Wellness in Rheinland-Pfalz

Im Wellness-Hotel
Im Wellness-Hotel

Zugegeben: für einen Wellness-Urlaub fehlt mir die Muse. Sauna, Massage, gutes Essen, das ertrage ich ein Wochenende, aber nicht länger. Kein Wunder also, dass unser letztes Wellness-Wochenende schon einige Jahre zurückliegt. Damals ging es an den Starnberger See und wir sahen einen großartigen Sonnenuntergang. Dieses Mal konnte ich aber nicht widerstehen: Bei Vente privée gab es ein Angebot für das Klosterhotel Marienhöh in Langweiler in Rheinland-Pfalz. Ich hatte schon häufiger Bilder von dem umgebauten Kloster gesehen – und jetzt passte der Reisezeitraum, das Paket und der zugehörige Preis. Um ehrlich zu sein: Trotz des Angebotes war eine ordentliche Stange Geld. Aber dafür stimmte das Preis-Leistungsverhältnis aus Übernachtung mit Frühstück, zwei Anwendungen, Benutzung des Spas und einem dreigängigen Menü am ersten Abend.

Tatsächlich war der Aufenthalt nahezu perfekt. Das Essen war super, Käse und Wurst zum Frühstück nicht vom Discounter, das Serailbad mit Heilerde und Orangeblütenöl wohltuend, die Massage hatte die richtige Stärke, das Zimmer war hübsch, das Spa gepflegt, im Foyer stand Wasser und es gab Wanderkarten fürs Umland. Trotzdem gab es Kleinigkeiten, über die ich den Kopf schüttelte: Die Bodylotion im Bad war schon in anderen Händen, was man eindeutig am Make-up-Rand an der Tube sah. Ich hinterließ eine Notiz mit Post-it am Spiegel und bekam am nächsten Morgen eine neue Tube. An der Balkontür waren dicke Spinnweben, die sicherlich älter als 24 Stunden waren. Der Schuhputzautomat funktionierte nicht, was nach einer Wanderung durch den matschigen Wald schlecht ist: Wir hinterließen Spuren im Gang. Der Weißwein war beim Abendessen vergessen worden. Und während wir noch bei selbigem saßen, wurden die bereits leeren anderen Tische abgedeckt und fürs Frühstück wieder eingedeckt. Ich hatte so das Gefühl, mich beeilen zu müssen.

Ein perfektes Wellnesswochenende in Rheinland-Pfalz

Freitag, 17 Uhr: Ankunft
18 Uhr: Zwei Saunagänge, 60 und 95 Grad
19 Uhr: Gesichtsmaske
20 Uhr: Abendessen. Menü mit drei Gängen
22 Uhr: Cocktail an der Bar

Samstag, 9 Uhr: Frühstück
10 Uhr: Spaziergang durch den Ort
11 Uhr: Serailbad und ein Saunagang. Ein Glas Edelsteinwasser
13 Uhr: Wanderung auf dem Köhlerpfad. 13 Kilometer durch Wiesen und Wald
16 Uhr: Kaffee und Kuchen
17 Uhr: Massage, zwei Saunagänge, eine Runde schwimmen
20 Uhr: Abendessen
22 Uhr: Cocktail an der Bar

Sonntag, 9 Uhr: Frühstück
10 Uhr: Abfahrt

Abendessen im Hotelrestaurant
Abendessen im Hotelrestaurant

Ein weiteres Problem sind die Saunagepflogenheiten. Ich habe volles Verständnis dafür, dass man nicht in jedem Kulturkreis nackt in die Sauna geht. Im Klosterhotel mit seinem internationalen Publikum ist darum irgendwie verständlicherweise die Sauna zwar Nacktbadezone, aber man darf trotzdem Badekleidung anlassen. Mich stört es nicht, wenn Männer in ihre Badehosen und Frauen in ihre Bikinis oder Badeanzüge schwitzen. Fies finde ich aber, wenn die Saunagänger ihre Badekleidung durchgeschwitzt haben, und danach in das Schwimmbad springen, in dem auch andere Hotelgäste ihre Bahnen ziehen. Nun ja, ich bin nach dieser Erkenntnis eben nicht mehr geschwommen.

Von diesen Kritikpunkten abgesehen, die anderen Hotelgästen möglicherweise völlig egal sind, habe ich mich hervorragend entspannt. Und das ist schließlich der Sinn eines Wellness-Wochenendes.

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