Mord in Ehrenfeld

Flatterband an der Hansemannstraße
Flatterband an der Hansemannstraße

Die Szene ist unwirklich, als wir Samstagabend gegen 23 Uhr aus dem Bahnhof Ehrenfeld kommen: Die Hansemannstraße ist durch ein Polizeiauto gesperrt, in der dazu quer verlaufenden Stammstraße stehen Kastenwagen. In der Hansemannstraße sieht man Blaulicht von mehreren Autos. Der Bürgersteig links ist mit rot-weißem Band abgesperrt. Dahinter stehen Polizisten im Gespräch – vielleicht mit Bewohnern oder Passanten. Uns ist klar: Hier muss etwas passiert sein, was nicht gewöhnlich ist. Wir gehen weiter, in die Glasstraße, vorbei am Café Goldmund auf der Ecke, nur weniger Meter von den Polizeiautos entfernt. Im Café wird bei einer privaten Feier Musik gespielt und getanzt.

Die Hansemannstraße ist 2013 als Arbeiterstrich bekannt geworden: An der Kreuzung zur Venloer stehen häufig Männer, die auf Arbeit für einige Stunden warten. Doch am Samstagabend kann es sich nicht um eine Razzia durch den Zoll handeln – wer sollte hier um diese Zeit auf Arbeit hoffen?

Als wir Sonntagmorgen wieder in der Gegend vorbeikommen, sieht es fast aus wie immer: Autos stehen am Bürgersteig, es sind aber wenig Leute auf der Straße. Kein Wunder, es ist Sonntagmorgen und es ist noch früh. An einer Regenrinne erinnert ein Rest des Absperrbandes an das Szenario des Vorabends. Einige Meter weiter sind vor einer Haustür Blutflecken auf dem Gehweg – auch im Hausflur und auf der Treppe, wie man selbst im schnellen Vorbeigehen durch die Glasscheibe sehen kann. Hier ist gestern Abend ein Mann getötet worden, ein anderer wurde schwer verletzt, haben wir im Internet gelesen. Die Hintergründe der Tat sind derzeit aber noch unklar.

Trotzdem lässt schon alleine das Wissen darum, dass das in der weiteren Nachbarschaft passiert ist, ein Gefühl der Beklemmung entstehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.