Was das Picasso-Museum in Münster mit einer Krimiautorin zu tun hat

Museumscafé in Münster
Museumscafé in Münster

Da ist das Meer: mal etwas zu dunkel, dann sehr hell, mal deutlich zu erkennen, dann wieder eher erahnbar. Monet, Renoir, Courbet, die großen französischen Impressionisten, sie alle scheinen bevorzugt in der Normandie gemalt zu haben, denn ihre Bilder sind noch bis Mitte Januar 2018 in Münster zu sehen, vereint unter dem Titel „Die Impressionisten in der Normandie“. Das für mich Erstaunliche daran: Die Bilder hängen im Picasso-Museum. Dort gehe ich an einem Montagnachmittag vorbei, als ich beruflich in der Stadt zu tun habe. Ich freue mich, dass das Museum an einem Montag geöffnet hat, aber ich bin etwas irritiert, dass ich statt Werken des gebürtigen Spaniers, statt Kubismus und moderner Kunst, die oft zarten Töne der Impressionisten sehe. Es dauert, bis mir klar wird, dass das Picasso-Museum ein Kunstmuseum mit Wechsel-Ausstellungen ist, in dem aber natürlich auch immer irgendwie der große spanische Maler vorkommt.

Erst nachdem ich auf der zweiten Ebene durch mehrere Räume gegangen bin, stoße ich auf den Zusammenhang zwischen Picasso und den Impressionisten: Wie die Freiluftmaler studierte auch Picasso seine Objekte sehr genau, und manche seiner gemalten Rinder, Eulen oder Kröten sind sehr realistisch dargestellt, andere deutlich abstrahiert. Dazwischen stehen übrigens Anschauungsobjekte aus dem Naturkundemuseum in Münster. Sogar ein Affe hängt an einem Haken auf Augenhöhe zum Besucher von der Decke herab.

Dieppe, immer wieder Dieppe

Beim Spaziergang entlang der Impressionisten fällt mir immer wieder ein Ortsname ins Auge: Dieppe. Mal das Meer vor Dieppe, dann der Marktplatz, der Sonnenuntergang. Dabei fällt mir ein, dass mir neulich eine Krimiautorin von Dieppe erzählt hat: Silke Ziegler schreibt nämlich spannende Bücher, die bevorzugt in Frankreich, ihrem Sehnsuchtsland spielen. Und ihre Liebe zu Frankreich entdeckte sie unter anderem ausgerechnet in Dieppe, damals, als sie als Jugendliche beim Schüleraustausch war. So klein ist die Welt, denke ich, während ich die Landschaftsbilder anschaue, die mich zumindest für kurze Zeit vergessen lassen, dass außerhalb dieser Räume gerade ein ziemlich kalter, deutscher Herbsttag ist.

Wenn Ihr mehr über Silke Ziegler erfahren wollt, schaut Euch dieses Video auf YouTube an. Es ist die Zusammenfassung des Gespräches mit der Buchautorin auf der Frankfurter Buchmesse:

Tipp: Das Picasso-Museum ist integriert in die Münster-Arkaden. Wer an einem Schlecht-Wetter-Tag in der Stadt ist, kann dort nach dem Museumsbesuch der Einkaufslust nachgeben. Oder sich in eines der netten Cafés setzen und Kaffee und Kuchen essen. Bei gutem Wetter empfehle ich den kurzen Spaziergang zum Aasee. Dort kann man bei jedem Wetter schön spazieren gehen.



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