Rund ums Stadtmuseum Münster

Interessiert mich die Stadtgeschichte von Münster ab 793 wirklich so sehr, dass ich deswegen ins Museum gehe? Ich bin unschlüssig. Tatsächlich habe ich an diesem Tag in der Stadt aber nicht so viel Zeit, und das Museum ist zu Fuß nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt, ein Besuch ist also ohne großen Aufwand möglich. Hinzu kommt: Es kostet keinen Eintritt. Falsch machen kann ich also nichts. Falls es mir nicht gefällt, gehe ich eben wieder. Tatsächlich bleibe ich aber, bis ich einmal durch die gesamte Ausstellung durch bin. Dabei, so gebe ich zu, fand ich den Einstieg eher mittelprächtig: Wie sich die Stadt um das Jahr 700 entwickelt hat, ist mir ein bisschen zu speziell. Und die Multimediatafeln sind für meine Bedürfnisse etwas zu langatmig und einschläfernd.

Stadtmuseum Münster: Spannend wird es ab 1534

Ab 1534 erweckt jedoch mein Interesse, denn jetzt kommen die Täufer ins Spiel. Von den Wiedertäufern in Münstern hat man schon gehört, hier erfahre ich jetzt endlich, was es mit ihnen auf sich hatte: Sie hingen mit Luthers Reformation zusammen, und sie erkannten nur diejenigen an, die sich im Erwachsenenalter erneut taufen ließen. Wer das nicht wollte, wurde aus der Stadt vertrieben. Ebenfalls 1534 fand der Bildersturm statt, bei dem in Kirchen Gemälde zerstört wurden. 200 Jahre später sind wir im Barock, und ausgestellt werden jetzt Möbel und Porzellan aus Adels- und Bürgerhäusern, gar nicht so unähnlich der Ausstellung im nahegelegenen LWL-Museum für Kunst und Kultur. Im Stadtmuseum stehen auch einige wenige Möbel aus dem Stadtschloss, das im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. So kann man sich ganz gut vorstellen, wie damals gelebt und gewohnt wurde.

Zweiter Weltkrieg im Stadtmuseum Münster

Spannend finde ich im zweiten Stock das Biedermeierzimmer und die historischen Schilder und Buden zum heute noch dreimal jährlich stattfindenden Jahrmarkt Send. Der Nachbau des Laden Henke mit seiner Vielzahl an Lebensmitteln und Marken, die heute noch bekannt sind, gehört zu meinen Lieblingsausstellungsstücken, ebenso wie das Café Müller aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Auch dem Krieg selbst wird viel Platz eingeräumt, und das ist auch ganz gut so. Schließlich dürfen die Grauen dieser Zeit nie mehr vergessen werden.

Rund ums Stadtmuseum Münster

Direkt neben dem Stadtmuseum ist übrigens der Erbdrostenhof, ein schönes Gebäude aus dem Jahr 1750. Geht man dahinter links, kommt man noch an der Clemens- und wieder links an der Servatiikirche vorbei. So hat man ein zwar kleines, aber ganz hübsches Stück von Münster gesehen.

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