergang in Sahl Hasheesh
Sonnenuntergang in Sahl Hasheesh

Pauschalurlauber also. Gefangen in einem Resort mit Ultra All Inclusive. Eigentlich nicht so mein Ding. Wenn man aber eine Nilkreuzfahrt bucht, ist in aller Regel vorher oder nachher noch Badeurlaub eingeplant. Und ich muss nachträglich zugeben: Das ist gar nicht so schlecht. Denn die Woche auf dem Nil war anstrengend, weil die meisten Ausflüge sehr früh beginnen. Also wirklich sehr früh – oft schon gegen 6 Uhr oder 6:30. Fünf Tage einfach nur abhängen könnten also ganz nett sein. Mir ist dabei aber wichtig, dass ich die Möglichkeit habe, außerhalb der Hotelanlage noch etwas zu machen. Nun ist Sahl Hasheesh, ein Dorf 20 Kilometer von Hurghada entfernt aus dem Boden gestampft, nicht gerade ein Platz für Individualtourismus.

Aber zumindest ist es ruhig, als wir im März da sind – und die Anlage ist nicht hermetisch abgeriegelt. Am Strand führt eine Uferpromenade ungefähr fünf bis sechs Kilometer um die Bucht, so dass man hier ganz hübsch gehen oder laufen kann. Dort ist es jedoch schattenlos und je nach Sonnenstärke verdammt heiß. Das allerdings ist zumindest im März 2019 so ziemlich alles, was man direkt in Sahl Hasheesh machen kann.

Zwar gibt es direkt neben dem Old Palace Resort, in dem wir untergebracht waren, eine Old Town. Die jedoch verdient diesen Namen nicht. Sie wird nämlich gerade erst gebaut – allerdings im traditionellen Stil, was tatsächlich ganz hübsch werden wird. Hier wird es bald einige kleine Geschäfte und Restaurants geben. Immerhin hatte das Bake and Sweet schon geöffnet, so dass wir dort einen für ägyptische Verhältnisse ausnahmsweise wirklich guten Cappuccino und köstliche Donuts bekamen.

Theoretisch könnte man sich in Sahl Hasheesh Fahrräder leihen

An der Marina gibt es auch einen Fahrradverleih. Leider sind wir uns mit dem Verleiher nicht einig geworden: Er wollte pro Stunde pro Fahrrad fünf Euro, was ich ziemlich teuer finde. Wir wollten zwei Stunden fahren, hätten also zehn Euro pro Rad zahlen müssen. Er ließ sich auf insgesamt 18 Euro ein, allerdings wollte er uns dafür ein E-Bike und ein normales Fahrrad vermieten – und das, obwohl er durchaus zwei normale Fahrräder hatte. Das zweite normale Fahrrad könne er uns allerdings nicht vermieten, sagte der geschäftstüchtige Mann. Leider hat er bei uns auf Granit gebissen – wir kamen so nicht zusammen.

Es gibt Fahrräder, die in besserem Zustand sind

Zum Vergleich: Im Old Palace Resort, das wir über Voyage Privé bei BigXtra gebucht hatten, hätte man für 20 Euro pro Stunde schon ein Golfcar leihen können, auf dem fünf Menschen mitfahren können. Dort allerdings reicht die Batterie nur knapp fünf Kilometer, wie uns der Vermieter sagte. Fahrräder hätten wir theoretisch in diesem Hotel, das mal mit vier, mal mit fünf Sternen von den Reiseveranstaltern bewertet wird, auch mieten können, allerdings waren sie in einem so schlechten Zustand, dass wir sie nicht fahren wollten, der Verleiher sie auf Nachfrage aber auch nicht vermieten wollte. Man sollte also nicht zu viel erwarten, egal welche Sternenzahl man zugrunde legt.

Von Sahl Hasheesh mit Uber nach Hurghada

In Sahl Hasheesh gibt es aber erfreulicherweise einen Uber Pick-up-Stand. Den braucht man zwar eigentlich nicht, um einen Fahrer des Taxidienstes zu bekommen. Er hilft aber sehr dabei, dass Fahrer und Fahrgast sich finden. Denn die arabischen Nummernschilder sind schwer zu entziffern, Automarken, die man nicht kennt, erleichtern das Spiel nicht gerade. Der Fahrer zeigt einem meistens die eigene Anfrage über die Uber-App auf dem Smartphone, und dann klappt der Transfer, selbst wenn der Fahrer kein Englisch spricht.

