Köln: Einkaufen im Marktforschungssupermarkt Go2Market in Braunsfeld

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Pasta mit Insektenmehl? Sie sind mir heute zu experimentell. Ich entscheide mich bei meinem ersten Einkauf im heute eröffneten Real-Life-Marktforschungssupermarkt Go2market für High Protein Bagel, rosa Schokoladencrème, Limoncello, Weißweinschorle aus der Flasche, Kekse und noch einiges mehr. Für 55 Euro im Monat darf ich als eines von 3.000 Mitgliedern dort seit heute und noch bis Ende August einkaufen. Dabei werde ich gefilmt und Sensoren erfassen mein Einkaufsverhalten. Daraus leiten die Hersteller ab, ob es für ihre Produkte einen Markt gibt. Go2market gibt es bisher nur einmal in Deutschland – eben in Köln-Braunsfeld.

Was genau ist Go2Market?

Aber der Reihe nach: Wer dabei sein will, muss sich auf der Internetseite Go2Market registrieren. Dabei gibt man eine Menge Informationen an. Neben dem Alter und dem Geschlecht beispielsweise, wie viele Menschen im Haushalt leben, welches Haushaltsnettoeinkommen man hat, welche Medien man konsumiert und worauf man beim Einkauf achtet. So wird man aufgrund seiner soziodemografischen Angaben eine Art Puzzlestein. Alle Puzzlesteine, also die soziodemografischen Angaben aller Mitglieder, sollen einen Querschnitt der deutschen Bevölkerung liefern. Um diesen Querschnitt zu erreichen, werden die 3000 Mitglieder eben entsprechend ihrer Angaben ausgewählt.

Jedes Mitglied zahlt im Monat ungefähr 15 Euro, um dabei zu sein. Im Gegenzug bekommt man Guthaben in der Höhe von 55 Euro im Monat. Damit kauft man bei Go2Market ein. Das Guthaben hat man in seinem Profil in der zugehörigen App auf dem Smartphone. Über die App loggt man sich am Eingang ein, nimmt ein Einkaufskörbchen und los geht die Tour durch die bunte Warenwelt: Energy-Drinks und Hundesmoothies lassen mich völlig kalt. Eis bei über 20 Grad auf dem Fahrrad bis nach Hause fahren – ich weiß nicht. Die Fleischprodukte – vielleicht beim nächsten Mal. 

Von geräucherten Eiern und Soundduschen

Etwas irritiert stehe ich plötzlich vor Eiern. Wohlgemerkt vor rohen, aber geräucherten Eiern. Ein Marktmitarbeiter erklärt mir, dass ich sie auf keinen Fall in den Kühlschrank stellen darf, und dass sie hart gekocht am besten schmecken. Bevor ich sie in den Einkaufswagen lege, scanne ich wie bei allen Produkten den Barcode. So sehe ich gleich, wie viel Guthaben mir noch bleibt, denn mehr als 55 Euro darf ich nicht ausgeben. Übrigens: Im Supermarkt und mit FFP2-Maske fällt es mir nicht auf, zuhause rieche ich aber sofort den Räuchergeruch der Eier. Ich mag ihn und freue mich schon auf das Ei.

Etwas später fragt mich ein Mitarbeiter, ob ich die Fliegen höre. Ich soll einen Schritt nach vorne treten und stehe, wie er mir erklärt, unter einer Sounddusche. Jetzt höre ich deutlich das nervige Surren. Sehr passend, denn vor mir stehen Fruchtfliegenfallen. Da wir gerade wieder einmal Fruchtfliegen haben, kaufe ich direkt eine ein und bin gespannt, ob sie wirkt. Am Ende meines Einkaufs überprüft ein Mitarbeiter, ob ich mein Budget eingehalten habe, dann logge ich mich via Scan wieder aus und fahre meine Schätze nach Hause.

Mein erster Einkauf bei Go2Market
Mein erster Einkauf bei Go2Market

Nicht alle Produkte sind für mich neu

Alles in allem bin ich ganz schön geflasht von den vielen Produkten, die ich noch nie gesehen habe. Nicht immer sind die Verpackung und der Name so einleuchtend, dass ich mit einem Blick weiß, was ich vor mir habe. Das ist ein bisschen anstrengend. Und vielleicht freue ich mich darum, einige Produkte bereits zu kennen: Gin de Cologne in allen Varianten beispielsweise. Aber auch das Goldeimer-Klopapier. Wir kaufen das schon sehr lange und haben sogar die Seife vom gleichen Hersteller, die es jetzt gerade auch bei Go2Market gibt. Gaffel Wiess hatte ich neulich auch schon probiert, ein leichtes Kölsch für den Sommer. Das Gaffel Lemon daneben kenne ich noch nicht, würde ich gerne testen, aber jetzt ist mein Guthaben aufgebraucht. Vielleicht beim nächsten Mal.

Wenn es denn ein nächstes Mal geben wird. Denn das Sortiment wird bei meinem nächsten Einkauf im Juli ein anderes sein als heute. Schließlich ist dies ein Test-Supermarkt. Dementsprechend gibt es vielleicht keine zweite Chance für mich, die Pasta aus Insektenmehl und Gaffel Lemon zu testen. Und leider läuft meine Mitgliedschaft auch nur über drei Monate. Danach muss ich mich neu bewerben, wenn ich weiter dabei sein will. Will ich bestimmt. Ich liebe es, neue Produkte auszuprobieren.

Apropos: Wenn Ihr keine Mitgliedschaft bekommen habt, dann ist vielleicht die Foodist-Abo-Box was für Euch. Damit bekommt Ihr auch monatlich neue Produkte – per Post geschickt. Wenn Ihr sie über diesen Link bestellt, bekommen wir beide einen Gutschein. (Werbe-Link)

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