Winterspezialitäten in Cafés und Restaurants: Von Chai bis Tapas

Winterkiste von der Ida
Winterkiste von der Ida

Grünkohl gehört zu den Dingen, über die ich mich auch nach 19 Jahren in Köln noch wundere. Genaugenommen geht es aber nicht um das Gemüse an sich, sondern um die Begeisterung der Kölner dafür: Kaum war der erste Nachtfrost, landet Grünkohl in vielen Restaurants auf der Speisekarte – und zumindest mein Umfeld bestellt alles wie irre, was damit serviert wird. Das mag damit zusammenhängen, dass Grünkohl eines der wenigen Gemüse ist, die in den kalten Monaten frisch geerntet werden können. Die Verbraucherzentrale NRW hat auf Instagram dazu eine schöne Übersicht gepostet: Freilandgemüse ist im Januar auch Lauch und Rosenkohl. So genannte Lagerware sind Kürbis, Rote Bete oder Chicorée. Wer aus Gründen der Nachhaltigkeit regional und saisonal kochen möchte, der orientiert sich also an dem, was die Natur zuhause gerade bietet. Oder abonniert die IDA Gemüsekiste. So wird man automatisch saisonal und regional versorgt.

Winterspezialitäten im Restaurant

Auch viele Restaurants bieten ihre Gerichte jahreszeitenabhängig an. Im Carls in Ehrenfeld gibt es beispielsweise Wirsing zur Lammhaxe oder – der Klassiker – Rotkohl zur Gans. Im Byliny in Düsseldorf steht der Rotkohl mit Rinderroulade auf der Karte. Außerdem setzt man hier auf Wintertrüffel: Seit es seit einigen Tagen die neue Karte gibt, wird er zu Gnocchis und Spinat serviert. Ich hatte ihn dort Anfang Januar noch mit Linguine und als Vorspeise einen Winterblattsalat mit Birnenstücken.

Typisch Winter im Café

Auch in Cafés gibt es spezielle Angebote, wenn es draußen kalt ist – allerdings eher zum Trinken: Im Café Sehnsucht hatte ich neulich einen Persischen Chai mit Orientgewürzen, vor allem ganz viel Zimt, und Hafermilch. Auch heißer Apfelsaft wird im Winter gerne angeboten, dafür kann ich mich allerdings nicht erwärmen.

Chai im Café Sehnsucht
Chai im Café Sehnsucht

Jetzt auch Wintertapas

Neu war für mich der Gedanke, dass auch ein Tapas-Restaurant eine Winterkarte haben könnte. Darum bin ich ziemlich gespannt zum Pressetermin im Tapeo & Co gegangen. Ganz im Sinne von „saisonal“ gibt es dort derzeit eine Kombination aus – Überraschung! -Grünkohl, Kartoffel, Chorizo und Käse. Wer sich darüber wundert, muss

  1. wissen, dass Grünkohl durchaus auch in südeuropäischen Ländern verbreitet ist und
  2. die Inhaber der Tapas-Bar sich nach den Wünschen der Gäste richten.

Für die Grünkohl-Tapas ist – wie könnte es auch anders sein? – ein kölsches Urgestein verantwortlich, wie mir Isabelle Tariverdi, Inhaberin, erzählt:“Ein Stammgast kam vor einigen Jahren im Winter zu uns und fragte, ob wir denn nichts mit Grünkohl hätten. Eher aus Spaß haben wir ihm dann den Kohl mit Kartoffeln gemischt und mit Käse überbacken. Und weil wir keine Mettwurst hatten, haben wir eben Chorizo genommen“, sagt die Inhaberin. Der Gast saß an der Theke, so erzählt sie weiter, und alle anderen, die da saßen, wollten plötzlich auch die Grünkohl-Tapas. So hat das Gericht einen Platz auf der Winterkarte bekommen.

Diese Kombination ist eine von fünf Mini-Gerichten, die Gäste bis ungefähr Ende März bestellen können. „Wir können etwa 60 Tapas-Variationen servieren“, sagt Shahin Tariverdi, Inhaber. „Es macht aber keinen Sinn, immer alle anzubieten. Das ist für die Küche zu aufwändig. Und auch wirtschaftlich ist es nicht sinnvoll, immer alle Zutaten vorrätig zu halten. Darum gibt es im Winter eben eher Grünkohl, im Sommer dann vielleicht wieder Spargel und Pfifferlinge“. Saisonales Denken spielt eben auch bei der Zubereitung von Tapas eine Rolle.

Winterspezialitäten mit ganz viel Köln-Bezug

Zur so genannten Limited Winter Edition im Tapeo & Co gehören auch eine Auberginen-Lasagne mit Schafskäse und Ziegenkäse mit Walnüssen auf Tomaten. Letzterer steht übrigens auch auf der Karte der Sekt- und Tapas-Bar La Barra oder der Bagatellen-Ableger, die französische Tapas servieren. Dort wird er mit Orangen-Chili-Marmelade serviert.

Die Hackfleischröllchen mit Champignons in Gorgonzola-Soße gehen übrigens auch auf den Stammgast mit der Vorliebe zu Grünkohl zurück – und wenn man ganz genau hinsieht, dann sind das keine Hackfleischröllchen. Es ist ein ausgewachsener Hackbraten in Scheiben geschnitten. Auch das Rindfleisch mit Rioja-Zwiebelsoße kommt dem Kölner irgendwie bekannt vor. Genau: Es schmeckt eigentlich wie ein Sauerbraten. „Damit das Fleisch so zart ist, wird es übrigens 24 Stunden eingelegt“, sagt Isabelle Tariverdi. Mehr will sie nicht verraten – die Soße ist ein Geheimrezept. Ich meine aber, eine ordentliche Prise Zimt zu schmecken.

Sauerbraten, Hackbraten, Grünkohl – für mich wäre das Grund genug, die Winter-Tapas in Kölsche Tapas umzubenennen. Damit wären die Tariverdis allerdings nicht die Ersten: Das Sternerestaurant La Société schickt jedem Gast zu Beginn seines Mahls als Gruß aus der Küche Kölsche Tapas. Lustig und ganz im Sinne der Domstadt wäre es allerdings, eine Limited Kölsche Tapas Edition immer zu Spielen des Effzeh anzubieten. Oder zumindest in den Wochen, in denen in der Bundesliga gespielt wird.

Kölsche Tapas
Kölsche Tapas

Aber zurück zur kalten Jahreszeit: Im Tapeo & Co wird derzeit Sangria heiß serviert – also eigentlich Glühwein. Ich gebe zu, dass das nicht so mein Fall ist: Heißen Wein mag ich grundsätzlich nur vor Weihnachten. Im Restaurant selbst ist es mir außerdem zu warm für die Hot Sangria. Aber vielleicht gibt es ja nächsten Winter ein kleines Büdchen auf dem Platz vorm Tapeo & Co, an dem man Hot Sangria und die Limited Christmas Tapas Edition essen kann.

Timo und ich haben uns auf Einladung während des Pressetermins die fünf Tapas-Varianten aus der Winter Edition geteilt und insgesamt vier Sangria getrunken.

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