Münster: Zwei griechische Restaurants im Vergleich

Griechisches essen im Odysseus
Odysseus: Ich platze …

Unterschiedlicher könnten die beiden griechischen Restaurants Odysseus und Santorini in Münster kaum sein. In beide komme ich am frühen Abend und vor der Corona-Krise alleine. Und als Single-Frau in ein Restaurant zu gehen, das ist nicht immer so angenehm. Viele Restaurants mögen es nicht, wenn sie einen ganzen Tisch an einen Solo-Traveller vergeben müssen, weil ihnen dadurch Einnahmen verloren gehen. So kam es auch, dass ich im Santorini einen Katzentisch bekam: Sie sind für zwei Personen und stehen im Gang, so dass ständig jemand vorbeikommt. Der Chef hatte ihn mir auch eher ungnädig zugewiesen. Grundsätzlich ist das natürlich ok, ich alleine brauche keinen Tisch für vier Personen. Aber etwas höflicher hätte man das schon machen können.

Im Odysseus dagegen bekomme ich einen großen Tisch, sitze aber zunächst alleine in einem kleinen Nebenraum, während alle anderen Gäste in einen Hauptraum geführt werden. Im Odysseus sind die Tische weiß eingedeckt, im Santorini hat man etwas rustikaler einfach die Tischplatte.

Griechische Klassiker: Moussaka und überbackenes Gyros

In beiden Restaurants ist ein Beilagensalat dabei. Hier schneidet das Odysseus farblos ab: Eisbergsalat mit Weißkohl und ertränkt in heller Soße ist kein Hingucker. Santorini ist da theoretisch im Vorteil: An einem Buffet kann man sich den Salat selbst zusammenstellen. Ich hatte allerdings zwei Jungs beobachtet, die am und mit dem Buffet seit geraumer Zeit spielten. Und da die Eltern das offensichtlich ok fanden, stoppte sie leider niemand. Da hatte ich nicht so richtig Spaß am Salat. Das Restaurant kann dafür aber nichts.

Im Santorini gab es einen riesigen Korb mit Brot vorneweg. Und da ich recht lange darauf warten musste, bestellen zu dürfen, und das Essen auch etwas dauerte, habe ich leider so viel Brot gegessen, dass ich meine Hauptspeise nur zur Hälfte geschafft habe. Im Odysseus gab es kein Brot. Darüber war ich auch nicht böse – unnötige Kohlenhydrate. Stattdessen stand das Essen innerhalb von Minuten auf dem Tisch. Zusätzlich zum überbackenen Gyros und den Fritten gab es noch ein Kartoffelgratin aufs Haus. Nett gemeint. Aber: Sah ich so verdammt verhungert aus? Oder so gefräßig? Natürlich habe ich das nicht alles geschafft und musste auch hier die Hälfte zurückgehen lassen.

Typisch für griechische Restaurants: Wein und Ouzo

Sowohl im Santorini als auch im Odysseus habe ich zur Begrüßung einen Ouzo bekommen. In beiden Restaurants hatte ich einen Rotwein. Den im Odysseus habe ich allerdings warum auch immer nicht so gut vertragen.

Und schließlich: das Umfeld

Im Odysseus hat sich der Kellner rührend um mich gekümmert: Schmeckt alles? Geht es Ihnen gut? Wollen Sie das Essen mitnehmen? Im Santorini war die Bedienung zwar auch nett – wenn auch vielleicht etwas überfordert. Aber der Chef war ziemlich knurrig. Und das strahlt aus. So hatte ein Kunde einen Gutschein dabei – zumindest theoretisch. Er hatte ihn nämlich nur digital, und nicht ausgedruckt. Der Chef wollte ihn aber nur in Papierform akzeptieren. So weit, so verständlich. Statt aber nach einer Lösung zu suchen, hat der Chef einfach abgeblockt: Keinen Gutschein auf Papier? Keinen Rabatt! Es hätte ja Lösungsmöglichkeiten gegeben. Zum Beispiel die:

  • Der Gast zahlt die Summe, die er mit Gutschein bezahlen müsste. Und wenn er den Gutschein nicht innerhalb von 24 Stunden vorlegt, bekommt er über den Restbetrag eine Rechnung zugeschickt.
  • Der Gast zahlt erst einmal gar nichts, muss aber innerhalb von 24 Stunden den Gutschein vorbeibringen, sonst bekommt er eine Rechnung über den Gesamtbetrag.
  • Der Gast schickt den Gutschein via E-Mail während er im Gasthaus ist, dort druckt man ihn aus – und schlägt 1,50 Euro Servicegebühr dafür drauf.

Übrigens habe ich in Münster schon in sehr vielen italienischen Restaurants gegessen.

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