Grillseminar in Bonn mit Metin Calis

Metin bei der Arbeit
Metin bei der Arbeit

Zugeben: Mir ist der Grill-Hype in Deutschland mit seinen smogähnlichen Rauchschwaden an heißen Sommertagen aus dem Kölner Grüngürtel etwas unheimlich. Und Bratwürstchen esse ich auch nicht so gerne. Ein Grillseminar, dachte ich, könnte eine gute Sache sein, um ebenfalls Spaß an der Sache zu gewinnen. Um das vorwegzunehmen: Es hat geklappt. Ich bin schwer beeindruckt von gegrillter Wassermelone. Lahmacun, türkische Pizza, schmeckt vom Grill um ein Vielfaches besser als aus der Dönerbude. Und Stockbrot mit Garnelen ist ein echter Kracher.

Der Mann, der uns in diese exotische Küche einweihte, heißt Metin Calis. Er ist gelernter Koch und hat sich zum Hotelbetriebswirt und Küchenmeister weitergebildet. Seine Küche ist osmanisch beeinflusst, er versteht das als interkulturellen Beitrag zur Völkerverständigung. Ich habe Metin Calis zu seinem eigenen Grillverhalten befragt:

Bei den Teilnehmern des Grillseminars „Genial Grillen“ von BonnGas kommen seine unorthodoxen Kombinationen sehr gut an. „Ich weiß gar nicht, was mir am besten geschmeckt hat“, sagt Renate aus Bonn. „Es ist alles toll. Und vor allem total einfach und schnell gemacht“.

Das allerdings liegt auch den verwendeten Gasgrills. Sascha Busch ist Geschäftsführer von BonnGas, einem Unternehmen, das seit 13 Jahren Gase und Gasgeräte verkauft. Er erklärt: „Ein Gasgrill ist innerhalb von drei bis vier Minuten auf 250 bis 300 Grad erhitzt. Das heißt, man kann etwa 10 bis 15 Minuten später essen.“ Gasgrills werden außerdem heißer als Elektrogrills und rauchen nicht – im Gegensatz zum Grillen mit Holzkohle.

Grillseminare veranstaltet BonnGas seit drei Jahren. Pro Kurs können maximal 20 Leute teilnehmen. „70 Prozent der Teilnehmer sind Männer“, sagt Busch. Und einige kommen sogar mehrfach. In unserer Gruppe waren gleich zwei Teilnehmer, die schon einmal bei einem Seminar mit Grillmeister Calis waren.

An diesem Abend lernen sie jedoch neue Rezepte kennen – und wir mit ihnen: Aus Hackfleisch und fertigem Pizzaboden wird die türkische Pizza Lahmacun – belegt mit Salat, Knoblauchcrème, Zwiebeln und Schafskäse und gebacken auf dem Pizzastein im Grill – mein persönlicher Favorit. Gefolgt vom Stockbrot mit Garnelen. Dafür wird der Rest des Pizzabodens in geröstetem Sesam gewendet, und abwechselnd mit Garnelen aufgespießt. Dazu gibt es nach dem Grillen eine Chili-Soße. Köstlich. Wir grillen aber auch Tomaten, Auberginen, Zwiebeln, Nackensteacks, Rind, Melonen und Avocado.

Der Gasgrill und ein kleiner Balkon

Wir nutzen die Chance und informieren uns über Gasgrills. Hintergrund: Wir haben einen sehr kleinen Balkon und einen eher schlechten, kleinen Elektrogrill. „Zunächst muss man wissen, wofür man eigentlich einen Grill will“, sagt Sascha Busch. „Wer nur ab und zu ein Würstchen auflegen will, braucht keinen Gasgrill für mehrere hundert Euro.“ Das Tolle an einem guten Grill sei, dass man damit auch indirekt grillen könne. „Fisch oder pulled pork beispielsweise grillt man nicht direkt auf dem Feuer“, erklärt Sascha Busch, „sondern auf einer Platte.“ Wer einen guten Gasgrill möchte, der unter anderem auch indirekt grillen kann, muss mit 350 bis 400 Euro rechnen. Das Exemplar, das Sascha uns zeigt, kann man zwar für kleine Balkons ab einem Meter Tiefe benutzen. Doch für unseren Balkon wäre der Grill trotzdem noch zu groß. Sollten wir uns für einen Gasgrill entscheiden, so stellen wir schnell fest, käme höchstens der Camping-Gas-Grill in Frage. Der kann leider nicht indirekt grillen. Dafür ist er klein, handlich und kostet nur rund 200 Euro.

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Wir haben für die Teilnahme am Grillseminar keine Gebühr gezahlt, sondern waren dazu von BonnGas eingeladen.

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