Meine erste Kreuzfahrt: ein Seetag

Spiegelung
Spiegelung

Ein ganzer Tag auf See! Und dann auch noch ohne Internetverbindung? Wie würde das werden? Würde ich mehr sehr langweilen? Ich war gespannt auf meinen ersten Seetag bei meiner ersten Kreuzfahrt – und zu meinem Entsetzen bereits um sechs Uhr morgens wach. Das würde den Tag nicht kürzer machen. Das Frühstücksbuffet im Hauptrestaurant fand ich im Vergleich zum Abendessen etwas enttäuschend. Zwar konnte man sich von einer Speisekarte verschiedene Eierspeisen in der Küche zubereiten lassen, das aber war mir zu viel. Ich hätte einfach gerne eine größere Auswahl am Buffet gehabt.

Nach dem Frühstück gab es eine deutsche Lautsprecherdurchsage: Man wolle uns wichtige Informationen zur Reise geben, die deutschsprachigen Gäste sollten in eine der Bars kommen. Die Informationen, die Giovanni für uns hatte, waren zumindest für uns beide keine Neuigkeiten: In der abendlich erscheinenden Bordzeitung gibt es einen Überblick der wichtigsten Veranstaltungen. Was dann kam, fand ich unfassbar peinlich: Die deutschen Gäste beschwerten sich darüber, dass es keine Reisebegleitung in ihrer Sprache gab. Schließlich habe man ja genug für die Reise bezahlt. Zwar hätte ich gerne gewusst, wie das Ganze ausging, aber ich habe mich für meine Mitreisenden so sehr geschämt, dass ich gegangen bin.

Sushi-Präsentation an Bord
Sushi-Präsentation an Bord

Kurz danach begann eine Sushi-Präsentation im Zentrum. Ein Mann von den Philippinen zeigte, wie man Sushi macht. Das war so interessant, dass ich spontan für den nächsten Seetag einen Sushikurs belegt habe: 25 US-Dollar für etwa 40 Minuten sollte es kosten. Und die Ergebnisse dürfe man zum Eigenverzehr mitnehmen. Direkt im Anschluss gab es einen Vortrag darüber, wie der Bauch flacher wird. Es handle sich dabei um ein Dreieck aus Sport, Ernährung und vor allem Detox, wurde uns vermittelt. Und je näher wir inhaltlich dem dritten Punkt, also Detox, kamen, desto eher wurde aus dem Vortrag eine Verkaufsveranstaltung. Um nämlich zu wissen, wie vergiftet die Leber sei, müsse man einen speziellen Test machen. Und der wiederum kostete Geld. Ärgerlich, diese Verkaufsmentalität auf dem Schiff. Dabei muss es nicht zwingend so sein. Am Vortag gab es bei den Bord-Geschäften eine Likörverkostung. Der nette, junge Mann schenkte freigiebig fingerhutgroße Portionen Bailey’s, Sheridan, Whiskey und noch einige andere Getränke aus, und amüsierte sich dabei prächtig mit den wenigen anwesenden Gästen.

Nach dem Mittagessen schlug das Suppenkoma zu, und das, obwohl ich fast nur Gemüse und Salat vom Buffet gegessen hatte. Nach wenigen Seiten im Buch schlief ich ein, und das für mehrere Stunden. Lag’s am langen Vortag? Am frühen Aufstehen? An der guten Meerluft? Egal. Immerhin bin ich in Urlaub. Da kann man auch mal viel schlafen.

Abends gab es dann zwei Veranstaltungen, die ich absolut nicht brauche: Man kann sich gegen Geld mit dem Kapitän fotografieren lassen. Und später hält er dann eine Ansprache. Wir standen in Sportklamotten im zwölften Stock an der Brüstung zum Zentrum, und schauten, was unten passierte: Männer im Smoking und Frauen im Abendkleid saßen auf den verschiedenen Stockwerken und schauten ebenfalls hinunter. Damen in Barockkleidern und mit hohen weißen Perücken tanzten im Kreis und eröffneten die Zeremonie. Man spielte klassische Musik – und dann wurde der Kapitän mit tosendem Applaus begrüßt. Meine Güte. Damit kann ich wirklich überhaupt nichts anfangen. Darum ging ich ins Fitnessstudio. Das war sehr leer. Ziemlich bald nach meiner Ausdauereinheit bin ich übrigens eingeschlafen. Schon wieder!

Das ist … Hm … Der Blick aus dem 11. Stock nach unten. #kreuzfahrt

Ein von Bettina Blass (@kuechenzuruf) gepostetes Foto am

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Ich stimme zu