Im Selbsttest: Laufstrecken-App Salomon City Trail

Was für eine tolle Idee, denke ich, als ich das erste Mal von der App Citytrail höre. Für rund 20 Länder und deutlich mehr Städte gibt es dort Laufstreckenvorschläge mit hinterlegten Karten. Über GPS wird der Standort des Läufers erfasst, so dass man immer sieht, wo man sich gerade befindet. Auf der Strecke sammelt man Punkte, indem man bestimmte Sehenswürdigkeiten streift. Zu diesen bietet die App weiterführende Informationen. Im Praxistest überzeugt Citytrail jedoch nicht so richtig.

Das erste Problem stelle ich recht schnell fest: Ich folge einer Runde über den Herkulesberg in Köln. Um auf der Strecke zu bleiben, muss ich natürlich die Karte sehen. Das bedeutet, ich halte das Handy während des Laufens in der Hand. Bei einer Strecke von acht Kilometern kann man sich ganz gut verspannen. Ich spüre meine Verspannung bis in den Nacken – und das noch zwei Tage nach dem Lauf. Etwas kontraproduktiv.

Die Streckenführung ist interessant. Obwohl ich für mehrere Halbmarathons und Marathons in Köln trainiert habe, führt mich die Route in einen kleinen Park, den ich nicht kenne. Allerdings sind viele Abbiegungen und Kurven etwas plötzlich. Bis mein GPS geortet ist, bin ich bereits an der Abzweigung vorbei. So kommt es, dass ich manchmal deutlich neben der geplanten Route laufe. Einfacher wäre es, man könnte das Smartphone in einer Oberarmtasche tragen und via Kopfhörer wie von einem Navi angesagt bekommen, wo man wann hin muss.

Die Route führt mich durchs Eigelsteinviertel. Etwas irritierend ist, dass sie mir in der Straße Im Stavenhof anzeigt, dass ich dort das Eigelsteintor sehen kann. Das ist mit Verlaub an dieser Stelle Quatsch. Weiter führt die Route über den Ebertplatz und unter ihm hindurch. Nicht gerade Kölns Vorzeigeviertel. Das wird sich der Tourist spätestens dann denken, wenn er an einer Box vorbeikommt, in die man gebrauchte Spritzen werfen soll. Aus dieser Erfahrung nehme ich mit, dass mich die App in anderen Städten vielleicht auch durch Gegenden führt, die nicht zu den besten gehören. Darum der Tipp: Besser nicht mit dem neusten und teuersten Smartphone laufen. Und besser bei Tageslicht und wenn viele Menschen auf der Straße sind.

Bis ich in den Mediapark komme, muss ich den Ring entlang laufen. Im Feierabendverkehr nicht die beste Idee: Die vielen Abgase brennen in den Lungen. Im Mediapark behauptet die App, ich sei auf der Zielgeraden. Das kann ich nicht nachvollziehen: Laut Karte habe ich noch einiges vor mir. Aber ich laufe an diesem Punkt die Route nicht zu Ende, sondern auf direktem Weg nach Hause. Die Sehenswürdigkeitspunkte habe ich sowieso alle eingesammelt. Sie waren übrigens nicht besonders gleichmäßig über die Strecke verteilt. Letztlich sind sie jedoch auch nicht der Hauptantrieb für meinen Lauf.

Mein Fazit: Die Idee zur App ist toll. Die Umsetzung kann noch deutlich optimiert werden.

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