Principe de los Apostoles – Gin aus Argentinien mit Mate und Minze

Principe de los Apostoles Gin Sorten
Principe de los Apostoles Gin Sorten

Die Weite Patagoniens und die herbe Natürlichkeit dieser Region meine ich im Gin Principe de los Apostoles zu schmecken. Dabei wird er in Mendoza gebrannt, einer Stadt im Norden, die für ihre Weine bekannt ist, und eben nicht weiter südlich, wo Argentinien so grenzenlos weit scheint. Aber so ist es eben, wenn ich Mate schmecke, also das, was man in Deutschland meistens in Form von Limonade bekommt. Dann denke ich an Patagonien und die Tage, die wir dort unterwegs waren – natürlich immer einen heißen Mate griffbereit. In Argentinien ist Mate nämlich Alltag. Die Blätter des Strauches werden mehrfach mit heißem Wasser übergoßen, traditionell trinkt man ihn aus einem bauchigen Gefäß, das zur Verwirrung der Touristen ebenfalls Mate heißt. Und damit man den Staub der getrockneten Blätter nicht im Mund hat, trinkt man ihn durch die Bombilla, einen Strohhalm mit Sieb am Ende. Mate ist übrigens ein Gruppenerlebnis: Das Gefäß wird in der Runde gereicht.

Mate im Gin, das ist Principe de los Apostoles

Seit einigen Jahren ist Mate aber mehr als ein Heißgetränk: Es ist auch eine grundlegende Zutat im Gin Príncipe de los Apostoles. Ihn hat Claas von Zombory erstmals in einer Bar in Buenos Aires, der argentinischen Hauptstadt getrunken. „Ich war wie elektrisiert“, erzählt mir der Berliner bei einem Gin-Tasting in der Kölner Ginbar The Bär. „Als ich den Inhaber fragte, was ich da trinke, zeigte er mir eine Flasche. Nebenbei erwähnte er, dass das sein eigener Gin sei. Heute ist die Bar Floreria Atlantico eine der besten der Welt, und schon mehrfach zur besten Bar Südamerikas gewählt worden – und Príncipe de los Apostoles Gin hat es immerhin bis Deutschland geschafft. Denn Claas, der einige Jahre in Argentinien gearbeitet hatte, wusste nach diesem Drink, was er künftig machen wollte: Nicht mehr am Schreibtisch sitzen, sondern Spirituosen aus Lateinamerika importieren. 

Argentinischer Gin ist noch eine Rarität in Deutschland

„Mir war klar, dass ich besondere Gins im Angebot haben muss, um am Markt zu bestehen“, sagt er. Lateinamerikanische Spirituosen sind in Deutschland noch eher ungewöhnlich. Das liege auch daran, dass viele Destillerien nur kleine Mengen herstellen – zu klein, um nach Europa zu exportieren. „Gleichzeitig mussten sie aber gut genug sein, um die Kosten für den Transport zu rechtfertigen“, sagt Claas. Príncipe de los Apostoles war dafür ein guter Einstieg. Allerdings ließ sich Renato Giovannoni, der Chef ein bisschen bitten: Claas hat mehrere Gespräche mit ihm geführt, seine Familie kennengelernt, ihn nach Deutschland eingeladen. Dann irgendwann war klar, dass sie kooperieren würden.

Principe de los Apostoles erst in Berlin – und schon bald danach in Köln

Claas ging mit dem Gin zunächst in Berlin Klinken putzen. „Die Gastroszene in der Hauptstadt ist toll, weil die Leute neugierig sind“, sagt er. So konnte er sich einen Namen machen und von dort aus die Bundesrepublik erobern. In Köln war der argentinische Gin übrigens schon früh zu haben. Denn Marcos, der Inhaber von The Bär in Ehrenfeld, ist Argentinier. Es war klar, dass er den Gin aus seiner Heimat ganz schnell ausschenken wollte. Ich habe ihn darum sogar schon im Frühsommer 2019 kennengelernt. Marcos war so über Monate die einzige Bar in Köln, die ihn im Angebot hatte.

Drei Mal Principe de los Apostoles – drei Mal anders

Was mir bis zum Tasting, zu dem ich eingeladen war, nicht klar war: Es gibt verschiedene Sorten Príncipe de los Apostoles Gin.

  1. Da ist zunächst der Gin mit 40,5 Prozent Alkohol, den man üblicherweise mit Tonic trinkt oder in einen Cocktail mischt. Ich finde, die Minze und der Eukalyptus machen Mund und Nase kühl, Koriander und Mate geben dem Getränk das Erdig-Herbe. Der Mate kommt übrigens frisch vom Baum und ist nicht wie für den Tee getrocknet und gehäckselt, sagt Claas. Er wird sieben bis zehnTage eingelegt, Minze und Eukalyptus dagegen nur vier Stunden. Am Ende kommen beide Flüssigkeiten zusammen in die Brennblase. Diesen Gin mischt Marcos zum Beispiel mit Holundersirup, Minze, Limette und Tonic zu einem Cocktail.
  2. Die identischen Zutaten sind in der zweiten Sorte. Der Unterschied: Er hat 53 Prozent. Das Interessante daran ist, dass er viel feiner, fast milder schmeckt als der erste. Und er ist definitiv viel zu gut und auch zu teuer, um ihn mit Tonic zu mischen. Man sollte ihn pur genießen, vielleicht als Aperitif. „Die Berliner Bars mischen ihn auch gerne mit weißem Wermut“, sagt Claas. Den produzieren die Macher von Príncipe de los Apostoles Gin übrigens auch – genau für diesen Fall.
  3. Verrückterweise sind auch in der dritten Sorte die exakt identischen Zutaten enthalten. Trotzdem schmeckt auch dieser ganz anders, obwohl er mit 42 Prozent sehr nah am ersten Gin liegt. „Bei diesem wurden die Mazeratzeiten verändert“, sagt Claas. Das ist die Zeit, die die Botanicals, also Minze oder Mate eingelegt werden. Das Ergebnis ist ein Weihnachtsgin, der in limitierter Auflage mit 600 Flaschen pro Jahr hergestellt wird, eine echte Rarität also.

Claas von Zombory importiert übrigens auch Mezcal und Pisco. Er hat Getränke aus Mexiko, Bolivien, Argentinien, Chile und hoffentlich ab Sommer 2020 auch aus Brasilien im Angebot. Sein Hauptgeschäft macht er zwar mit Bars und Großabnehmern. Er verkauft aber auch an Privatleute. Mehr Infos auf seiner Homepage imexory.com

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