Skandinavien ist in Ehrenfeld angesagt

Norwegische Kronen
Norwegische Kronen

Ich gehe zu meiner Bank auf der Venloer Straße, an den Schalter. Da war ich lange nicht. „Haben Sie zufällig norwegische Kronen?“, frage ich. Die Dame hinter dem Schalter:“Norwegische Kronen?“. Ihr Tonfall sagt aus, dass diese Währung hier wohl eher selten angefragt wird. Sie schaut in den Computer. „Tatsächlich“, sagt sie. „Ich habe 700. Das sind … Kann das denn sein? Das sind nur knapp 80 Euro.“ – „Die würde ich nehmen“, sage ich. Pause. „Das dauert aber etwa zehn Minuten“, sagt sie. „Aha?“, sage ich. „Ich muss erst zwei Kollegen finden, die sie aus dem Tresor holen. Wenn Sie sich bitte dort hinsetzen und warten?“.

Einige Minuten später bittet sie mich wieder zu sich. Wir philosophieren noch ein wenig darüber, wie viel einfacher es ist, in ein Land mit Euro zu fahren. Wie unpraktisch so große Zahlen sind, weil man keine Relation dazu hat. Wie umständlich der Umrechnungsfaktor ist. Dann gibt sie mir zwei Scheine: einen bräunlichen 500er, einen bläulichen 200er. Ich packe sie ein, drehe mich um, gehe zum Ausgang. Eine Frau hastet mir entgegen, geht zum Schalter. Ich höre sie fragen: „Entschuldigung, aber haben Sie vielleicht schwedische Kronen?“. „Schwedische Kronen?“, höre ich die Dame hinter dem Schalter nachfragen. Ihre Stimme ist laut und hoch. Ehrenfeld ist im Wandel.

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