Nilkreuzfahrt: Landausflug in Assuan auf eigene Faust


Assuan von Elephantine Island aus

Es steht völlig außer Frage, dass das Paket der Nilkreuzfahrten für Assuan oder Aswan in Ägypten sich lohnt: Assuanstaudamm, Philae-Tempel, Felukkenfahrt. Das könnte man zwar theoretisch auch alles auf eigen Faust organisieren – aber im Paket und als Gruppe ist es bequemer. Dafür ist man eben nie alleine. Andererseits füllt dieses Programm nur einen halben Tag – und Ihr liegt wahrscheinlich eine Nacht bei Eurer Fahrt auf dem Fluss vor Anker. Das heißt, Ihr habt sicherlich einen halben Tag frei, und den solltet Ihr auf jeden Fall nutzen: Parallel zur Corniche, der Straße am Flussufer, ist ins Landesinnere versetzt auf Höhe des Bahnhofs der Eingang zum Markt. Ich fand es zwar in den querenden Straßen ziemlich wuselig, den Markt selbst aber eher relaxed. Viele Verkäufer dort sprechen exzellent deutsch. Natürlich habe ich Gewürze dort gekauft: grüne Pfefferkörner, lange Zimtstangen und Muskatnüsse. Umsonst waren sie nicht – aber deutlich günstiger als in Deutschland. Und ich weiß, dass sie auch um ein Vielfaches besser sind.

Assuan: Mit der Fähre auf die Nilinsel

Am besten lauft Ihr so lange über den Markt, bis Ihr nach rechts weg wieder auf die Corniche seht. Da sind wir Richtung Wasser abgebogen. Auf Höhe von Egypt Air ist die Fähre Richtung Elephantine Island. Wenn Ihr als Touris ankommt, wird Euch schnell jemand anbieten, Euch überzusetzen. Die Fahrt kostet eigentlich angeblich ein ägyptisches Pfund. Dafür, dass wir nicht auf die Fähre warten mussten und eine Privatfahrt hatten, haben wir pro Person das 20-Fache gezahlt, nämlich einen Euro. Immernoch ein fairer Preis, insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Inflation in Ägypten hoch ist, die Kaufkraft des ägyptischen Pfunds dementsprechend extrem niedrig. Der Bootsmann hat uns direkt auf der anderen Seite des Nils am Assuan-Museum abgesetzt.

Das Assuan-Museum auf Elephantine Island

Das Museum war zugegebenermaßen etwas enttäuschend, den das Hauptmuseum, eine alte Villa, wird seit mehreren Jahren restauriert. So haben wir nur einen Teil der Ausstellung in einer Behelfshalle gesehen, außerdem die Ruinen und Obelisken sowie den Nilometer, also den Wasserstandsanzeiger. Das ist durchaus interessant. Leider haben wir den Guide aber kaum verstanden, für ihn war es jedoch logisch, dass er am Ende ein Trinkgeld bekommt – und das musste höher als 50 Cent sein.

In Assuan ins Nubierdorf

Vom Gelände des Museums führt ein Ausgang direkt ins Nubierdorf – und das solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen. Das ist nämlich kein Touristendorf, sondern ein echtes Dorf, in dem die Nubier leben, die aus ihrem Land vertrieben wurden, als der Nassersee durch den Stammdammbau angelegt wurde. Das Dorf ist bunt, aber auch etwas schockierend, denn es ist arm: Lehmhäuser, Gassen mit Lehmboden, Schafe auf den Wegen, Geröll, Müll und Frauen in langen Kleidern und verschleiert. Das Dorf hat labyrinthische Züge, und unsere Hoffnung, von dort durch ein Tor aufs Gelände des Mövenpick Resorts zu kommen, ist leider gescheitert. Dorthin kommt man nur übers Wasser von einem zweiten Fähranleger aus.

Verlaufen auf Elephantine Island

Langer Rede kurzer Sinn: Wir haben uns heftig verlaufen. Google Maps und Apples Karten sind für das Dorf Siou so schlecht, dass sie nicht viel Orientierung geben, der Plan im Lonely Planet war zu klein – aber zum Glück hat uns ein kleiner Junge zur Fähre gebracht. Diese offizielle Fähre hat pro Person fünf ägyptische Pfund gekostet, also 25 Cent. Sie hat uns direkt auf der anderen Seite des Nils wieder abgesetzt. Von dort aus stadtauswärts gehend, kommt man an einem Restaurant vorbei das Salah Ad Din heißt. Dort gibt zum Beispiel einen Kebap-Köfte-Teller oder ein Köfte-Sandwich. Die Köfte sind sehr würzig und kommen vom Grill. Dazu gibt es beim Sandwich Peperoni, die in meinem Fall extrem scharf waren. Das ägyptische Brot, das es zum Kebap-Köfte-Teller gibt, sollte man mit den kleinen, eingelegten Limonen essen, ebenfalls sehr, sehr scharf. Zu empfehlen ist außerdem der Zimttee. Von der Terrasse hat man übrigens einen guten Blick auf die untergehende Sonne, die uns allerdings leider kein farbiges Schauspiel bereitet hat.

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