Im Technikmuseum in Wolfsburg: ein Feuertornado und eine wichtige Erkenntnis

Unendlichkeitswürfel
Unendlichkeitswürfel

Chicorée, Radicchio, Bier? „Bitter“, sagt Jörg, und verzieht das Gesicht. Er weigert sich, diese Lebensmittel zu essen und zu trinken. Ich dagegen habe überhaupt kein Problem damit. Und das ist uns seit zehn Jahren ein Rätsel. Jetzt endlich haben wir die Lösung dafür gefunden – und zwar im Wissenschaftsmuseum Phaeno in Wolfsburg. Dort gibt es viele spannende Sachen – beispielsweise ein sechs Meter hoher Feuertornado, der stündlich vorgeführt wird, und ein Raum mit schrägem Boden und scheinbar schrägen Wänden, in dem uns sofort unser Gleichgewichtssinn verließ. Wie Betrunkene torkelten wir vom Eingang zum Ausgang.

Zwischen allen diesen Sehenswürdigkeiten steht etwas verborgen eine transparente Kunststoffbox mit unscheinbaren, schmalen weißen Papierstreifen. Sie sind mit PTC getränkt, Phenylthiocarbonid. Wer das Stück Papier ableckt, weiß ganz schnell, ob er zu den 70 Prozent der Europäer gehört, die bitter schmecken können oder zu den anderen 30 Prozent, die genau das nicht können. Während Jörg sofort das Gesicht verzieht: „Schmeckt wie eine Tablette, die sich im Mund auflöst“ – schmecke ich kaum etwas. Und das, obwohl ich den Papierstreifen von beiden Seiten und lange auf die Zunge gelegt habe. Wofür so ein Besuch im Wissenschaftsmuseum doch gut ist!

Das Phaneo
Im Jahr besuchen rund 250.000 Besucher das Museum, das am 21. November seinen 10. Geburtstag feiert. Im September 2015 wurde der 2,5millionste Besucher empfangen, ein zehnjähriges Mädchen. Derzeit gibt es eine Sonderausstellung MechanixX.


Schallwellen in einer Röhre werden reflektiert und kommen als Echo zurück. Der Ton verändert sich, je nachdem wie lang die Röhre ist.


Ich war zugegebenermaßen etwas skeptisch, ob es mir im Phaeno gefallen würde. Denn meine Erfahrung mit Wissenschaftsmuseen ist, dass dort zu jeder Zeit viele Kinder sind, und man als Erwachsener gar nicht an die Stationen herankommt, um selbst Dinge auszuprobieren. Martina Flamme-Jasper, die im Phaeno die Kommunikationsabteilung leitet, rät mir darum dazu, an einem Freitagnachmittag zu kommen. Dann sind keine Schulklassen mehr und noch keine Familien im Museum. Da ich am Freitagnachmittag noch weit entfernt bin von Wolfsburg, bleibt mir nur das Wochenende. Doch Sonntagmorgen um zehn ist es noch recht ruhig. Davon abgesehen ist das Phaneo so groß und es gibt so viele Stationen, dass sich auch größere Besuchermengen gut aufteilen. Wir versuchen uns im Luftblasenpumpen und im Funkensprühen, gehen in ein Spiegelkabinett und stauen über mutierte Buntnesseln, die nach den Vorlieben der Besucher weiterentwickelt werden – oder sterben müssen. Alles in allem haben wir viel Spaß im Phaeno. Darum das Fazit: Lohnt sich!

Wir haben keinen Eintritt ins Museum gezahlt, sondern waren als Blogger eingeladen.

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