Kocht, was er mag: Fabrizio vom Berliner Restaurant Rusty

Fabrizio Cervellieri vom Berliner Restaurant Rusty verschönert die Vorspeise
Fabrizio Cervellieri verschönert die Vorspeise

Einen Auflauf würde er sich zum Geburtstag kochen, einen Auflauf, wie ihn seine Oma in Italien früher gemacht hat: mit Schinken, Eiern und Sahne, mit Hackbällchen aus Mortadella und allem, was der Kühlschrank so hergibt. Fabrizio Cervellieri strahlt, als er an dieses Gericht denkt. Und vielleicht, so scheint er zu denken, sollte er es auch bald einmal auf die Speisekarte seines Restaurants Rusty in der Berliner Sanderstraße setzen.

„Ich will kochen, was ich mag“

Dort, in dem Lokal auf der Ecke, in der Nähe des Landwehrkanals haben schon einige Unternehmer ihr Glück versucht: ein Bordell war hier einst, ein Burgerladen, ein Steakhouse. Im Filetstück Pigalle haben Fabrizio und sein Team damals gegrillt, doch so richtig Schwung kam in den Laden nicht. Darum hat Fabrizio das Restaurant übernommen und macht dort jetzt sein eigenes Ding mit einer Speisekarte, auf der Produkte aus der Region eine wesentliche Rolle spielen, und das, was in der Natur gerade wächst. Wie er die Zutaten zu Gerichten kombiniert, das hat er in den vielen Jahren in Sternerestaurants gelernt: „Säure und Süße spielen dabei eine Rolle“, sagt er. „Und knusprig aber auch salzig muss es sein“. Caponata sei dafür ein gutes Beispiel: eine Vorspeise aus Sizilien, frittierte Auberginen und Zucchini mit Pinienkernen und Kapern. „Ein Gericht, das wir nicht von der Speisekarte nehmen dürfen, denn unsere Gäste fragen immer und immer wieder danach“, sagt Fabrizio.

Pizza und Pasta gibt’s im Restaurant Rusty nicht

Sonst kocht Fabrizio am liebsten, was er mag. Und Sterneküche will er auf keinen Fall mehr: „Mein Restaurant soll wie ein Wohnzimmer sein, in dem sich die Gäste wohlfühlen.“ In der Sternegastronomie dagegen drehe sich alles nur um Preise, „dort ist zu wenig Liebe“, sagt Fabrizio. Jetzt, im Rusty, stehen faire Preise für gutes Essen im Mittelpunkt, rustikal ist es hier, aber nicht einfach Pizza und Pasta wie beim Italiener auf der Ecke. „Ich komme zwar aus Italien, und auf der Speisekarte findet man italienische Einflüsse, aber unser Team ist viel zu international, als dass wir uns auf eine Region festlegen könnten“. Südafrika, Tschechische Republik, Frankreich, Belgien, England – das sind die Länder, in denen Fabrizio, der Restaurantleiter und die drei Köche viel Zeit verbracht haben. Sie prägen heute, was die Gäste zu Essen bekommen: Bei mir ist es Burrata mit Salsiccia als Vorspeise, es ist Lachsforelle in Serrano-Schinken mit Dashi, einem japanischen Fischsud. Und ein Schokoladensoufflé mit Fruchtsorbet. Alles schmeckt hervorragend. Satt bin ich aber leider nicht geworden. Vielleicht hätte ich den Nachtisch nicht mit meiner Begleitung teilen sollen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.