Tansania: Hochzeitsschmaus in Yamba

Hochzeitsschmaus in Tansania
Hochzeitsschmaus in Tansania

Es ist schon dunkel, als wir bei unseren Gastgebern ankommen: Miko und Skola haben vergangene Woche geheiratet, wir sind am Sonntagabend dort zum Hochzeitsessen eingeladen. Ihr Haus besteht, wie die meisten Häuser in Yamba, aus drei einzelnen kleinen Lehmhütten. In einer ist die Küche mit dem offenen Feuer untergebracht, in einer die Toilette und die Dusche, und die dritte Hütte ist Wohnraum. Das Haus ist mit rot-braunem Lehm verputzt, an den Wänden sind mit schwarzer Farbe Blumen und Ranken aufgezeichnet. Bevor wir das Esszimmer betreten, reicht uns die frischgebackene Ehefrau Wasser und Seife. In Yamba wascht man sich vor jeder Mahlzeit die Hände.

Leben ohne Strom

Das Esszimmer ist etwa eineinhalb Mann lang und knapp zwei Meter breit. In der Mitte stehen drei niedrige, grobe Tische aus Holz, jeder Gast bekommt einen Holzhocker, einen Plastik- oder Blechteller und einen Löffel. Wir sind 10 Leute in diesem Raum: neun Ehrenamtliche, der Betreuer der Ehrenamtlichen, der Chef von Village Africa und der Ehemann. Seine Frau und das Baby bleiben in der Küche. Auf dem Tisch stehen Töpfe und Plastikschüsseln mit Reis und Bohnen. In einem Topf schwimmen Knochen, Haut und Fleisch eines Huhnes. Miko zaubert aus einer Ecke eine Kiste mit verstaubten Glasflaschen: Fanta und Cola für die Gäste. Die Getränke müssen einen langen und beschwerlichen Weg in die Usambaraberge zurückgelegt haben, denn einen Laden gibt es hier nicht, und es führt auch keine Straße hierhin. Cola und Fanta sind lauwarm, denn in einer Gegend ohne Strom gibt es keine Kühlschränke. Und natürlich auch kein Licht. An der Decke hängt eine kleine Glühbirne, die mit einer Batterie betrieben wird. Ihr Licht ist so schwach, dass man das andere Ende des Tisches nur in einem schummrigen Dunkel erahnen kann.

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