Mein Hotel Colonia: Feueralarm im art’otel

Feuerwehr und Polizei vorm art'otel
Feuerwehr und Polizei vorm art’otel

Urlaub in der eigenen Stadt – das klingt zunächst merkwürdig, hat aber durchaus seinen Reiz: Seit einigen Jahren bietet Kölntourismus gemeinsam mit Vier- und Fünf-Sterne-Hotels aus der Stadt für Kölner und Umland-Kölner an festen Terminen im Jahr vergünstigte Preise an. Mein Hotel Colonia nennt sich die Aktion, bei der in diesem Jahr die Nacht im Vier-Sterne-Hotel inklusive Frühstück 88 Euro. Kein fester Programmteil der Aktion ist ein Feueralarm mitten in der Nacht – aber er war eine gute Schule fürs Leben.

Das art’otel im Rheinauhafen ist abends immer so schön bunt beleuchtet. Darum haben wir uns unter den 18 teilnehmenden Hotels für eine Nacht in diesem Haus entschieden. Diese war allerdings recht kurz, denn um etwa 20 nach drei ging der Feuermelder an. Wir konnten mit dem Geräusch zunächst nichts anfangen, da es aber laut und nervend war, mussten wir handeln. Der erste Blick auf die Straße zeigte, dass alles ruhig war. Wertvolle Zeit vergeudeten wird damit, die Nummer der Rezeption in den Unterlagen zu suchen. Der Anruf brachte nur ein Besetztzeichen. Vorsichtig öffnete mein Mann die Tür zum Flur und meldete, dass es dort zwar nicht brenne, aber auch andere Gäste schlaftrunken aus ihren Zimmern schauten und einige bereits das Haus verließen.

Ich verfluchte, dass ich weder eine Jogginghose noch eine Jeans dabei hatte und zog so rasch wie möglich T-Shirt, Rock, Strümpfe, Stiefel und Winterjacke an. Ebenfalls wertvolle Zeit, die man verliert, falls es wirklich brennt. Wir gingen auf den Flur, ich wunderte mich, warum mir Menschen entgegen kamen – bis ich realisierte, dass der Fluchtweg nicht da war, wo ich ihn erwartete, sondern nur zwei Türen neben unserem Zimmer.

Wir mussten aus dem fünften Stock nach unten, in jedem Stockwerk kamen weitere Gäste dazu, trotzdem war ich überrascht, wie schnell und geordnet sich das Hotel leerte. Durch die Flurfenster sah ich die Feuerwehr mit Blaulicht kommen: ein Wagen, ein zweiter, ein dritter. Nun zweifelte ich das erste Mal daran, dass es ein Fehlalarm war. „Die Sauna?“, dachte ich. „Oder die Küche?“ – vielleicht hatte auch nur ein Gast verbotenerweise geraucht. Draußen roch es nicht nach Rauch, es schlugen keine Flammen aus dem Dach. Die Leute amüsierten sich: „Gehört das zur Animation?“, fragte einer, ein anderer überlegte, ob wohl der 1. April sei. Nur wenige Gästen hatten im Pyjama oder Morgenmantel das Hotel verlassen, die meisten trugen ihre normale Kleidung, einige hatten sogar das Gepäck mitgebracht. Bei einem echten Brand könnte die damit verbundene Zeitverschwendung einem das Leben kosten, schoss es mir durch den Kopf.

Feuerwehr vorm art'otel
Feuerwehr vorm art’otel

Einige Minuten später konnten wir wieder auf unsere Zimmer. Im Vorbeigehen hörte ich einen Hotelangestellten erklären, dass ein Gast wohl sehr lange und sehr heiß geduscht hatte. Da die Badezimmertür offen gewesen sei, habe der Wasserdampf die Rauchmelder gestört. Kein Gefahr also, für das Hotel ein Versicherungsfall. Für mich aber die Lehre, mich künftig in einem Hotel umzusehen: Wo ist eigentlich der Notausgang?

Ganz abgesehen davon fände ich es toll, wenn ein Hotel im Notfall seine Gäste über Lautsprecher darüber informieren würde: „Bitte verlassen Sie Ihre Zimmer so schnell wie möglich über den Notausgang!“.

Mein Hotel Colonia: art’otel

Was mir am art’otel am besten gefallen hat, ist eine transparente Wand zwischen Bad und Schlafzimmer. Sie ist mit dunklen Farben bemalt, das Motiv zeigt eine Wasserlandschaft mit Blumen. In beiden Räumen sieht die Wand durch das durchscheinende Licht aus wie ein großes leuchtendes Gemälde. Großartig fand ich auch die Schalldämmung: bei geschlossenem Fenster hörte man weder die Autos auf der Straße, noch die Straßenbahn auf der Brücke oder die anderen Gäste auf dem Flur.

Gewöhnungsbedürftig finde ich das Waschbecken, das nicht im Bad, sondern im Zimmer ist. Nicht gefallen hat mir, dass die Kaffeemaschine auf dem Zimmer nicht funktionierte und dass die Sauna sehr klein ist. Ich habe zweimal versucht, dort ins Schwitzen zu kommen, aber sie ist mit wenigen Besuchern schon so voll, dass es keinen Spaß macht, dort Zeit zu verbringen. Außerdem fand ich es in der Bar zu kalt, dafür war die Cocktailauswahl klein, aber fein.

Frühstück im art’otel

Frühstück im art'otel
Frühstück im art’otel

Zur Frühstückszeit ist ganz schön was los im Speiseraum. Darum hängen im Aufzug auch Schilder: Vor 9 sei das Frühstück entspannt, heißt es dort. Danach sei Stoßzeit. Ich glaube, das Gewusel hängt auch damit zusammen, dass man teilweise lange Wege zurücklegen muss: Saft und Wasser beispielsweise gibt es fast versteckt auf der gegenüberliegenden Seite des eigentlichen Frühstückbuffets. Das wiederum ist in einer Ecke im hinteren Teil des Raumes aufgebaut: Bircher Müsli und verschiedene Fertigmischungen, Obst, Brötchen, kleine Muffins, Rührei, Speck und Würstchen, Aufschnitt – und zu wenig Croissants. Dazu ein Kaffeeautomat und ein Samowar für Teewasser.

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