Geschmacksache: Tee von Babingtons Tea Rooms

Weißer Tee, schwarzer und grüner Tee von Babingtons
Weißer Tee, schwarzer und grüner Tee von Babingtons

Das ist eine kuriose Geschichte: Zwei britische Ladys ziehen nach Rom und eröffnen im Land der Cappuccinos einen Teesalon. Wohlgemerkt im Jahr 1893, zu einer Zeit, als es unüblich war, dass Frauen ein eigenes Geschäft hatten. Ich gebe zu, dass ich noch nie von Babingtons Tea Rooms, so der Name des Tee-Salons,  gehört habe. Doch Claudia Mauer, Botschafterin der Marke, machte mich auf eine Tee-Verkostung in Köln im Apropos Concept Store aufmerksam. Dort, in der Kölner Mittelstraße, kann man den italienischen Tee kaufen – und das ist ungewöhnlich: Sehr lange wurde der Babingtons Tee nämlich ausschließlich im Laden in Rom verkauft. Jetzt bekommt man ihn zwar auch online, dann allerdings ist der Versand recht teuer: 8 Euro kostet er, ab 999 Euro bestellt man ins außeritalienische Ausland versandkostenfrei. Was den Preis des Tees aber relativiert: Man kann ihn mehrmals aufgießen. Dreimal sei kein Problem, versichert mir Claudia Mauer.

Spannende Fakten rund um Babingtons Tea Rooms

  • Ein Tee-Salon, der zwei Weltkriege überstanden hat, kann es nicht immer leicht gehabt haben. Eine Geschichte, die ich rührend finde: Drei Mitarbeiter hatten ihre Lebensmittelrationen genutzt, um weiterhin Gebäck im Café zubereiten und verkaufen zu können.
  • Es gab in Italien kein Porzellan, um Tee zu trinken, darum brachten die Babingtons-Gründerinnen es aus England mit.
  • Tee gab es damals nur in der Apotheke. Zumindest in Italien.

Was ich bisher nicht über Tee wusste

Mit Claudia Mauer unterhalte ich mich über die Qualität von Tee: Weißer Tee sei besonders hochwertig, erklärt sie mir. Und auch, dass großblättriger Tee eine bessere Qualität habe, als fein gehäckselter – mit Ausnahme von Tees wie beispielsweise Gunpowder, der zu Kügelchen gerollt wird. Die Deutschen trinken am liebsten Grün- und Früchtetee, verrät mir Claudia Mauer. Spannend ist übrigens auch, dass mehr Frauen als Männer Tee trinken

Cold Brew für heiße Tage

Der Tee lässt sich übrigens im Sommer auch als Cold Brew zubereiten. Sinnvollerweise setzt man ihn am Abend vor einem besonders heißen Tag an. Dazu nimmt man eine Kanne oder Karaffe, hängt ein Tee-Ei gefüllt mit einem Teelöffel Tee hinein, und stellt das Ganze über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag ist der Eistee fertig. Mit einem Eiswürfel ist er natürlich länger kalt. Für den Moroccan Mint empfiehlt Claudia Mauer, den Saft einer Limone hinzuzugeben sowie einige Minzblätter und etwas Zuckersirup. Ich habe auf den Zucker und die Minze verzichtet. Hat auch geschmeckt.

Einmal quer durchs Babingtons Tea Rooms Sortiment

Claudia Mauer hatte mir einige Tee-Proben kostenlos zukommen lassen, unter anderem den Moroccan Mint, den ich für den Cold Brie verwendet habe. Nun muss man wissen, dass ich Grüntee liebe, Schwarztee aber nur im Notfall trinke. Dafür gibt es Gründe: Er schlägt mir oft auf den Magen, ich mag den Geschmack nicht, und er verfärbt die Zähne. Dementsprechend fällt auch mein Probetrinken-Resultat aus.

  • Mein Favorit ist Blue Lady – trotz des Namens ein Grüntee. Zwar stehe ich eigentlich nicht so sehr auf aromatisierten Grüntee, aber den fand ich ziemlich überzeugend: Erdbeere, Feige, Rhabarber und einige andere Früchte seien enthalten, entnehme ich der Beschreibung. Ich finde, man schmeckt vor allem Ananas. Hat mich positiv überrascht.
  • White Passion ist ein weißer Tee mit auffallend großen Blättern. Er riecht fruchtig, und er schmeckt eindeutig nach Pfirsich oder zumindest nach einem Sonnentag mit prallen, gelben Früchten.
  • Afternoon Blend – ein Schwarztee, der es in meine Favoriten schafft. Das ist wirklich ungewöhnlich, auch weil dieser Tee so speziell schmeckt, nämlich leicht wie geräucherter Schinken. Mich erinnert er an Singapur. Dort hatte ich damals von TWG Tea einen ähnlichen gekauft.
  • Cherry Rose. Was für ein interessanter Grüntee! Er schmeckt ganz deutlich nach Kirsche und seine Farbe ist leicht violett. Ich finde ihn darum äußerst ungewöhnlich.
  • Imperial Earl Grey – er soll der Lieblingstee von Winston Churchill gewesen sein. Auch ich finde ihn lecker, aber er schlägt mir auf den Magen.
  • Special Blend ist eine Mischung aus Ceylon, Darjeeling und Keemun. Letzterer soll zu den bekanntesten chinesischen Tees gehören. Er ist jedoch nicht mein Fall. Ich habe ihn darum kurzerhand unter einen Rooibusch-Minze Tee gemischt. Vermutlich ein Teefrevel, aber so passt er besser in mein Leben.

Übrigens: Bei Babingtons in Rom gibt es natürlich auch einen Afternoon Tea. Das werde ich bei meinem nächsten Besuch in der schönen Stadt selbstverständlich einplanen. Alleine schon, um meinen Artikel zu Afternoon Tea Angeboten in der ganzen Welt erweitern zu können.

Der Artikel ist aus dem Februar 2020. Ich habe ihn im Juni 2020 aktualisiert.

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