Mit Uber durch Ägypten

Nach Hurghada kostet die Fahrt etwa 5 Euro plus Trinkgeld und Bewertung – darauf legen alle Fahrer viel Wert. Wer mit dem Taxi fahrt, zahlt etwa zehn Euro. In einigen Hotels kann man Taxigutscheine kaufen, für den Rückweg sollte man die Fahrtkosten vorher aushandeln. Ich persönlich fand Uber praktischer. Einige Hotels bieten übrigens auch Shuttles an.

Was man von Hurghada erwarten darf: die Marina

Nun ist Hurghada keine Schönheit. Das Ufer zum türkisfarbenen Roten Meer ist zugebaut mit Hotelanlagen, manche sind so groß wie ein Dorf. In der Stadt selbst prallen dann Nordafrika und die touristische Kunstwelt aufeinander – ganz besonders an der Marina, die man erst nach einer Sicherheitskontrolle betreten darf. Dort liegen im Hafen große Yachten, die sich der ägyptische Otto Normalbürger genauso wenig leisten kann wie der deutsche. Außerdem gibt’s hier viele Cafés und Restaurants, die griechisches, italienisches oder deutsches Essen servieren. Mich zieht es eher zum Nubian Restaurant and Café. Die Nubier sind ein nordafrikanisches Volk. In einem nubischen Restaurant gibt es entsprechend regionales, also nordafrikanisches Essen: Falafel, Kuschari, Tajine – das sind Gerichte, die im Lehmtopf geschmort werden.

Wer die Marina am hinteren Ende verlässt, ist im Prinzip nur eine Straße von der großen Sheraton-Street entfernt, auf der man sich wieder gen Süden bewegen kann. Hier gibt es Metzger, Obstverkäufer, Handtaschen- und Uhrenhändler – und fast alle quatschen dich an. Auch Taxifahrer wollen dich aufsammeln, und so ist es gar nicht so einfach, in Ruhe auf den bestellten Uber-Fahrer zu warten. Aber: es geht.

Hurghada: In der Altstadt und auf den Märkten

Gut fünf Kilometer weiter ist die Altstadt Al Dahab. Dort sind die Märkte aufgegliedert in Obst und Gemüse, Kleider und Haushaltswaren. Bei Obst und Gemüse ist ein ziemliches Getümmel, wofür man als Westeuropäer gute Nerven braucht. Dort ist es eng, es sind viele Menschen unterwegs, und viele sprechen auch die Touris an – sind dabei aber nicht aufdringlich. Auch Vegetarier sollten sich emotional wappnen: Halbe Rinderhälften und in Käfigen eingezwängte Kaninchen und Hühner gehören zum nordafrikanischen Alltag. Der Kleidermarkt ist eher ein Straßennetz mit Läden, die ich zwar zum Kaufen uninteressant, zum Sehen aber durchaus spannend fand. 

In der Nähe des Marktes gibt es sehr viele Taxen und Uber-Fahrer. Falls der Fahrer, der Euch zum Markt bringt, auf Euch warten möchte, und behauptet, es gäbe keine Möglichkeit, von dort wieder wegzukommen, schlagt das aus, es ist Qutasch.

Vom Eingang des Obst- und Gemüsemarktes aus sieht man übrigens zwei weiße Kirchtürme mit Kreuzen obenauf. Sie gehört den koptischen Christen, die in Ägypten eine religiöse Minderheit sind. Gegen Kopten gab es bereits mehrere Anschläge. Kein Wunder also, dass die Kirche von einem Sicherheitsdienst bewacht wird. Der allerdings schien mir nicht besonders aufmerksam zu sein. 

Besonders schön ist die Kirche übrigens nicht, aber da es in Hurghada nicht viel zu sehen gibt, haben wir sie uns natürlich angeschaut. Insbesondere, weil wir noch nie in einer koptischen Kirche waren.

Fazit: Falls Ihr über Urlaub in Hurghada oder Sahl Hasheesh nachdenkt, erwartet nicht zuviel.

Wie viel CO2 ein Flug nach Hurghada und zurück verbraucht

Wer seinen Flug nach Hurghada und zurück kompensieren möchte, muss mit etwa 32 Euro rechnen.

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