Noch bis 31. Mai 2015: 360-Grad-Panorama „Dresden 1945“

Besucher im Panorama "Dresden 1945"
Besucher im Panorama „Dresden 1945“

Natürlich weiß man, dass Dresden 1945 durch die Luftangriffe der Alliierten zerstört wurde. Natürlich hat man schon oft Bilder der Ruinen gesehen. Und trotzdem geht mir das 360-Grad-Panorama von Yadegar Asisi und seinem Team im Panometer Dresden nahe: Zunächst erfährt man bei dramatischer Musik die Vorgeschichte, lernt Dresden zur Blütezeit kennen. Dazu laufen schwarz-weiß Filme auf Leinwänden ab und kurze Texte erzählen Dresdens Geschichte. Exemplarisch lernt man Bürger kennen, die von den Nationalsozialisten getötet wurden, liest Schlagzeilen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, sieht Flugzeuge am Himmel, die Bomben abwerfen – und steht dann mitten im Panorama der geschundenen und brennenden Stadt. In der Mitte des runden Raumes führt eine Treppe nach oben, so dass man das Panorama aus verschiedenen Höhenperspektiven erleben kann. Eine Lichtershow verdunkelt den Raum, lässt Blitze die Nacht erhellen, die Stadt rot werden vom Feuerschein. Wer genau hinsieht, entdeckt viele Details: hier hängen noch Fahnen mit dem Hakenkreuz, dort liegt eine ausgebrannte Straßenbahn, Menschen mit Koffern eilen einem unbekannten Ziel entgegen, ein Toter liegt auf einem Platz. Auf Informationstafeln werden Geschichten von Menschen erzählt: Wo waren sie während der Luftangriffe? Was wurde aus ihren Familien? Wie lebten sie nach dem Krieg? Mich erstaunt, wie ruhig es in dem Raum ist, obwohl sich mehrere hundert Menschen an den Geländern drängen, und mich berührt, wie lange und schweigend die Besucher das Panorama studieren. Zwar ist der Eintritt mit fast zwölf Euro pro Person nicht gerade günstig, aber der Besuch hat sich zumindest aus meiner Sicht gelohnt.

Kommentar verfassen