Kochkurs für Verliebte in der Kölner Kochschule

Crepes machen
Crepes machen

Der Chef trägt eine weiße Jacke mit roten kugelförmigen Knöpfen, die zweireihig angeordnet sind. Mit rotem Zwirn hat jemand seinen Namen auf der linken Brust eingestickt. Wir, die Koch-Novizen des Abends, binden uns weiße, gestärkte Schürzen um, waschen unsere Hände mit Seife – und dann geht es auch schon los: 14 Holzbretter liegen auf der Arbeitsplatte, 14 Messer darauf. Der Chef verteilt sieben Zwiebeln an die Männer. Sie schälen und halbieren sie, geben eine Hälfte an die Frauen weiter. Ich lerne die wohl wichtigste Lektion des Abends, nämlich wie man ganz kleine Zwiebelwürfelchen schneidet: Die Wurzel nicht abschneiden, die Zwiebel halbieren, auf einer Hälfte entlang der Linien in der Zwiebelhaut längs einschneiden – aber nicht bis zum Wurzelansatz. Und dann quer dünne Schnitte machen.

Leider war es das fast auch mit der praktischen Lehre an der Kölner Kochschule, denn nun werden wir aufgeteilt: Einer schält eine Gurke und höhlt sie aus, andere schneiden Kartoffeln, mein Mann rührt Eier mit Wein und Zucker im Wasserbad, und ich muss weiße Kuvertüre mit einem großen Messer in feine Stücke schneiden. Die werden schließlich langsam im Wasserbad geschmolzen und unter die in der Zwischenzeit eingedickte Ei-Masse gerührt.

Mehr Theorie als Praxis

Zwei andere Kochschüler haben Sesamcrepes angebacken, ich darf sie mit einer Kräuterfrischkäse-Sahne-Creme bestreichen und gebe sie dann weiter nach rechts. Dort belegen andere sie mit Gurken, Möhren und Lachs und rollen sie auf. Jetzt muss die Zwischenspeise in den Kühlschrank. Zeit für die Vorspeise, eine Suppe aus frischem Bärlauch, die ich pürieren darf. Ganz zum Schluss werden noch die Hühnchenbrüste angebraten und ich darf einmal wenden.

Fazit: Ich würde das Ganze eher als Besuch im Event-Restaurant denn als Unterricht in der Kochschule bezeichnen. Zwar schmeckt das Essen super und sieht prima aus, und ich bin auch sicher, dass jeder zumindest den einen oder anderen Trick mit nach Hause nimmt, aber ich hatte mir mehr praktische Arbeit erhofft. Natürlich ist mir klar, dass man mit fast 20 Leuten nicht sehr viel mehr praktisch arbeiten kann. Trotzdem hatte ich andere Erwartungen an die Veranstaltung. Ich habe auch nicht verstanden, warum gerade dieser Kochkurs für Verliebte sein soll. Spaß gemacht hat’s trotzdem.

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