Kapstadt: Zwischen Tafelberg und Waterfront

Kapstadt: am Schloss

Eineinhalb Tage Kapstadt sind definitiv zu kurz. Denn die Stadt selbst hat einiges zu bieten. Da ist die V&A Waterfront, das alte Hafenviertel, das eine Attraktion für Einheimische und Touristen ist. Hier gibt es Museen, Shopping Malls und Restaurants. Viele haben europäische Speisen auf der Karte: Italienisch, Portugiesisch, Spanisch – und natürlich gibt es ein Brauhaus. Das alles finde ich höchst uninteressant. Was mich in Kapstadt an der Waterfront dagegen anzieht, sind eher die Fischrestaurants. Wir waren im Sevruga, das nicht unbedingt günstig ist. Dafür gibt es Leckereien wie Yellowtail, ein recht fester Fisch, der mit Fleisch vergleichbar ist, und den ich bisher nicht gekannt habe. Trotz des guten Essens ist die Waterfront für mich nicht der beste Platz in Kapstadt. Mir ist das zu touristisch. Mit dem Auftritt von Tänzern und Musikern in den Straßen hat das Ganze ein bisschen was von Zirkus. Kann man machen, muss man aber nicht.

Kapstadts Highlight: der Tafelberg

Auf keinen Fall sollte man den Tafelberg verpassen, der zu Kapstadt gehört wie der Eiffelturm zu Paris. Eine Freundin war im September da. Sie meinte, ohne Onlineticket hätte sie keine Chance gehabt, nach oben zu kommen. Auch mit Ticket brauchte sie eine Stunde nach oben und zwei nach unten. Wir hatten im November kein Onlineticket, standen fünf Minuten in der Schlange, um hoch zu kommen, und 20 Minuten für den Rückweg. Oben ist es voll, und irgendwie ist das auch klar, denn der Tafelberg ist die Sehenswürdigkeit der Stadt. Traurig: In der Seilbahn nach oben bittet man Touristen, die Natur zu schonen und nicht auf die Felsen zu klettern. Kaum haben sie die Gondel verlassen, scheinen viele das schon wieder vergessen zu haben. Das coole Instagram-Foto ist vielen wichtiger als der Erhalt dieses Naturerbes. Dabei hat man auch von den offiziellen Wegen einen prima Blick auf die Stadt am Wasser.

Spaziergang durch Kapstadts Zentrum

Authentischer wird Kapstadt bei einer kleinen Runde durchs Zentrum: Rechts von der Buitengracht Street geht die Wale Street ab, wenn man Richtung Tafelberg fährt. Dort ist das Viertel Boo-Kap mit den bunten Häuschen, die man oft auf Postkarten sieht. Es ist das älteste Viertel der Stadt. Hier lebt die muslimische Gemeinde. Zugegeben: Auch die bunten Häuschen sind eher touristisch – zumindest, wenn man dort nur einen Fotostop einlegt. Zu mehr hatten wir allerdings leider auch keine Zeit.

Geht man die Wale Street in die andere Richtung weiter, führt die Queen Victoria Street am Company Garden vorbei. Falls die erste Tür in den Park geschlossen ist: Es gibt etwas später eine zweite. Der Company’s Garden diente ursprünglich dem Ziel, die Besatzungen der Handelsschiffe mit Gemüse und Obst zu versorgen. Heute kann man dort im Schatten der hohen Bäume sitzen, Eichhörnchen dabei zusehen, wie sie Nahrung suchen oder Pflanzen bestaunen, die man in Deutschland von der Fensterbank kennt. Verlässt man den Garten an der Government Avenue, hält sich rechts und geht durch die Plein Street weiter, erreicht man die Darling Street. Sie führt zum Castle of Good Hope. Wir waren nicht drinnen, weil wir keine Lust auf dunkle, historische Räume hatten. Stattdessen sind wir Richtung Bahnhof gegangen. Direkt gegenüber des Schlosses führen Stufen zu einer Brücke über die Straße, und so landet man quasi auf dem Dach des Bahnhofs. Dort ist der Busbahnhof und ein kleiner Markt, durch den eine enge Gasse führt, vorbei an teilweise gebrauchten Schuhen und Kleidung, die hier verkauft werden. Hier ist das echte Afrika. Aus dem Bahnhof heraus, über die Straße und weiter Richtung Green Market Square zieht sich ein Markt mit Masken, Figürchen und Kleidung. Auf dem Platz selbst gibt es weitere Souvenire und Cafés.

Unterwegs in Kapstadt

In Kapstadt kann man gut zu Fuß gehen. Das ist tagsüber kein Problem. Es ist aber auffallend, dass es ab 18 Uhr in der Innenstadt leer wird. Die Leute, die man dann trifft, möchte man nicht unbedingt kennenlernen. Da war ein Junge mit einem dicken, langen Ast, der damit zu nah vor unseren Gesichtern herumgefuchtelt hat. Oder ein Mann, der offensichtlich so unter Drogen stand, dass er nicht gerade lief, sondern in Schlangenlinien torkelte. Wir sind im in weitem Bogen ausgewichen.  Wir haben nach diesen Begegnungen zwei Einheimische gefragt, wie sie die Situation einschätzen. Beide haben uns davon abgeraten, nach Sonnenuntergang zu Fuß unterwegs zu sein. Wir waren trotzdem an zwei Abenden in Restaurants, die um die Ecke des Hotels waren. Es ist nichts passiert. Allerdings haben wir vorher die Applwatch abgelegt und waren ohne Taschen unterwegs. Wir hatten lediglich Geldscheine und eine Kreditkarte sowie die Handys in den Hosentaschen.

Für weitere Wege wie beispielsweise zum Tafelberg bietet sich Uber an. Das funktioniert in Kapstadt sehr effizient. Beide Wagen, in denen wir saßen, waren sehr sauber, die Fahrer äußerst zuverlässig. Kein Vergleich zu Uber in Ägypten.

Hotels und Restaurants in Kapstadt

Kapstadt war Start und Ende unserer Mietwagenreise, die wir über Viamonda gebucht hatten. Das Unternehmen hatte also für uns die Hotels bereits ausgesucht und reserviert. In Kapstadt waren wir im Sunsquare City Bowl Hotel untergebracht, ein sehr modernes Hotel. Unser Zimmer hatte Blick auf den Tafelberg. Oben im Hotel gibt es eine Bar mit Terrasse, von der man sowohl auf den Tafelberg als auch Richtung Bo-Kaap schauen kann.

In Fußnähe zum Hotel gibt es gleich zwei empfehlenswerte Restaurants: Das Vixi Social House ist nur eine Straße entfernt. Das Restaurant hat mediterran gekachelte Wände, hölzerne Tische, sehr freundliche Bedienung und orientalisch angehauchtes Essen. Das Africa Café war uns von einer Südafrikanerin empfohlen worden. Dort sind viele Touristen, aber auch Einheimische. Es gibt ein Menü, das aus mehreren Tapas aus dem ganzen afrikanischen Kontinent besteht. Ab und zu singen die Mitarbeiter.

Wer länger in Kapstadt ist, sollte außerdem die Kap-Halbinsel und die Weingüter vor der Stadt erkunden. Dazu lest Ihr bald mehr in einem weiteren Artikel. Für meinen nächsten Besuch habe ich auf jeden Fall noch Robben Island und das Apartheid-Museum auf dem Plan.

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