Kultur in Köln im Corona-Sommer 2020

Neue Veranstaltungsreihe für mehr Kultur in Köln im Corona-Sommer 2020
Neue Veranstaltungsreihe für mehr Kultur in Köln im Corona-Sommer 2020

Ausgebremst. So fühlten sich viele kurz nach Karneval, als plötzlich nichts mehr ging in Köln: Restaurants und Bars geschlossen, Konzerte und Theaterstücke abgesagt. Die Corona-Pandemie hat einfach alle Branchen getroffen. Langsam und zögerlich kamen Kunst und Kultur zurück ins Leben: Autokino, Mini-Konzerte in Cubes, Live-Streaming. Jetzt, nach etwa vier Monaten, scheint die Kulturbranche so richtig aus der Schockstarre zu erwachen. Mit einem Schlag gibt es sehr viele und durchaus kreative Angebote für Kultur in Köln. 

Stadtführungen durch Köln

Neben den typischen touristischen Stadtführungen gibt es jetzt auch spezielle Führungen für Fußgänger und Radfahrer durch die Veedel: „Tour de Deutz“ wird beispielsweise genauso angeboten wie „Handwerker und Künstler im Severinsviertel“. Mehr dazu auf Urlaub in Köln.

Ich hatte neuerdings außerdem viel Spaß bei einer Kulinarischen Schnitzeljagd durch Köln. Sehr cool ist auch das neue Angebot von Timeride: bei geführten Touren mit VR-Brillen entdeckt man die Kölner Geschichte neu. Im August sind die Tickets übrigens noch reduziert – und natürlich habe ich mir welche reserviert. Mehr dazu dann bald hier.

Kultur in Köln: Umsonst und draußen in der Musikhochschule

„Hofklänge“ heißt eine Veranstaltungsreihe der Musikhochschule und der Stadt Köln. Dazu muss man sich im Vorfeld über eine Seite der Stadt Köln namentlich und mit Kontaktdaten anmelden. Pro Konzert werden 70 Besucher zugelassen. Die Konzerte sind kostenlos und finden im Innenhof der Hochschule statt. 

Das bedeutet natürlich auch, dass die Musik untermalt ist vom Läuten der Kirchenglocken oder vom Brummen eines Flugzeugmotors. Dafür scheint bei gutem Wetter aber auch die Sonne auf den Nacken, und es ist eine sehr persönliche und familiäre Atmosphäre.

Gastronomie und Kultur kooperieren

Außerdem gibt es interessante Kooperationen für mehr Kultur in Köln – beispielsweise vom Brauhaus Sion und der Kölner Event Werkstatt. Sie werden ab Freitag und bis Ende Oktober Comedy und Musik unter dem Titel „Janz höösch und unplugged“ anbieten. Rund 100 Gäste passen mit entsprechenden Corona-Sicherheitsvorkehrungen in den Raum „Alte Brauerei“ im Brauhaus Sion. Vor Corona saßen hier bis zu 200 Personen.

Ganz neu ist übrigens die Brauhaus Sion-Show, in der Comedy und Travestie vereint werden. „Das ist eine Show für Kölner und Leute aus dem Umland“, sagte Markus Wallpott von der Kölner Event Werkstatt bei einem Pressegespräch. „Es geht ums kölsche Herz, um die Eigenarten der Kölner, und natürlich auch ums Brauhaus“. Touristen sind übrigens auch willkommen. 

Hans Georg Sion, der dem Brauhaus von 1998 bis 2011 vorstand, erinnert sich bei den „Veranstaltungen mit Wohnzimmeratmosphäre“, wie es in der Pressemitteilung heißt, an die End-1980er-Jahre. Damals hatte er noch unbekannten Künstlern finanziell ausgeholfen und ihnen eine Bühne gegeben. „Sie durften damals aber immerhin vor etwa 250 Leuten auftreten“, sagt Sion. „Unter ihnen waren übrigens Gaby Köster, Jürgen Becker oder Konrad Beikirchner.“ Im Corona-Sommer 2020 werden es die Domstürmer sein, die im Brauhaus auftreten, Lupo, Pläsier oder Norbert Conrads. Neu sind auch die Corona-Sicherheitsvorkehrungen, die vor der Veranstaltung vom Band kommen. Unter anderem heißt es dort: „Mitsingen ist verboten, Klatschen immer willkommen“. Daran werden wir uns alle noch gewöhnen müssen. Und ob jeder Gast das nach dem zweiten oder dritten Kölsch noch so im Kopf haben wird, bleibt abzuwarten. Tickets bekommt Ihr auf den Seiten des Brauhauses.

Pssst! Als ich den Pressetermin im Brauhaus verlassen habe, kam mir Peter Brings entgegen. Er steht bisher nicht auf dem Programm. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Hier darf mitgesungen werden

Wer aufs Singen nicht verzichten will: Björn Heuser gibt am kommenden Freitag im Stadthotel am Römerturm ein Hinterhof-Mitsingkonzert. Seine Zuhörer werden in den Fenstern des Hotels stehen, während er im Hof auf einer kleinen Bühne spielt. “Immer zwei Leute können ein Zimmer buchen”, erklärt Hoteldirektor Patrik Droitsch. “So wird der durch die Corona-Schutzverordnung vorgegebene Abstand eingehalten, und die Leute können mitsingen”. Etwa die Hälfte der Zimmer sind bereits von Hotelgästen gebucht. “Es sind Kölner dabei”, so Droitsch. So eine Hotelübernachtung in der eigenen Stadt kann recht abwechslungsreich sein, wie ich vor einigen Jahren feststellte. “Es kommen aber auch Leute aus Solingen oder Eschweiler, die das Konzert mit einem Städtetrip verbinden”.

Droitsch und Heuser hatten sich eines Abends während der Corona-Pandemie darüber unterhalten, dass doch eigentlich auch die Seele eine Systemrelevanz habe. Doch dieser empfindsame Teil des Menschen komme in der jetzigen Zeit aufgrund des fehlenden Kulturangebots zu kurz. Und weil auch die Hotellerie und die Gastronomie leiden, haben sich die beiden kurzerhand zusammengetan. Trotzdem ist nach diesem Konzert zunächst kein weiteres dieser Art geplant, weder von Björn Heuser, noch vom Hotel. “Zumindest vorerst nicht”, so Heuser.

Die Hotelgäste dürfen natürlich auch im Zimmer übernachten. Außerdem können sie sich Kölsch, Sekt, Currywurst oder Kölsche Tapas aufs Zimmer liefern lassen. Nach dem Konzert hat übrigens “Heusers Hotelbar” geöffnet – ganz coronakonform, versteht sich.

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