Gourmet Gallery: Im Leckerschmeckerparadies auf der #fbm17

Die Eintagsküche organisiert die Showbühne auf der Frankfurter Buchmesse
Die Eintagsküche organisiert die Showbühne

Curry-Cocos-Salz, italienische Pasta, Hülsenfrüchte-Eintopf – man könnte meinen, ich sei auf einer Food-Messe wieder Anuga unterwegs. Tatsächlich ist es aber die Buchmesse in Frankfurt, auf der ich den Tag verbringe. Die meiste Zeit bin ich in Halle 3.1, dort ist die so genannte Gourmet Gallery. Zwei Themen stoßen hier aufeinander: Reisen und Kochen. In beiden Segmenten gibt es viele Bücher, aber am schönsten ist es eben, wenn man die Spaghetti in Italien und den Rotwein in Frankreich trinken kann. In der Gourmet Gallery können Besucher einenKurzurlaub in einem ihrer Lieblingsländer machen – oder an der Showbühne großen Köchen oder innovativen kleinen Unternehmen über die Schulter schauen.

Seht hier, was mich auf der Buchmesse außerdem begeistert hat

Bio-Fertiggerichte, Bio-Spitzenköche und ein Instawalk

Ich bin sehr begeistert von dem, was mir dort Vertreter der Firma Davert erzählen: Seit 40 Jahren gibt es das Unternehmen, das Fertiggerichte mit Bio kombiniert. Das Ergebnis sind Tütensuppen und neuerdings auch Nachtische mit Chia. Dieser ist sogar von Demeter zertifiziert und kommt aus Uganda. Dort investiert die Firma in die Bauerngemeinschaft, mit der sie zusammenarbeitet: es gibt einen Kindergarten für den Nachwuchs der Angestellten, zwei Mahlzeiten täglich und medizinische Versorgung.

Die Fertiggerichte von Davert sollen nicht das Abendessen ersetzen. Darauf legen die Unternehmensvertreter auf der Bühne Wert. Vielmehr sei die Ausgangssituation für die Fertigprodukte gewesen, dass immer mehr Leute während der Arbeit nur eine Kaffeemaschine und Fast Food Angebote um sich haben. Um ihnen eine gesunde Alternative zu bieten, wurden die in Papier verpackten Fertigsuppen entwickelt: „schnell, gut und günstig“ sollten sie sein, heißt es auf der Buchmesse. Ich komme nicht dazu, etwas zu probieren, zu viele Messebesucher wollen eine Portion des süß-sauren Reistopfs mit Roter Beete Pesto. Aber die Geschichte an sich ist auch schon gut.

Gesünder essen

Direkt nebenan ist Inform, eine Initiative der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Hier kocht stündlich Tino Schmidt, einer der so genannten Bio-Spitzenköche. Als ich zum Thema Powerfood am Stand stehe, ist er umringt von vielen jüngeren Besuchern. Sein Tipp: Die Zwiebel schon beim Anbraten salzen, dann hat das Essen mehr Geschmack. Weil ich zur nächsten Veranstaltung weiter ziehe, habe ich auch dieses Koch-Ergebnis leider nicht getestet. Ich kenne aber Inform und die Biospitzenköche von einem Besuch im vergangenen Jahr auf Gut Bollheim bei Zülpich. Auf der Buchmesse ist Inform präsent, um möglichst unkompliziert mit den Verbrauchern direkt kommunizieren, und sie über gesunde Ernährung aufklären zu können, erzählen mir die Vertreterinnen der Initiative.

Schräg gegenüber ist ein Stand mit chinesischem Essen. Dort werden aus einem großen Stück Teig mit viel Kraft dünne Nudeln gemacht. Die Zuschauer sind fasziniert. Selbst, als der Koch gar keine Show mehr vorgesehen hat, bitten sie so lange um noch eine Vorführung, bis er wieder zum Teig greift. An einem anderen Stand entdecke ich ein Schild „Feuersalz – hot“ an einem kleinen Schälchen mit rotem Salz. Untergemischt sind Paprika, Chili, Ingwer und Pfeffer, sagt mir der Unternehmensvertreter. Ich probiere es mit Brot, und im ersten Moment schmecke ich nichts außer Salz. Doch nach einigen Sekunden kommt die Schärfe, und ich verstehe, warum er ihn Feuer genant hat. Die Firma, die dieses und andere Salze vertreibt, heißt Salzwerk und kommt aus Berlin-Weißensee. Curry-Cocos-Salz ist übrigens eine andere Variante, die mit Salatgurke recht ungewohnt schmeckt.

Führung durch die Gourmet Gallery

Dann kam der Instawalk durch die Gourmet Gallery, mein absolutes Highlight auf der Buchmesse. Mit Kopfhörern gingen wir durch die Stände und stoppten bei einigen Unternehmen. Davert, das Unternehmen mit den Bio-Fertigprodukten, gehörte dazu. Wir warfen außerdem einen Blick in die Küche hinter der Showbühne: Dort ist die Eintagsküche mit einem Team von 10 bis 15 Leuten von 7.30 Uhr an jeden Tag aktiv während der Buchmesse. Abends, wenn die Besucher weg sind, muss noch geputzt werden, es gibt letzte Besprechungen für den nächsten Tag und gerne eine Einkaufsliste mit gut 500 Positionen. Da ist es nicht ungewöhnlich, wenn erst um 21 Uhr oder sogar später Feierabend ist.

Italienisch wird es jetzt in der Fattoria La Vialla, einem italienischen Bauernhof aus der Toskana mit 1200 Hektar Fläche. Gänse, Hühner und Schafe habe man dort, erzählt uns Susy Stretz, die für die Fattoria Events organisiert. Übernachten kann man dort übrigens auch, und die Gäste bekommen regelmäßig zu Weihnachten ein Kochbuch, um die bodenständigen Gerichte zuhause nachzukochen. Wer die Fatturia in Deutschland testen will, sollte in Frankfurt in die Speisekammer gehen. Das Restaurant ist quasi die die Außenstelle der Fattoria – und ab sofort auf meiner To do Liste für den nächsten Frankfurt-Besuch.

Küchen-Trends auf der Buchmesse

Super interessant fand ich auch den Besuch beim Stand von Schüller. Das Unternehmen produziert Küchen, und kommt aus Herrieden in Franken. 1966 wurde die Firma gegründet, die heute fast 1500 Mitarbeiter hat und jährlich mehr als 110.000 Küchen verkauft. Am Stand erfahren wir, dass derzeit in den Wohnbereich integrierte Küchen im Trend liegen. Das hat Folgen fürs Design: Küchen müssen wohnlicher sein als früher. Angesagt sind derzeit dunkle Farben wie Grafit oder Beton, und Material wie Holz oder Keramik. Die technische Ausstattung versteckt man übrigens hinter Blenden. Und warum sich ein Küchenhersteller auf der Buchmesse präsentiert? Er hat ein Buch herausgebracht: Next125 Kitchen Stories. Darin geht es, wie könnte es anders sein, genau um diese Küchen, benutzte Materialien und die Vielfalt der Kombinationsmöglichkeiten.

Zum Weiterlesen
Ich habe mich außerdem zu den Themen Künstliche Intelligenz, Self-Branding und Content Management auf der Buchmesse umgehört
Und ich habe mich mit der Autorin französischer Krimis, Silke Ziegler, unterhalten:

Während des Instawalks bekam ich von Davert 5 Probepackungen, von Schüler eine Schürze in einer Metalldose, von der Fattoria La Vialla Pasta mit Pesto umsonst.

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